Die Marktgemeinde Pressig wird sich intensiv in den nächsten Monaten und Jahren mit der Verbesserung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung beschäftigen. Erste wichtige Weichen wurden in der Sitzung am Dienstag gestellt. Weil es bald zum Ausbau der Kreisstraße 3 von Pressig nach Eila mit Anlage von Gehweg kommen wird, wäre dies für den Markt Pressig eine gute Gelegenheit, sich mit der Sanierung/Erneuerung der unterirdisch verlegten Leitungssysteme zu befassen, so Bürgermeister Stefan Heinlein (CSU).

Wie Bauamtsleiter Andreas Schorn informierte, wurden die Ingenieurleistungen für die Erneuerung der Wasserleitung von Pressig nach Eila aufgrund eines Planungskonzeptes aus dem Jahr 1993 an SRP Schneider & Partner Ingenieur- Consult Kronach zum vorläufigen Gesamthonorar von 51 845,30 Euro vergeben.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die hydraulische Überrechnung und Sanierungsplanung des Kanalleitungsnetzes für die Ortsteile Pressig und Eila. In diesem Zusammenhang will man die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes, also die Hydraulik, überprüfen lassen (auch wichtig im Hinblick auf den Klimawandel mit starken Regenfällen). Die hydraulische Berechnung und Sanierungsplanung des Kanalnetzes für die beiden Ortsteile Pressig und Eila werden an das Ingenieurbüro Proterra aus Knetzgau zum Preis von 93 389,76 Euro vergeben. Es handelt sich um circa 25 Kilometer Kanalleitungen.

Reinhold Heinlein (CSU) meinte, seit Jahren warte man auf ein Ergebnis. Es sei an der Zeit, dem Gremium ein Gesamtkonzept vorzustellen. Es seien mehrere Probleme bekannt, besonders am Anger gebe es immer wieder Klagen über überlastete Kanalisation, so Heinlein.

Zu viel Fremdwasser

Dritter Bürgermeister Klaus Dressel fand es an der Zeit, zu handeln, schon seit 2012 habe man zu viel Fremdwasser zu beklagen. Die Aufsichtsbehörde habe deshalb schon die Kommune mit einer Zusatzabgabe belastet, die man nun durch entsprechendes Handeln vermeiden könne. Er stellte den Antrag auf einen umfangreichen Sachstandsbericht, damit das Gremium entscheiden kann, wo der Hebel anzusetzen ist.

Dem schloss sich Thomas Günther (Bürgergemeinschaf(f)t) an. Als neu ins Gremium gewählter Marktgemeinderat brauche er mehr Informationen, um den komplexen Sachverhalt verstehen zu können. Daher bat auch er um mehr Aufklärung.

Im Zuge der Straßenentwässerung beim Ausbau der KC 3 im Ortsbereich von Eila bedarf es ebenfalls hydraulischer Berechnungen, einmal für den Lauterbach und zum anderen für den Graben parallel zur KC 3. In Absprache mit dem Landratsamt werden die Kosten laut Bürgermeister Heinlein zwischen Landratsamt und Markt Pressig geteilt. Die hydraulischen Berechnungen wurden an die Köhler Ingenieurgesellschaft Bad Steben zum Gesamtpreis von 9821,56 Euro vergeben (Gemeindeanteil Pressig 4910,63 Euro).

Zuschuss für Jugendarbeit

Der Sitzungsvorsitzende informierte über einen Antrag des Jugendbeauftragten Ralf Schmidt in Zusammenarbeit mit Florian Müller auf einen jährlichen Zuschuss für kommunale Kinder- und Jugendarbeit im Markt Pressig. Im Antrag wird um 1200 Euro gebeten, mit der Option, die nicht verbrauchten Haushaltsmittel in das folgende Haushaltsjahr zu übertragen.

Bürgermeister Heinlein schlug dem Gremium vor, einem Betrag von 600 Euro zuzustimmen, die Initiative sei grundsätzlich zu begrüßen. Christian Haderlein (CSU) ist grundsätzlich dafür, seitens der Gemeinde Geld für die Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Das Gemeindeoberhaupt ergänzte, dass man auch Vereine mit ins Boot nehmen werde. Dem Antrag wurde einstimmig stattgegeben.

