Ziegelerden
Jubiläum

Seit 50 Jahren gibt es den Musikverein Ziegelerden

"Freude am gemeinsamen Musizieren", dieser Leitspruch prägt den Musikverein Ziegelerden und zog sich wie ein roter Faden durch das Festwochenende zum 50. Gründungsjubiläum.
Der Musikverein Ziegelerden ehrte beim Festkommers zu seinem 50-jährigen Bestehen seine Gründungsmitglieder. Im Bild (von links) der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Wolfgang Müller, 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann, Wilhelm Völkl, Schirmherr Ralf Völkl, Max Schramm, Alfons Möckel, Walter Thron, Helmut Simon, stellv. Landrat Bernd Steger, Willi Karl, Gerhard Heim, Dirigent Karl Schneider und Vorsitzender Thomas Hofmann. Foto: Ralf Völkl
Der Musikverein Ziegelerden ehrte beim Festkommers zu seinem 50-jährigen Bestehen seine Gründungsmitglieder. Im Bild (von links) der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Wolfgang Müller, 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann, Wilhelm Völkl, Schirmherr Ralf Völkl, Max Schramm, Alfons Möckel, Walter Thron, Helmut Simon, stellv. Landrat Bernd Steger, Willi Karl, Gerhard Heim, Dirigent Karl Schneider und Vorsitzender Thomas Hofmann. Foto: Ralf Völkl
Ahand einer Dia-Show, die Schirmherr Ralf Völkl, beim Festkommers zeigte, wurde die bewegte und interessante Geschichte des Vereins in Erinnerung gerufen. Sie war vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten von Highlights wie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie zahlreichen Konzertreisen geprägt.

"50 Jahre Musikverein bedeutet für uns Musiker gerade vor Rundfunkaufnahmen nicht enden wollende Proben, bei denen einem schon die Lippen geschmerzt haben und üben, üben, üben", blickte Vorsitzender Thomas Hofmann zurück.

Der damalige Aufnahmeleiter des Bayerischen Rundfunks, Steff Lindemann, hatte höchste Ansprüche. "Doch eins zu sein mit sich und der Musik ist ein unschätzbarer Moment", hob Thomas Hofmann hervor und zitierte Beethoven: "Musik ist eine höhere Offenbarung als alle Weisheiten und Philosophie".

In der Vereinsgeschichte habe es viele schöne, emotionale Erlebnisse durch die Musik und
zahlreiche herzliche Begebenheiten gegeben, als die damals jugendlichen Musiker die Luft der großen weiten Welt schnuppern konnten. Die Proben hätten das Orchester zusammengeschweißt und so sei man noch heute eine starke Gemeinschaft, die zahlreiche Auftritte absolviere.

"Musik in Ziegelerden war ein Senkrechtstart von Null auf 100 Prozent", unterstrich Ralf Völkl in seinem Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Bereits kurz nach seiner Gründung habe der Verein mehr als 100 Mitglieder gehabt und schon wenige Jahre später habe das Jugendblasorchester bei "Jugend musiziert" ganz oben mitgespielt und sei oft bis zum Bundesentscheid gekommen.

Hans Götz ist unvergessen

Dieser Erfolg ist vor allem mit einem Namen verbunden: Dem damaligen Schulleiter Hans Götz, der mit seiner Leidenschaft für die Musik innerhalb kürzester Zeit und mit ganz jungen Musikern - viele davon noch Kinder - dieses Orchester auf höchstem Niveau schuf. Die Bilder weckten zahlreiche Erinnerungen an lustige Episoden.

Nach dem plötzlichen Tod von Hans Götz im Jahr 1998 übernahm Karl Schneider die musikalische Leitung der Kapelle, die seitdem beispielsweise auch bei der Fahnenübergabe auf der Landesgartenschau in Memmingen die Stadt Kronach mit vertrat.

Der Musikverein habe Ziegelerden in den vergangenen Jahren bekanntgemacht und kulturell entscheidend mit geprägt, bedankte sich Ralf Völkl im Namen der Ortsgemeinschaft. Keine Selbstverständlichkeit sei es, dass der Musikverein die Jubiläen der örtlichen Vereine musikalisch ausgestalte, bedankte er sich im Namen der Vereinsgemeinschaft und überreichte ein Geschenk.

"Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten", unterstrich stellvertretender Landrat Bernd Steger. Der Verein sei ein Grundpfeiler des örtlichen Gemeinwesens, bedankte er sich für den ehrenamtlichen Einsatz.

Viel erlebt und viel geleistet

"Der Musikverein kann stolz auf seine Geschichte sein. Er hat viel erlebt und geleistet", erklärte zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann. Seit 50 Jahren sei er ein lebendiger und aktiver Teil sowie ein Sympathieträger des Ortes. Es sei beeindruckend, was der Verein zu seinem Jubiläum auf die Beine gestellt habe.

"Musik ist fantastisch, sie verbindet die Menschen über die Ländergrenzen hinweg" erklärte der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Wolfgang Müller. Der Musikverein sei ein wichtiger Kulturträger vor Ort. Er erinnerte auch an die Gründer des Vereins wie Hans Götz und Michael Karl, die Großartiges aufgebaut hätten. Dem Verein wünschte er für die Zukunft, dass er an diese Höhepunkte anknüpfen und wieder junge Menschen für sich gewinnen könne.

Für den Musikbund zeichnete er Alfons Möckel als Musiker der ersten Stunde, mit der goldenen Ehrennadel und Ehrenurkunde des Verbandes aus. In 50 Jahren habe dieser rund 2000 Proben mitgemacht. Der Geehrte meinte dazu: "Das kann man nur machen, wenn man Freude an der Musik und Spaß in der Gemeinschaft hat - und die ist mir bis heute geblieben". Als stellvertretender Vereinsvorsitzende bedankte sich Möckel mit einem Präsent im Namen aller Musiker bei Thomas Hofmann und Karl Schneider.

Gründungsmitglieder geehrt

Mit Urkunden ehrte der Verein auch seine Gründungsmitglieder. Durch ihren mutigen Schritt zur Gründung eines Orchesters hätten sie es in den fünf Jahrzehnten insgesamt 76 jungen Menschen ermöglicht, ein Instrument zu erlernen, berichtete Thomas Hofmann. Ausgezeichnet wurden Gerhard Heim, Adolf Höhn, Willi Karl, Oswald Kräußling, Alfons Möckel, Max Schramm, Horst Schulz, Helmut Simon, Walter Thron, Willi Thron und Wilhelm Völkl.

Mit einer Fahnenparade der örtlichen Vereine und einem Festgottesdienst in der St.-Michaels-Kirche, den der Musikverein mit ausgestaltete, gedachte man der verstorbenen Vereinsmitglieder. Pater Johannes Effern ging in seiner Predigt darauf ein, dass die Musik die Menschen erfreue und häufig auch zur Ehre Gottes erklinge.

Mit Gastspielen der Gehülzer Bergmusikanten sowie des Musikvereins Hesselbach klang das Fest aus. Deren Vorsitzende und Dirigenten Martin Simon und Klaus Porsch sowie Ralf Welsch und Georg Schönmüller gratulierten herzlich zum Jubiläum. Auch Heiner Reuß von den Kronacher Housnküh, Günter Soja vom Jugendorchester Kronach und Walter Wich-Herrlein überbrachten die besten Glückwünsche.