"Staaberche Schrubbe" prangt es in großen Buchstaben auf dem Vereinslogo, auf dem natürlich auch eine entsprechende "schrubberschwingende" Galionsfigur nicht fehlen darf. Angebracht ist das Schild am neuen schmucken Vereinsheim in Tiefenbach. Zwischen zwei mit bepflanzten Blumenkästen geschmückten Fenstern steht es schwarz auf weiß, wer stolzer Eigentümer des stattlichen -sieben mal fünf Meter großen - Blockhauses ist. Über dem Schild ist ein Strahler angebracht, mit dem das Logo in der Dunkelheit beleuchtet wird.

Mit ihrem eigenen Domizil im idyllisch-beschaulichen Tiefenbach ging für die "Staaberche Schrubbe" ein lang gehegter Traum in Erfüllung.
Zu erreichen ist der kleine Ortsteil, wenn man im Zentrum von Steinberg nach der Kronachbrücke bei der Mariengrotte nach rechts der Straße im Talgrund des Tiefenbachs folgt.

An gleicher Stelle, wo jetzt das Vereinsheim steht, befand sich einst ein altes Haus, das 2010 von den Eigentümern - der Familie Josef Beetz - abgerissen wurde. "Die Lage ist ideal. Es ist ruhig, kein Verkehr und wir stören niemanden", sind sich Schrubber-Vorsitzender Alexander Jakob und Bauleiter Simon Kraus, der hauptverantwortlich für die Organisation der nahezu in kompletter Eigenleistung erfolgten Arbeiten war, einig. "Ich frage unsere Mitglieder, wer wann Zeit hat. Das muss ja jemand in die Hand nehmen. Es gab bislang unzählige Arbeitseinsätze, bei denen sich viele Mitglieder eingebracht haben", lobt der Friesener seine Mitstreiter. Wie viele Stunden bislang angefallen sind, vermag weder er noch der Ober-Schrubber zu sagen.

Ehemalige "Förster Fans"

Der Wunsch nach einem eigenen Vereinsheim bestand schon lange, bereits, als der Verein noch unter dem Namen "Förster Fans Steinberg" bekannt war. Dieser war bei einer Mitgliederversammlung am 25. Februar 2011 neu gegründet beziehungsweise seine Weiterführung als "Staaberche Schrubbe" beschlossen worden. Damals hatte das Vereinsleben der "Förster Fans" schon seit längerer Zeit brachgelegen. "Die Umbenennung in ,Staaberche Schrubbe‘ sollte unseren Neuaufbruch symbolisieren. Zudem wollen wir damit auch unsere Verbundenheit zu unserem Heimatdorf ausdrücken", erklärt Jakob.

Bereits bei der Gründung habe man das Thema "eigenes Vereinsheim" wieder aufgegriffen und als Vorhaben mit aufgenommen. Das Grundstück in Tiefenbach habe man gleich ins Auge gefasst. "Wir haben zunächst bei der Familie Beetz etwas vorgefühlt. Dann - das dürfte im April gewesen sein, also kurz nach der Gründung - haben wir nochmals offiziell gefragt, mit leckeren Pralinen im Gepäck. Glücklicherweise haben die Eigentümer gleich zugestimmt", erinnert sich Kraus, Dritter Schrubber-Vorsitzender, schmunzelnd.

Bürokratische Hindernisse

Vor dem Baubeginn galt es aber erst einmal, einige bürokratische Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Schließlich handelte es sich bei dem Grundstück um kein Bebauungsgebiet. Im September 2011 zog man einen Architekten hinzu, der einen Plan erstellte, den man bei der Gemeinde einreichte. Nach der Zustimmung des Gemeinderats und Landratsamts ging es los: Das Grundstück wurde mithilfe eines Baggers abgetragen. Das Fundament wurde errichtet. "Seit Baubeginn verbringen wir jede freie Minute auf der Baustelle", sagen die beiden "Schrubber". Besonders das Aufstellen des Holzgrundgerüsts sei mit viel Arbeit und Aufwand verbunden gewesen, was man vorher unterschätzt habe. Das Holz für das Grundgerüst hatte man beim Sägewerk eingetauscht und diesem im Gegenzug Bäume aus eigenem Waldbesitz zur Verfügung gestellt. Dadurch konnte man viel Geld sparen. Aufgerichtet wurde im Frühjahr 2012.

"Der harte Kern, der geholfen hat, waren meist so um die zehn Leute", erzählen Jakob und Kraus. Die Hauptarbeit konnte mittlerweile abgeschlossen und die herbeigesehnte Einweihungsparty gefeiert werden. "Richtig fertig ist man eigentlich nie", meint Kraus. In Planung ist eine Inneneinrichtung. Die derzeit provisorisch aufgestellten Biertischgarnituren will man durch feste Sitzgelegenheiten ersetzen, unter anderem sollen auch eine Küche und Theke eingebaut werden sowie ein Ofen beziehungsweise ein Kamin. Aber auch an der Außenanlage gibt es noch einiges zu tun. Während man den Eingang vor dem Vereinsheim bereits gepflastert hat, will man noch einen Parkplatz pflastern. Der Teich soll zum Forellenteich werden. Dort soll auch später einmal ein Teichfest stattfinden.

Das Domizil ist für vereinsinterne Veranstaltungen gedacht. "Wir können gemütlich zusammensitzen und die Mitglieder können ihre Geburtstage feiern. Es ist einfach schön, wenn man sein eigenes Reich hat. Dass wir das geschafft haben, erfüllt uns schon mit Stolz", gestehen die beiden.

Etwas Selbstgeschaffenes - so sind sie sich sicher - betrachte man mit einem anderen Blick und man gebe mehr Obacht darauf. Schließlich wisse man, wie viel Arbeit darin stecke. Die Entscheidung für den Bau habe sich als richtig erwiesen. Der Zusammenhalt sei beim gemeinsamen Handwerken noch gewachsen.

Party am 24. Mai

Natürlich ist ein solcher Bau - trotz aller Arbeitsleistung - mit viel Geld verbunden - Geld, das erwirtschaftet werden muss. Nächste Veranstaltung ist die My-Party mit DJ-Musik am 24. Mai ab 20 Uhr in der Kronachtalhalle. Bislang habe es - nach Meinung von Jakob und Kraus - zu wenige solcher Veranstaltungen gegeben, obwohl die Kronachtalhalle dafür prädestiniert sei.

Aber auch allgemein bringen sich die "Schrubber" im Dorfgeschehen ein - wie jüngst beim Aufstellen eines Maibaums. Damit belebte man in Steinberg eine verlorengegangene Tradition. Die "Schrubber" freuen sich über jedes Mitglied - egal welchen Alters. Es gibt auch "Ü 50"-Mitglieder. Weitere Infos gibt es unter www.staaberche-schrubbe.de