Wann das Naturbad Nordhalben wieder für Badegäste öffnen kann, steht noch in den Sternen, wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich wurde. Wie über die Medien bekanntgegeben wurde, können konventionelle Schwimmbäder in Bayern ab dem 8. Juni öffnen. Als "konventionell" gelten jedoch Bäder, die mit Chlor arbeiten. Alle vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Viren durch das Chlor sicher abgetötet werden. Da das Wasser in Bädern mit biologischer Aufbereitung kein Desinfektionsmittel enthält, geht man derzeit davon aus, dass von diesen Naturbädern ein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht.

Bei einem Treffen der Landkreiskommunen, welche Badeeinrichtungen betreiben, wurde die aktuelle Situation besprochen. Nach den vorliegenden Regeln verschiedener Expertengremien sind zahlreiche Maßnahmen für ein Betriebskonzept zu berücksichtigen: Es gilt jedoch, die Naturbäder in Rothenkirchen und Nordhalben bleiben aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos bis auf Weiteres geschlossen. "Wir sind mit unseren Kollegen des Naturbades Pressig-Rothenkirchen in Kontakt, sollte sich was Neues ergeben, werden wir euch umgehend informieren", sagte Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW).

Manfred Köstner (CSU) ging darauf ein, dass der Förderverein Naturerlebnisbad gerne ein Konzept ausarbeiten würde, wie eine Öffnung, sollte sie genehmigt werden, trotzdem gehändelt werden kann. Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) schien davon nicht gerade begeistert, denn das Infektionsrisiko sei doch sehr hoch und der Personalaufwand mit mindestens sechs Personen nicht leicht zu bewältigen. Hans Blinzler (CSU) und Margarete Wunder-Blinzler (CSU) unterstützten den Vorschlag von Manfred Köstner und auch Bernd Daum (FW) meinte, dass man ja ein Hygiene- und Betriebskonzept erstellen kann. "Ob und wann wir aufmachen können, wird sich erst noch herausstellen. Aber es wäre dann alles vorbereitet", sagte Daum. Es wurde dann verabredet, sich zu Gesprächen zu treffen.

Erhöhung ab 1. Januar

Die Anhebung der Nutzungsentgelte für die Nordwaldhalle und die terminliche Einführung sorgten für viel Diskussionsstoff im Gemeinderat. Eigentlich sollte ab September die neue Regelung gelten, doch nach einigem Hin und Her einigte man sich schließlich auf den 1. Januar 2021 als neuen Termin für die Erhöhung.

Das Argument von Ludwig Pötzinger (FW), ein Zeichen für die Finanzaufsicht zu setzen und im Herbst zu erhöhen, wurde verworfen, denn es zählt eigentlich nur, dass und nicht wann man etwas unternimmt.

Folgende Beträge wurden für die sportliche Nutzung der örtlichen Vereine festgelegt: 7 Euro je Stunde für die kleine Halle, 11 Euro für die große Halle und 14 Euro für die Gesamthalle. Die Nutzungsentgelte für auswärtige Vereine oder Veranstaltungen wurden ebenfalls angepasst.

In diesem Zuge wurde über die Öffnung der Nordwaldhalle für den sportlichen Bereich diskutiert. Geschäftsleiter Joachim Ranzenberger klärte darüber auf, dass man eigentlich dachte, der Verein, der die Halle nutzt, sei für alles verantwortlich. Dem ist nicht so. Verantwortlich ist der Betreiber, also die Gemeinde Nordhalben. Sollt nun etwas beim Betrieb vorkommen, sei man voll dafür haftbar. Außerdem dürfte eine Übungseinheit nur eine Stunde dauern und danach muss die gesamte Luft ausgetauscht werden. Das würde in der Praxis nicht funktionieren und deshalb kann ein Betrieb noch nicht gestattet werden.

Der 1986 gebaute katholische Kindergarten St. Bartholomäus ist schon etwas in die Jahre gekommen und es besteht Handlungsbedarf. Die Gemeinde Nordhalben ist in Absprache mit dem Erzbischöflichen Ordinariat für die technischen Anlagen und das Gebäude zuständig. Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) betonte, dass der Kindergarten als Standortfaktor sehr wichtig ist. Man möchte auf das Förderprogramm des Freistaates Bayern zugreifen, das mit 75 Prozent Zuschüssen hilft, außerdem käme von Bamberg die Zusage für 10 bis 15 Prozent Zuschuss. Der Rest sei in zwei Jahren im Haushalt zu schultern.

Fraktionsvorsitzender Bernd Daum (FW) meinte, dass man auf alle Fälle etwas tun soll, denn dies sei eine Zukunftsinvestition, um junge Familien zu halten und Zuzüge möglich zu machen. Auch Michael Wunder, Fraktionsvorsitzender CSU, meinte, man solle die Arbeiten zügig durchführen, also nicht so ein Stückwerk wie bei der Grundschule. "Wir müssen optimistisch in die Zukunft sehen und das Projekt angehen", sagte der dritte Bürgermeister. Einstimmig wurde die Grundsatzentscheidung für die Sanierung des Kindergartens getroffen. Die Vergabe der Planungsleistung soll aber erst in der nächsten Sitzung erfolgen.

