Zauberhafte Kirschblüten, eine geheimnisvolle Himmelsleiter, ein Wunderland aus Pilzen, futuristische Transportmöglichkeiten und verführerische Lollis - diese fünf mit großer Kreativität und Liebe zum Detail umgesetzten Lichtinstallationen bringen seit kurzem das Kaspar-Zeuß-Gymnasium zum Leuchten. Geschaffen für das coronabedingt abgesagte Event "Kronach leuchtet" setzen die Kunstwerke nun an der Schule stimmungsvolle Lichtakzente. Bei einem Rundgang stellten die "Lichtmacher" ihre Arbeiten vor.

Gleich beim Haupteingang werden die Besucher auf der linken Seite von selbst leuchtenden "Lollis" sowie rechts von einem wahren "Wunderland" begrüßt. Die wundersamen Pilze am Wegesrand laden - aus ihrem Innern leuchtend - zu einer kleinen Fantasiereise ein, zu einer Auszeit für die Seele. Inspiriert wurden ihre Schöpfer von Häusern der Schlümpfe. "Das sind Magic Mushrooms von der wunderbar harmlosen Sorte", schmunzeln die dafür verantwortlichen Lichtmacherinnen Cora Hofmann, Lavinia Löffler, Sally Schatz und Marie Stendel.

Inspiriert vom Schützenfest

Mit den vor dem Außenbereich der Mensa aufgebauten "Lollis" wollten Antonia Bülling, Alina Hahn, Sophia Wagner und Lara Zether den Besuchern das zehnte Festival "Kronach leuchtet" versüßen und sie ins Schlaraffenland entführen. Die Idee für das Projekt kam den Gymnasiastinnen während eines Besuchs auf dem Kronacher Schützenfest am Süßwarenstand. Die Kugeln, die aus einem Hasendrahtgeflecht bestehen, sind mit bunter Folie umwickelt. Die Verpackung der Süßigkeiten wird durch eine durchsichtige Tischdecke angedeutet, die die Kugeln umschließt.

Zwei weitere Kunstwerke finden sich hinter dem Haupteingang. "Stairway to heaven" (Himmelsleiter) von Lilith Appel und Alina Jakob symbolisiert die Stufen innerer Erleuchtung zu einem besseren Selbst. "Friede, Mut, Ehrlichkeit, Liebe, Güte ... stufenweise stehen die Leuchtröhren für gute Eigenschaften und Tugenden", heißt es in der für das "Kronach leuchtet"-Programmheft ausgearbeiteten Beschreibung dieses Lichtpunkts. Die Leuchttiere machen sich auf, diesen Stufenweg zu erklimmen. Dabei verkörpern sie sinnbildlich das "Glühen" und "Brennen" des Menschen, tugendhaft zu handeln, um die Welt zu einem leuchtenden, himmlischen Ort weiterzuentwickeln.

"Die Kirschblüte ist ein Symbol für Schönheit und den inneren Frieden", erläutern Alina Jakob, Nelly Ramser und Sally Schatz. Nicht umsonst sei sie das Thema unzähliger Gedichte und Lieder und werde ihre Schönheit bewundert. In dem Projekt wollen die drei Seminaristinnen den Traum vom rosa japanischen Frühling darstellen und mit Lichterglanz bezaubern.

"Reise" in die Zukunft

Im Erdgeschoss des Nebengebäudes leuchtet das "Portal", das einen Blick in futuristische Transportmöglichkeiten bietet. Tests hätten gezeigt, sagen die Lichtkünstler Anne Kraus, Jacob Schick und Willy Wittig, dass Materie unbeeinträchtigt passieren kann. Weshalb sollte man diese Portale nicht auch zum Personentransport nutzen? Was durch das blaue Portal geht, komme beim orangefarbenen wieder heraus. Dieser Prozess klappe auch umgekehrt. Das Lichtobjekt möchte die Betrachtenden für einen Moment in die Zukunft reisen lassen, die von neuartigen, vielleicht weltverbessernden Technologien bestimmt wird.

"Die Schüler haben bis zur Schulschließung intensiv an ihren Projekten gearbeitet. Leider musste ,Kronach leuchtet‘ abgesagt werden. Somit konnten die Projekte weder präsentiert noch ganz fertiggestellt werden", bedauert die Kunsterzieherin Silke Weber, die das seit Beginn letzten Schuljahres laufende Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung leitet. Damit die Arbeit der jetzt Zwölftklässler nicht ganz umsonst gewesen sei, habe man sich entschieden, die bisher fertiggestellten Arbeiten am KZG zu präsentieren und zwischen 16.30 und 8 Uhr leuchten zu lassen.

Absage bedauert

Die Absage von "Kronach leuchtet" bedauern die Seminaristen sehr, zumal sehr viel Arbeit in den Projekten stecke. Zudem wäre es ihnen eine Freude gewesen, wenn die Stadt durch ihre Mitwirkung noch ein Stück weit mehr hätte leuchten können.