"Das ist ein recht gelungenes Werk", freute sich Schulverbandsvorsitzende Gabriele Weber (CSU) über den erstmals von Kämmerin Sabine Fischer aufgestellten Haushaltsplan.

Er ist um 26 000 Euro niedriger als im Vorjahr. Auf den Verwaltungshaushalt fallen 378 000 Euro, auf den Vermögenshaushalt 126 000 Euro. Es erfolgt keine Kreditaufnahme. Verpflichtungsermäßigungen werden nicht festgesetzt. Der Höchstbetrag der Kassenkredite liegt bei 63 000 Euro. Der Haushaltsplan ist nicht genehmigungspflichtig.

Der Verwaltungshaushalt ist 40 000 Euro höher als im Vorjahr. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Stadt Teuschnitz den Grundschultrakt nutzt und dadurch die Energiekosten sich wieder erhöhen. Die Kosten dafür werden von der Stadt erstattet. Außerdem wird mit der Zahlung der Kraft-Wärme-Koppelung-Förderung in Höhe von 35 000 Euro gerechnet.


Die Schülerzahlen im Schulverband Teuschnitz sind von 165 Schülern im Jahr 2009 auf aktuell 68 Schüler gesunken. "Die Schülerzahlen sind erschreckend. Wir haben jetzt noch 39 Kinder in Teuschnitz - und das bei gleichbleibenden Fixkosten", bedauerte Bürgermeisterin Weber. Neben den 39 Teuschnitzer Schülern kommen 20 aus der Gemeinde Reichenbach sowie neun aus der Gemeinde Tschirn. Die Schulverbandsumlage beläuft sich auf 272 800 Euro.

Der Verwaltungshaushalt wird durch eine Zuführung an den Vermögenshaushalt von 99 000 Euro für die Schuldentilgung, Erwerb von Geräten und Maschinen und Zuführung zu den Rücklagen ausgeglichen. Der Vermögenshaushalt hat sich gegenüber dem Vorjahr um 66 000 Euro verringert. Bei den Ausgaben sind außer den Tilgungsleistungen von 73 500 Euro nur Ausgaben für Maschinen, Geräte und EDV mit 2500 Euro vorgesehen.

Bei den Einnahmen wird das Gelände für den Kräutergarten an die Stadt Teuschnitz zum Preis von fünf Euro pro Quadratmeter (insgesamt 27 000 Euro) verkauft. Der Schuldenstand am 1. Januar 2015 beläuft sich auf 788 327 Euro. Abzüglich der Tilgung beträgt der voraussichtliche Schuldenstand am 31. Dezember 714 944 Euro.

Blockheizkraftwerk rentiert sich

Voll rentiert hat sich das Blockheizkraftwerk, dessen Kraftwärmekoppelungsanlage im März 2014 in Betrieb genommen wurde, so Kämmerin Sabine Fischer. Die exakte Einsparung kann noch nicht bestimmt werden. Hier will man bis März abwarten, um die genaue jährliche Rentabilität zu ermitteln. Bereits jetzt zeigte sie sich aber sicher, dass man die erhoffte Strom-Einsparung von jährlich 10 000 Euro erreichen werde.

Erfreulicherweise kommt man bislang auf 6000 und damit auf das Doppelte der eingeplanten 3000 Vollbenutzungsstunden. Deshalb will man nicht die einmalige - sich pauschal aus 3000 Vollbenutzungsstunden berechnete - Kraft-Wärme-Koppelung-Förderung von 35 000 Euro in Anspruch nehmen, sondern auf eine jährliche Förderung umsteigen.

Hierzu müsste zwar jährlich ein Antrag gestellt werden, allerdings richtet sich die Förderung dann nach der tatsächlichen Produktion - derzeit also das Doppelte. Die Kämmerin hat diesbezüglich bereits Rücksprache mit der verantwortlichen Stelle gehalten. Eine Bestätigung liegt aber noch nicht vor.

Der Haushaltsplan 2015 wurde ebenso einstimmig genehmigt wie der Finanzplan für die Jahre 2014 bis 2018.
Die Schulverbandsvorsitzende informierte über den Stand der Umbauarbeiten in der Teuschnitzer Grundschule durch die Arnikastadt Teuschnitz. Es wurde eine Unterverteilung eingebaut, um den benötigten Strom korrekt ablesen zu können. "Ich bin der Schule sehr dankbar, dass sie uns diese Räumlichkeiten überlässt", betonte Weber, die sich über die "sinnvolle Nutzung" der Grundschule freute.


Erstmal nur das Nötigste

Nun werde eine Küche eingerichtet. Hierfür will man zunächst das Nötigste angehen, da man auf eine spätere Bezuschussung durch das EU-Förderprogramm Leader hofft. Wasser und Kanal erfolgen ebenfalls mit einem separaten Zähler. Auch eine Reinigungskraft wird separat abgerechnet, damit es keine Überschneidungen gibt.

Reichenbachs Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) regte eine Anpassung der Nutzungsgebühren der Schule an. Seitens der Reichenbacher Vereine rege sich Unmut, weil diese für die Reichenbacher Halle, die wirklich nicht mehr die modernste sei, wesentlich mehr als die Nutzer der Teuschnitzer Schul-Turnhalle zahlen müssten. "Eigentlich hätten wir unsere Halle zumachen müssen. Die Vereine haben sich aber zähneknirschend dazu bereit erklärt, die Erhöhungen zu tragen", erklärte Ritter.

Diese müssten aber beträchtliche Summen zahlen. In den Augen der Vereine sei dies ungerecht, weil Reichenbach den Schulverband und auch die Teuschnitzer Turnhalle mittrage.

Tschirns Bürgermeister Peter Klinger (CSU) äußerte zwar Verständnis bezüglich der hohen Kosten. Allerdings seien die Voraussetzungen grundlegend anders. "Die Schulturnhalle in Teuschnitz wird eh für den täglichen Betrieb geheizt. Die Reichenbacher Halle hat dagegen nur für die Vereine geöffnet und wird nur für sie aufrecht erhalten", gab er zu bedenken. Zudem trage Teuschnitz den Löwenanteil der Schulverbandsumlage.

Über Erhöhung nachdenken

Dem pflichtete Gabriele Weber bei. Die Turnhalle werde für die Schüler durchgeheizt. Auch die Reinigung erfolge nur, wenn sie von den Schulkindern benutzt werde. Ritter sprach sich für eine Anpassung der seit 15 Jahren gleichen Nutzungsgebühren für die Teuschnitzer Turnhalle aus, damit es "ein wenig gerechter" zugehe. Darüber wird in der nächsten Schulverbandsversammlung diskutiert.

Die Praxis für Physiotherapie Bayer verfüge noch über eine aus den 70er-Jahren stammende Eingangstür beziehungsweise Glasfensterfront, so Weber. Architekt Oliver See, der sich den Zustand angeschaut habe, empfehle den Einbau eines neuen Haustürelements. Die Glasbausteine sollten entfernt werden und es sollte eine ordentliche Verkleidung erfolgen.

Zusammen mit einer neuen Tür, sei mit Kosten von etwa 7500 Euro zu rechnen. Gabriele Weber will Kostenvoranschläge einholen. Die Versammlung ermächtigte sie zur Auftragsvergabe, sofern sich die Angebote im Rahmen von 7500 Euro bewegen.