Rampe für die Leichenhalle

Bernd Daum (FW) vom NohA-Friedhofsteam informierte darüber, welche Projekte geplant sind und vom Gemeinderat genehmigt werden müssen. Das Hauptaugenmerk wolle man dieses und nächstes Jahr auf den Bau einer Rampe an die Leichenhalle werfen. Ziel ist es, einen behindertengerechten Zugang zu schaffen, denn die drei Stufen, die hinaufführen, sind für viele schwer zu bewältigen, besonders mit Rollatoren oder Rollstühlen.Die Rampe wird circa sechs Meter lang und hat eine Absturzsicherung. Das Gefälle beträgt sechs Prozent und die Umsetzung soll wenn möglich noch in diesen Herbst, spätestens als erstes Projekt 2021 durchgeführt werden.

Als zweites Vorhaben gilt die Sicherung des Abhangs bei den neunen Urnengräbern durch Steinplatten. Dies soll Stück für Stück erfolgen, immer wenn ein Grab aufgelöst wird. Zweiter Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) bemerkte, dass man als Gemeinde nichts dagegen sagen könne, wenn ein Verein etwas macht. Noch dazu, wenn alles durch Spenden finanziert wird. Er sagte herzlichen Dank an das gesamte Friedhofsteam. Einstimmig wurde die Durchführung genehmigt.

In diesem Zuge brachte Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) das Ärgernis der falschen Mülltrennung im Friedhof vor. Im Grüncontainer landen immer wieder andere Abfälle wie Plastik usw., die die Entsorgungskosten verdoppeln. Es sind genügend Tonnen vorhanden, auch für Plastik- und Restmüll. Er appellierte an die Friedhofsbesucher, sich daran zu halten und wenig Plastik zu verwenden und wenn, dann wenigstens richtig zu entsorgen. Die Anfrage von Luisa Hertel (CSU), an jedem Ausgang einen Behälter aufzustellen, fand Bernd Daum (FW) vom ästhetischen Anblick her nicht gerade schön.

Aus dem Gemeinderat

Ausschüsse Die Ausschüsse des Marktgemeinderates, in denen Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) automatisch Vorsitzender ist, setzen sich wie folgt zusammen:

Zukunftsausschuss: Albert Färber (FW), Michael Büttner (FW), Margarete Wunder-Blinzler (Manfred Köstner (CSU), Luisa Hertel (CSU), Julian Wachter (SPD).

Bauausschuss: Ludwig Pötzinger (FW), Albert Färber (FW),

Hans Blinzler (CSU), Manfred Köstner (CSU), Michael Franz (SPD).

Rechnungsprüfungsausschuss (hier ist der Bürgermeister nicht vertreten): Vorsitzender Michael Franz, (FW), stv. Vorsitzender Bernd Daum (FW), Horst Wolf (FW), Michael Wunder (CSU), Luisa Hertel (CSU),Michael Franz (SPD).

Standesamt Einstimmig wurde vom Marktgemeinderat der Dritte Bürgermeister Michael Wunder (CSU) zum Eheschließungsstandesbeamten für Nordhalben für 2020/2026 bestellt. Das Standesamt ist zwar nach Kronach ausgelagert, aber Eheschließungen können weiterhin in Nordhalben stattfinden und nun auch mit einem einheimischen Standesbeamten.

Sperrung Die Bahnhofsstraße bleibt weiterhin gesperrt. Hier gab es ein Fehlverhalten der Baufirma, die nun nachbessern und Entschädigung leisten muss, informierte der Bürgermeister.

Parksituation Die Parksituation an der Nordhalbener Hauptstraße und auf den Gehwegen ist teilweise zur Anzeige gebracht worden. Es findet nun eine Besprechung mit der Polizeiinspektion Ludwigsstadt und dem Landratsamt Kronach statt, um die Situation vor Ort abzuklären.

Allwetterplatz Michael Büttner (FW) hatte in einem Brief an die Gemeinde Nordhalben Beschwerden eines Anwohners wegen der Lärmbelästigung auf dem Allwetterplatz weitergegeben. Es wurde diskutiert, hier feste Öffnungszeiten festzulegen. Doch waren sich alle einig, dass man zuerst an die Vernunft der Nutzer des Allwetterplatzes appellieren sollte. Hans Blinzler (CSU) meinte, dass Verbote nur Sinn machen, wenn man sie auch lückenlos überwachen kann. Es soll nun ein Appell in das Mitteilungsblatt und in Facebook erscheinen, der an die Vernunft der Kinder und Jugendlichen gerichtet ist. Außerdem soll ein Schild zur Information aufgestellt werden.sd