Ein anonymer Hinweis brachte die Polizei auf die Spur eines 30-jährigen Elektrikers aus dem Landkreis Kronach. Jetzt muss sich der Mann vor der Dritten großen Strafkammer am Landgericht Coburg wegen eines Verbrechens nach dem Betäubungsmittelgesetz verantworten. Dem Mann wird zur Last gelegt, mit Marihuana in nicht unerheblicher Menge gedealt zu haben, außerdem fand die Polizei bei der Hausdurchsuchung auch unerlaubte Feuerwerkskörper aus Tschechien und Polen sowie ein Luftgewehr.


Anonyme Anzeige

Im März dieses Jahres klickten bei dem Beschuldigten die Handschellen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Richter Klaus Halves las die anonyme Anzeige, die die Polizei auf die Spur des Dealers gebracht hatte, vor. Der Verfasser des Schreibens sollte demnach eigentlich im Anwesen des Beschuldigten einen Auftrag abwickeln, als er auf die krummen Geschäfte aufmerksam wurde. Völlig unbekümmert habe der Angeklagte demnach seine Joints geraucht und seine Drogengeschäfte abgewickelt.

Bei der Hausdurchsuchung fand die Polizei dann auch erhebliche Mengen des unerlaubten Stoffes. Dazu gab Rechtsanwalt Joachim Voigt im Namen seines Mandanten eine Erklärung ab. Bei den 13,7 Gramm an Marihuana, die im Schlafzimmer des Angeklagten gefunden wurden, handele es sich demnach um eine Substanz, die zum Eigenkonsum gedacht war. "Es waren Reste, sagen wir mal, eines Eigenanbauversuches, die nicht verkauft werden konnten." Zu den 80 Gramm "Gras", die im Keller des Hauses gefunden wurden, führte der Anwalt aus, dass 50 Gramm für die eigenen Konsum gedacht waren. Lediglich der Rest von 30 Gramm sollte laut Voigt für 12 Euro das Gramm weiter veräußert werden. Die Geschäfte seien im Übrigen in der Werkstatt abgewickelt worden.

Der Besitz der explosiven Feuerwerkskörper wurde im vollem Umfang eingeräumt. Zu dem Luftgewehr sagte ein Sachverständiger pensionierter Polizeibeamter aus. Demzufolge handelt es sich bei dem Luftgewehr um eine hochwertige aber nicht genehmigungspflichtige Waffe aus dem Hobbybereich. Allerdings müssen laut dem Waffenexperten auch genehmigungsfreie Waffen vor unbefugtem Zugriff gesichert werden. "Sie dürfen nicht einfach so rumliegen oder ungesichert an der Wand hängen.”

Der 30-Jährige berichtete von einer langen Drogenkarriere, die mit 13 Jahren aus Neugierde mit dem gelegentlichen Kiffen begann. Später konsumierte der Beschuldigte am Wochenende Marihuana und steigerte den Konsum sukzessiv, bis er zum "Dauerkiffer" wurde.
"Ich habe den ganzen Tag von früh bis abends geraucht", sagte er. Durch den Eindruck der Haft habe er nun seine Einstellung geändert. "Ich sehe ja im Gefängnis, wie viele absteigen. So will ich nicht enden. "

Am heutigen Freitag fällt voraussichtlich das Urteil in dem Strafverfahren.