Nach Erörterungen von Ralf Schmidt über das Projekt "Jugend entscheidet" beauftragte das Gremium einstimmig die Jugendbeauftragten, die Bewerbung für "Jugend entscheidet" für den Markt Pressig zu erstellen und bei erfolgreicher Auswahl zusammen mit der Verwaltung und dem Marktgemeinderat das Projekt zu begleiten.

Für den Jahresabschluss 2018 informierte Geschäftsleiter Antonio Sauchella über einen Bilanzverlust in Höhe von 40 325,45 Euro. Thomas Günter stimmte der Feststellung der Jahresrechnung 2018 zwar zu, bat aber möglichst zeitnah um mehr Informationen, wie ein solcher Jahresverlust zustande kommt.

Der Opfer von Wien gedacht

Eingangs der Gemeinderatssitzung stellte Hasan Dag (SPD) den Antrag auf eine Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlags in Wien mit der Begründung, Anteilnahme und Solidarität mit den Opfern im Nachbarland zu zeigen und somit auch ein Zeichen der Demokraten zu setzen, die gegen jede Art von Terror sind.

Bürgermeister Stefan Heinlein begrüßte den Antrag und alle Räte sowie Besucher erhoben sich im Gedenken an die Opfer von Wien.

Aus dem Gemeinderat

Straßenbau Bürgermeister Stefan Heinlein informierte über den Sachstand verschiedener Maßnahmen. Mit der Erneuerung der Fahrbahndecke und den Ausbesserungen im Untergrund der Straße im Weißbachgrund von Neukenroth nach Welitsch wurde am 28. Oktober begonnen. Die Fertigstellung erfolgt bis spätestens Ende November.

Der Bau der Gartenstraße in Pressig macht gute Fortschritte, es wurden auch bereits Glasfaserleitungen verlegt.

Auch die Sanierungsarbeiten der Höhgasse in Größau konnten abgeschlossen werden. Die Entwässerungsgräben wurden umgebaut beziehungsweise erneuert und notwendige Asphaltierungsarbeiten ordnungsgemäß ausgeführt.

Ende Oktober wurde mit der Erneuerung des Brückenbauwerks in Marienroth über die Teuschnitz begonnen. Zusammen mit der Bahn konnten Sanierungsmaßnahmen der Unterführung am Bahnhof und um das Bahnhofsgelände erreicht werden.

Schule In der Mittelschule Pressig wurden Klassenzimmer im ausgebauten Dachgeschoss freigegeben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 550 000 Euro, dafür ist ein Zuschuss von 331 000 Euro zu erwarten.

Zwei "Grüne Klassenzimmer" und ein Naturlehrpfad sollen in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und Mitarbeitern des Naturparks Frankenwald zusammen mit der Grund- und Mittelschule Pressig realisiert werden. Für Thomas Günther handelt es sich hierbei um eine sehr sinnvolle und begrüßenswerte Initiative. Er findet, man solle den heimischen Wald mehr schätzen und in den Vordergrund stellen, auch was Holz und Holzhackschnitzel als Energieträger anbelangt. Dazu galt ein Lob dem Gremium, das für Schule und Kindergarten in Rothenkirchen eine Holzhackschnitzel-Heizung in Erwägung zieht.

Kläranlage Mit Mitarbeitern des Bauhofes wurde durch eine Fachfirma der Hauptzulauf zum Klärwerk erneuert. Dazu wurde ein neuer energieeffizienter Sauerstoff-Kompressor zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung der Belebungsbecken eingebaut.

Abriss Die Abrissarbeiten am leerstehenden ehemaligen Wohngebäude Badstraße 69 beginnen am 9. November.

Corona Ab sofort wurden Turnhallen und Dorfgemeinschaftshäuser im Marktgemeindebereich wegen Corona geschlossen.

Verwaltung Bürgermeister Heinlein freute sich, mit dem 34- jährigen Jürgen Fischer einen neuen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung für das Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung und Bürgerbüro vorstellen zu können.