Betroffen seien bislang insbesondere die Regionen Bamberg, Bayreuth und Hof gewesen. Da die meisten Opfer aus dem russisch sprechenden Raum sind, sei es für die Polizei schwierig die Opfer zu informieren. Im Internet hat das Präsidium deshalb Flyer auf Russisch veröffentlicht. Diese wurden auch in dem persönlichen Umfeld dieser Personengruppe ausgelegt. "Wir wollen hier präventiv ansetzen", sagt Anne Höfer.

Ähnlich funktioniert die Betrugsmasche mit dem Enkeltrick. Der vermeintliche Enkel meldet sich per Telefon und verlangt eine große Bargeldsumme, die ein Bekannter abhole. Bislang sei es in diesem Jahr zu 44 Fällen in Oberfranken gekommen. Acht mal kam es zur Geldübergabe, bei denen die Senioren um knapp 61 000 Euro betrogen wurden.


Sollte sich ein Schockanrufermelden, rät das Polizeipräsidium Oberfranken: Lassen Sie keine fremden Personen in die Wohnung. Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht kennen und verraten Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen. Fragen Sie bei dem Telefonat nach persönlichen Dingen, die nur Ihr Verwandter beantworten kann. Rufen Sie die Ihnen bekannte Nummer Ihres Verwandten an. Ziehen Sie im Zweifelsfall Familienmitglieder oder unverzüglich die Polizei hinzu. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen.

Der Schockanruf ist aber nicht die einzige Masche, mit der Betrüger Kasse machen wollen:

1. Ein Betrugsklassiker ist das Gewinnversprechen, das per Brief, Mail oder Telefonat überbracht wird. Der Haken: Bevor der Gewinn ausbezahlt werden kann, muss zuerst ein Betrag auf ein Konto überwiesen werden. Bei Mails, in deren Betreff Versprechen wie zum Beispiel "You are a winner!" stehen, rät die Polizei deshalb zur Vorsicht.

2. Mit einer neuen Phishing-Masche versuchen Internetbetrüger, Kunden beim Onlinebanking hereinzulegen. Den Kunden verschiedener Banken und Kreditinstitute wird dabei von einem Trojaner, einer getarnten Schad-Software, auf ihrem Rechner vorgegaukelt, dass auf ihrem Konto fälschlicherweise eine Gutschrift erfolgt sei. Diese Fehlbuchung solle nun zurücküberwiesen werden. Dazu müsse man nur auf den Link "Rückzahlung" klicken und in die Maske mit der vorausgefüllten Überweisung eine Transaktionsnummer (TAN) eingeben. Eine Überprüfung des eigenen Kontostandes am mit dem Trojaner infizierten Rechner täuscht den Online-Kunden vor, dass auf seinem Konto tatsächlich eine Gutschrift erfolgt sei. Mit der preisgegebenen TAN ist tatsächlich eine Rückzahlung zu Gunsten eines von den Tätern eigens eingerichteten Kontos erfolgt.

3. Beim Facebook-Betrug hacken die Betrüger ein Facebook-Konto und nutzen einen SMS-Zahlungsdienst, der den ahnungslosen Facebook-Freunden eine hohe Telefonrechnung beschert. Es gibt mehrere Gründe, warum die Täter damit erfolgreich sind: Zunächst werden die Geschädigten von einem Freund auf Facebook angeschrieben. Dass dessen Facebook-Konto gehackt wurde, ahnen sie nicht. Der Freund benötige ihre Nummer, da er sich beispielsweise ein neues Handy gekauft hat. Wenig später gehen auf der übermittelten Nummer eine oder mehrere SMS vom Bezahlungsdienst Zong ein. Darin wird gebeten, einen Code zu bestätigen und eine SMS zurückzusenden. Sobald der Empfänger dies tut, wird die nächste Rechnung seines Mobilfunkanbieters oder die Prepaid-Karte mit dem in der SMS genannten Betrag belastet.

4. Auch Auktionsplattformen im Internet wie Ebay werden für Betrügereien missbraucht. Die meisten Anzeigen der Betroffenen richten sich gegen die Anbieter von Gegenständen, die von den Geschädigten ersteigert und bezahlt wurden, aber von den Verkäufern nicht geschickt bekamen. Eine immer wieder festgestellte Betrugsart sind gehackte Ebay-Konten: Mit den ergaunerten Zugangsdaten wird reger Handel auf der Plattform betrieben. Dabei können die Täter sowohl Waren erhalten, die sie auf fremden Namen bestellt haben, aber auch Waren verkaufen, die sie gar nicht besitzen. Auch nach einer Auktion können Betrüger noch tätig werden. Nach Abschluss einer Ebay-Auktion wird dem überbotenen Teilnehmer die Ware außerhalb der Auktion nochmals angeboten. Die Täter bieten die Waren direkt dem Opfer an, ohne sich an die Sicherheitsvorschriften der Auktionsplattform Ebay zu halten.

5. Auch hinter einer Verkaufsannonce kann ein Betrüger lauern. Er gibt vor, sich für den angebotenen Gegenstand zu interessieren. Per Post schickt er einen vollkommen überhöhten Scheck und bittet den Empfänger, die Differenz zwischen dem Kaufbetrag und dem Scheck über einen Bargeld-Transfer-Service (z.B. Western Union), oder auf ein Bankkonto im Ausland zu überweisen. Der Scheck ist nach dem Einlösen bei der Bank auch gutgeschrieben. Was der Betrogene häufig übersieht, ist die Tatsache, dass dies nur unter Vorbehalt geschieht. Der Betrag kann innerhalb von 180 Tagen vom Gutschriftskonto zurück gebucht werden. Platzt der Scheck, bucht die Bank den gutgeschriebenen Betrag zurück, der Verkäufer bleibt auf der Differenz sitzen.