Der Marktgemeinderat Pressig machte am Dienstag einen großen Schritt in Richtung Kindergartenerweiterung des Kindergartens St. Franziskus in Rothenkirchen. Bahnbrechend ist hierfür vor allem, dass man ein Ausweichquartier für die Kindergartenkinder während der Baumaßnahme gefunden hat. Die Besitzerin des ehemaligen Textilfachgeschäftes, Scherbel Mode und Sport in Rothenkirchen, Brigitte Porzelt, erklärte sich bereit, ihre ehemaligen Verkaufsräume zur Verfügung zu stellen und in eine Kindertagesstätte umbauen zu lassen.

"Damit ist ein großer Schritt getan und wir können endlich nach vorne schauen und den Umbau-, Sanierungs- und Erweiterungsbau am Kindergarten St. Franziskus in Angriff nehmen", freute sich Bürgermeister Stefan Heinlein. Langfristig gesehen könnte das Gebäude des ehemaligen Modehauses sogar als dritter Kindergarten im Markt Pressig dienen. Doch es war ein weiter und schwieriger Weg bis dahin, ließ der Bürgermeister durchblicken. Der Umbau und die Erweiterung des bestehenden Kindergartens war schon 2018 vom Ratsgremium beschlossen. Doch dann kam im Herbst 2018 vom Gesetzgeber ein neues Raumprogramm. Ab diesem Zeitpunkt musste alles wieder umgeplant werden, denn es waren weitere Räumlichkeiten erforderlich. Die ursprüngliche Planung bezog sich auf eine Fläche von 122 Quadratmetern, die neue Planung wurde auf 202 Quadratmeter ausgeweitet. Daraus resultiert auch die Kostensteigerung für den Anteil des Marktes Pressig auf circa 400 000 Euro, statt der im Jahr 2018 errechneten rund 250 000 Euro.

Für Umbau, Erweiterung und Teilsanierung des katholischen Kindergartens St. Franziskus Rothenkirchen hat das Architekturbüro Schöttner, Wallenfels, im Jahr 2019 Gesamtkosten von 1 368 542 Euro errechnet, der geschätzte Anteil für den Markt Pressig lag damals bei 398 261 Euro.

Eine optimale Lösung

Architekt Schöttner rechnet damit, dass das umgebaute Ausweichquartier im Frühjahr 2021 fertig ist. Danach sollen der Umbau und die Erweiterung des bestehenden Kindergartens erfolgen, deren Bauzeit auf eineinhalb bis zwei Jahre geschätzt wird. Der Kindergarten wird dann über Gruppenräume für 50 Kinder und zwölf Krippenkinder verfügen.

Einigkeit herrschte darüber, dass das seit etwa drei Jahren geschlossene Textilgeschäft eine optimale Lösung ist, da sich das Gebäude fast in unmittelbarer Nähe des bestehenden Kindergartens befindet und auch noch ein Teil des Gartens genutzt werden darf. In einem Planungstreffen aller Beteiligten am 16. September wurden die Umbaukosten auf insgesamt 232 000 Euro geschätzt. In der Sitzung am Dienstag stimmte das Gremium einer 50-Prozent-Beteiligung an den Umbaukosten einstimmig zu. Bürgermeister Heinlein sprach von einer längerfristigen Lösung, "wir denken über zwei bis drei Jahre hinaus in die Zukunft", meinte er.

Architekt Kersten Schöttner stellte zuvor das Umbau- und Erweiterungskonzept des bestehenden Kindergartens und auch des Ausweichquartiers mit rund 400 Quadratmeter Raumfläche vor. Auch der bestehende Kindergarten wird um circa 200 Quadratmeter auf insgesamt 429 Quadratmeter Nutzfläche erweitert.

Ferner beschloss das Gremium den zusätzlichen Ausbau eines Teilstückes der Straße in Richtung Friedersdorfer Mühle im Zuge der Dorferneuerung Friedersdorf. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Vergabe an den wirtschaftlich günstigsten Anbieter vorzunehmen.

Zur Sanierung der Flurwege in Welitsch wurde im Zuge eines Nachtragsangebotes der Auftrag an die Firma Guttenberger zu einer Auftragssumme von 77 853 Euro vergeben. Bauamtsleiter Andreas Schorn ließ anklingen, dass die Sanierung der 700 Meter langen Fahrbahn nicht nur Land- und Forstwirtschaft diene. Sie diene auch zur touristischen Aufwertung des Weißbachgrundes in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Stockheim.

Aus dem Gemeinderat

Turnhalle Unter Sonstiges wies Andrea Andera (Bürgerschaf(f)t) darauf hin, dass die Turnhalle an der Schule Pressig ab 12. Oktober wieder von Vereinen genutzt werden kann.

Verkehr Hasan Dag bat darum, sich im Gremium Gedanken über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in der Ortsdurchfahrt Rothenkirchen zu machen. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass es sich um eine Kreisstraße handelt. Reinhold Heinlein meinte, die Anregung von Hasan Dag könne man bei einer Verkehrsschau ansprechen und prüfen lassen.

Holzabfuhr Thomas Günther bat die Marktgemeinde, bezüglich Holzabfuhren durch Waldbesitzer momentan etwas großzügiger wegen Straßenschäden zu verfahren. Wenn alles vorbei sei mit den derzeit laufenden großen Holzabfuhrmengen, werde man versuchen, alles wieder in Ordnung zu bringen.

Ortsentwicklung Christian Haderlein (CSU) beantragte im Namen der CSU- Fraktion, die Verwaltung solle Kontakt mit einem Büro für Städtebau, Stadtentwicklung und Bauleitplanung aufzunehmen, um die zukünftige Entwicklung im Markt Pressig fachlich zu unterstützen, vor allem im Bereich Flächennutzung und Bebauungsplanung, Dorfentwicklung sowie Dorferneuerung. Dieser Antrag soll in der nächsten Sitzung dem Gremium zur Abstimmung vorgelegt werden.