Voller Freude stach Bernd Rebhan (CSU) in den Boden und wirbelte mit dem Spaten die Erde durch die Luft. Der Bürgermeister gab gemeinsam mit Regierungsvizepräsident Thomas Engel sowie Verantwortlichen der IBC Solar AG und der Raiffeisenbank Küps-Mitwitz-Stockheim den symbolischen Startschuss für den Bau des neuen Solarparks in Tüschnitz (Richtung Johannisthal, entlang der Bahnlinie Küps).

Das Projekt mit einer Nennleistung von 3,5 Megawatt wird im Rahmen eines bundesweiten Ausschreibungsverfahrens für Solarparks entlang von Schienenwegen errichtet. Bürger des Marktes Küps und der umliegenden Gemeinden haben die Möglichkeit, sich über die örtliche Raiffeisenbank finanziell am Solarpark zu beteiligen.
Entlang der Bahnstrecke Lichtenfels-Kronach wird der Solarpark Küps jährlich etwa 3 605 000 Kilowattstunden Solarstrom produzieren. Dieser wird regional verbraucht und sichert dem Markt Küps sowie den benachbarten Orten eine grüne Energieversorgung für rund 900 Haushalte. Die Fertigstellung des Projekts ist für Sommer 2017 vorgesehen.


Lage ist ideal für das Projekt

Ausschlaggebend für den Erfolg des Gebots im Ausschreibungsverfahren war die ideale Lage des mehr als sechs Hektar großen Standorts in der Nähe eines Netzverknüpfungspunktes. Dadurch kann der Solarstrom zu sehr günstigen Kosten erzeugt und direkt in das Versorgungsnetz des Bayernwerks eingespeist werden. Durch die Anmeldung als Gewerbetrieb erzielt der Markt obendrein Gewerbesteuereinnahmen.

Bernd Rebhan strahlte, dass es mit der Baumaßnahme auf der fast sieben Hektar großen Fläche nun losgehen kann. In Küps werde die Energiewende bereits in verschiedenen Projekten vorangetrieben, so durch Windräder, eine Biogas- sowie Hackschnitzelanlage und nunmehr mit dieser großen Anlage, die der Marktgemeinderat mit breiter Mehrheit unterstützt habe, sagte das Gemeindeoberhaupt. "Das Projekt ist eine Win-Win-Situation für alle." Einerseits ermögliche es eine umweltfreundliche Energieversorgung. Andererseits lasse es die Bürger von einer sichereren und nachhaltigen Anlagemöglichkeit profitieren.


Gute Fortschritte in Oberfranken

Thomas Engel freute sich, dass zum wiederholten Mal ein großes Photovoltaik-Projekt in Oberfranken beziehungsweise im Landkreis Kronach verwirklicht werden kann. "Dies ist ein weiterer kleiner Stein im Mosaik des Energiewandels", betonte er. Derzeit gebe es zwischen 80 und 100 großflächige Photovoltaik-Anlagen in der Region. Oberfranken sei diesbezüglich in den letzten fünf Jahren sehr gut vorangekommen, habe sich doch die Stromerzeugung durch regenerative Energien in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt.

"Über die Anleihe kann man vorausschauend in ein regionales Energieprojekt investieren und sich damit gleichzeitig aktiv an der Energiewende beteiligen", erklärte Raiffeisenbank-Vorstand Hans Ulrich Fuchs. Der Bau startet am Dienstag nach Ostern mit dem Abstecken des Zauns. Nach dem Zaunbau beginnt man Ende April mit der Unterkonstruktion. Im Juni, spätestens Juli will man ans Netz gehen können.