Zehn Abende hat Kronach geleuchtet. Zum mittlerweile achten Mal. 150 Helfer von "Kronach Creativ" hätten das Lichtfest überhaupt erst möglich gemacht, sagt Rainer Kober, der Vorsitzende des Vereins. 90 000 Besucher hätten die Veranstaltung gesehen, schätzt er - zehn Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. "Am Mittwoch haben uns die Leute überrannt und am vergangenen Freitag und Samstag war die Stadt auch brechend voll", bestätigt Projektleiter Klaus Metzler.

Rainer Kober ist zufrieden, wenn er auf die vergangenen beiden Wochen zurückblickt: "Die Spannung ist immer da. Ob das Event vom Künstlerischen her gut ankommt. Zweitens, ob die finanziellen Ergebnisse entsprechend sind. Und drittens, ob das Wetter mitspielt. Alle drei Komponenten waren stimmig." Das Wetter war trocken, es gab kaum Vandalismus und die Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro sind durch die Spendeneinnahmen gedeckt.


Gastronome spenden mehr

Vor allem freut sich Kober, dass mit den Wirten der Oberen Stadt, wo die Veranstaltung stattfindet, eine Übereinkunft getroffen wurde. Denn die profitieren von den zusätzlichen Besuchern, haben aber laut Kober in den vergangenen Jahren aber vergleichsweise spärlich gespendet. Doch das, betont er, sei inzwischen anders - "mit ganz wenigen Ausnahmen". "Dieses Jahr bin ich wirklich zufrieden. Das ist auf einem guten Weg."

Doch gerade bei den Spenden der Besucher gebe es noch Luft nach oben. Ohne zu betteln, möchte Rainer Kober künftig stärker darauf hinweisen, dass "Kronach leuchtet" Spenden braucht. "Daran werden wir noch arbeiten."
Geld braucht "Kronach Creativ", um investieren zu können. Hier gebe es "immer Nachholbedarf". Schirme, Beleuchtungsmaterial, vieles werde bisher ehrenamtlich beigesteuert. Auch zusätzliche Kabel kann Klaus Metzler gut gebrauchen. "Es kommen immer viele Ideen zusammen", sagt Klaus Metzler, " aber wir hatten in unserem Bestand kein einziges Kabel mehr."

Eine Lichtakademie in Kronach?

Gelohnt hat sich für die Organisatoren von "Kronach leuchtet" auch der neue Termin im Mai. Erstmals gab es vier Workshops für rund 30 Studenten aus Coburg, Leipzig, Wismar und Turin. Durch die Semesterferien beziehungsweise die Prüfungen hätten die im Juli nicht teilnehmen können.

Um die Studenten geht es "Kronach Creativ": "Wir wollen auf alle Fälle die Workshops mit den Studenten weiter ausbauen", sagt Rainer Kober. "Wir haben die Vision einer Lichtakademie im Kopf." Lichtakademie, das würde bedeuten: Die Theorie wird an der Fachhochschule Coburg gelehrt und die praktischen Kurse könnten die angehenden Lichtdesigner in Kronach absolvieren. Doch das ist das Fernziel. Fürs erste soll die Zusammenarbeit mit den Hochschulen vertieft werden. Zu diesem Zweck wird Klaus Metzler nach Turin fahren, um weiter dafür zu werben, dass die Studenten beim Lichtfest in Kronach mitmachen.

Dabei ist "Kronach leuchtet" in den Licht-Fachkreisen inzwischen zum Begriff geworden. Allein in diesem Jahr haben bereits zwei Licht-Fachzeitschriften darüber berichtet.