Mitmachen, beobachten, anfassen und erforschen ist bei der Sonderausstellung "Pop up Cranach" ausdrücklich erwünscht. Der Fürstenbau der Festung Rosenberg platzte am Samstag bei der Ausstellungseröffnung nahezu aus allen Nähten. Und das nicht nur aus Platzgründen, sondern vor allem aus Entdeckerlust und Freude der vielen Besucher.


Faszinierende Künstler

Jeder will mitmachen, entdecken und die zwei faszinierenden Künstler des Mittelalters in der neuen und interaktiven Ausstellung kennenlernen: Lucas und Lucas Cranach, Vater und Sohn. Die Besucher der Ausstellungseröffnung sind begeistert und machen sich auf eine spannende Entdeckungsreise durch ausgewählte Schlüsselwerke Cranachs. Mit dem "Stadtplan durch die Cranach-City" haben die Besucher Gelegenheit, die Kinderausstellung selbst zu erleben und alles auszuprobieren. Tanzend, telefonierend, staunend und forschend stöbern die Gäste durch die dreidimensionalen Kunstwerke. Das begehbare Studierzimmer des Hieronymus, Cranachs Büro, ein Laub- und Lauschzelt, das Labor der Bildgeheimnisse, das lebendige Wimmelbild oder der Tanzpalast lassen nicht nur die Herzen der Kinder, sondern auch die der Erwachsenen höher schlagen.


Die Renaissance entdecken

"Eine einzigartige Sonderausstellung für Kinder, Jugendliche und die ganze Familie", fasste Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) zusammen und erklärte, dass Kinder auf spannende und spielerische Weise angesprochen werden und die Zeit der Renaissance entdecken können. "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", erinnerte Petra Platzgummer-Martin, Regierungsvizepräsidentin von Oberfranken, bei der Eröffnung. Denn diese Redensart erweise sich besonders als richtig, wenn es um Kultur gehe: "Wir müssen die Freude an Kunst in jungen Jahren wecken. Das wird sich auszahlen, auch wenn es erst in Jahrzehnten ist." Denn das Kennenlernen der Ikonographie und das damit verbundene Entschlüsseln der Bilder gebe es nicht nur in der Vergangenheit: "Das ist auch für Erwachsene interessant", betonte Petra Platzgummer-Martin.


Unbekanntes und Ungewöhnliches

"Die Leute sind begeistert, es hat funktioniert", fasst Claudia Lorenz, die Leiterin des Kindermuseums "Alice" zusammen. Besonders zufrieden sei die Initiatorin mit den Räumlichkeiten auf der Festung Rosenberg: "Es ist toll, wie es hier aufgebaut ist", staunt Lorenz über die labyrinthische Anordnung der einzelnen Stationen und Räume. Es war der Leiterin wichtig zu zeigen, dass die Cranachs keine alten verstaubten Maler sind, sondern dass sie auch noch heute wichtig sind: "Das Unbekannte und Ungewöhnliche soll die Kinder ver- und entführen", so Claudia Lorenz. Als Bilderdetektive sollen Kinder angeregt werden, die Schlüsselwerke zu begreifen und ihre eigenen Spuren zu legen: "Es soll eine moderne und frische Ausstellung sein. Kinder sollen mit wachen Blick für Kunst in unsere heutige Zeit zurückgehen."

Auch Kreiskulturreferentin Gisela Lang ist von der Ausstellung begeistert. Ihrer Meinung nach sei diese genauso für Erwachsene geeignet: "Mir hat besonders die Schattentheaterstube gefallen", erzählt sie erfreut. "Insgesamt sind die Inhalte zwar verknappt, aber dafür umso intensiver dargestellt", freut sich Lang über die gelungene Idee. "Das ist ein schöner Ansatz."

Bis zum 26. Juni wird die Ausstellung die Cranach-Stadt bereichern. 16 Anmeldungen von Schulen aus dem Landkreis Kronach stehen bereits auf der Liste des Tourismusbetriebs der Stadt Kronach. "Voraussetzung für die Ausstellung war die Schulung unseres Personals", erklärt Kerstin Löw, Leiterin des Tourismusbetriebs der Stadt Kronach, die Personallage: "Schulklassen oder Einzelreisende sollen nicht allein gelassen werden. Sie bekommen von uns eine Einführung."
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