Höchstpräzise Technik im "Grünen" bietet und fertigt das Familienunternehmen Wunder Formenbau in Nurn. Die oberhalb der Ködeltalsperre gelegene Firma fertigt seit vielen Jahrzehnten Präzisionsarbeit im Werkzeug- und Formenbau.

Nunmehr konnte man sich über eine hohe Auszeichnung freuen. Die Wunder Formenbau GmbH wurde beim Wettbewerb "Excellence in Produktion" Finalist in der Kategorie "Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter". Andreas Wunder, einer der beiden Juniorchefs, erklärt, dass die Teilnahme eine komplexe und aufwendige Geschichte sei. Allein die Beantwortung der umfangreichen Online-Fragebögen nehme einige Arbeitstage in Anspruch, schließlich würde dabei der gesamte Betrieb überprüft. In diesem Jahr haben 278 Betriebe aus dem deutschsprachigen Raum teilgenommen. Lag man in den vergangenen Jahren schon gut im Rennen, so gehörte man in diesem Jahr zu den vier besten Betrieben. "Dieser Preis, den das angesehene Frauenhofer-Institut für Produktionstechnik (IPT), sowie das Werkzeugmaschinen Labor (WZL) der Universität RWTH Aachen verleiht, ist für uns schon eine große Auszeichnung", sagte Andreas Wunder. Dieser hat die Idee für die Teilnahme an diesem Wettbewerb von seiner Studienzeit in Ingolstadt mitgebracht und war über den Erfolg genauso überrascht und glücklich wie sein Bruder Johannes, der sich vorwiegend um die "Technik" bei den Wunders kümmert.

"Wir wurden von drei externen Auditoren vor Ort bis ins Detail überprüft und können daraus auch entsprechende Rückschlüsse auf unser Unternehmen ziehen", betonen die beiden Jungingenieure übereinstimmend. Für sie sind die Kennzahlen der Auswertung auch deshalb interessant, weil sie weitere Verbesserungen sowohl bei der Ausstattung als auch den ohnehin schon gut laufenden Betriebsabläufen vornehmen können.

Wie Andreas Wunder erklärt, ist etwa die Hälfte der 48 Mitarbeiter im Werkzeugbau beschäftigt. Dabei fertigt man vorwiegend für die Automobilindustrie. Ein kleinerer Teil der in Nurn gebauten Formen geht an die Medizin- sowie die Elektrotechnik. Darüber hinaus fertigt man in der hauseigenen Spritzerei Kunststoffteile. "Die Kombination aus Formenbau und Spritzgussfertigung gibt uns einen entscheidenden Vorteil", sind sich die beiden Brüder einig.

Die Geschäftsführung liegt derzeit noch in den Händen ihres Vaters Bernhard Wunder, der mit seiner Frau Gisela seit vielen Jahren das Unternehmen erfolgreich leitet. So wurden in den vergangenen Jahren auch zahlreiche Investitionen in Nurn getätigt, wo hochmoderne Fräs-, Dreh- und Erodiermaschinen rund um die Uhr laufen. Um mit Niedriglohnländern wie China oder in Osteuropa mithalten zu können, mussten neue Wege beschritten werden. Mit den durchgeführten Automatisationslösungen konnten die Durchlaufzeiten mittlerweile drastisch reduziert werden. War ein Bauteil früher gefühlte vier Wochen auf der Maschine, ist es heute innerhalb von drei Tagen fertig gestellt. Nur so kann Wunder langfristig konkurrenzfähig bleiben, weil man kürzere Lieferzeiten mit gleichzeitig höherer Qualität garantieren kann. Nicht zuletzt deshalb ist Wunder stets auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern.

Mittlerweile ist das Familienunternehmen Wunder in dritter Generation und stellt sich der Herausforderung, kostengünstige Werkzeuge von der Konstruktion hin bis zum Serienanlauf am Standort in Nurn zu fertigen.