In der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Schulzentrum Kronach am Mittwoch im Landratsamt wurde der Haushaltsplan für 2020 verabschiedet sowie der Finanzplan 2019 bis 2023 beschlossen. Im Fokus standen aber auch zwei Anträge von Verbandsrat Matthias Simon (FW).

Einmal ging es Simon um die Überprüfung der Planungen für die Generalsanierung der Gottfried-Neukam-Mittelschule im im Hinblick auf die Entwicklung des gesamten Schulzentrums. Im zweiten Antrag ging es ihm um die Errichtung eines Ersatzschulhauses für den Zeitraum der Sanierungsmaßnahmen am Schulzentrum.

Schwerpunkt Berufsschule

Die Anträge fand Landrat und Verbandsvorsitzender Klaus Löffler grundsätzlich gut. Er schickte voraus, dass der Raumbedarf außer Frage stehe, und wies auf das Hochbauplanungskonzept des Landkreises hin. Der Investitionsschwerpunkt liege derzeit bei der Berufsschule mit circa 30 Millionen Euro. Löffler legte Wert auf die Feststellung "dass die Entwicklungsmöglichkeiten am Schulzentrum gesichert sind". Momentan habe aber die Berufsschule den Vorrang. Im Rahmen des Hochbaurahmenplans gebe es viele Ideen und Vorstellungen, die man miteinander koordiniere und vernetze.

Der Landrat rechnet mit einem Zeitrahmen von mindestens 15 bis 20 Jahren. Dabei gilt für ihn das Motto "Verlässlichkeit schafft Vertrauen". Er fügt an, die Schulfamilie könne sich auf den Landkreis verlassen.

Nach Erörterung der Anträge durch Kreiskämmerer Marc Peter Biedermann stellte dieser auch rechtliche Positionen dar und wies darauf hin, dass der Sachaufwandsträger für das Frankenwald-Gymnasium von circa acht Klassenzimmern sowie Räumen für Ganztagesbetreuung, Labor, Aufenthaltsbereich Oberstufe und Lagerräumen ausgehe.

Dieser Raumbedarf könne nur durch eine Aufstockung des Hauptbaues um ein drittes Stockwerk oder durch die Umwidmung von Räumen der Mittelschule und Anbau weiterer Räume an die Mittelschule gedeckt werden, so die Meinung von Simon.

Der für die Mittelschule zuständige Schulverband Kronach III als Sachaufwandsträger stellte in einer Stellungnahme klar, dass er an das von der Regierung von Oberfranken genehmigte Raumprogramm gebunden sei, welches keine Ausweichräume für das angrenzende Frankenwald-Gymnasium vorsieht. Die Planung der Mittelschul-Sanierung beinhalte das Lernhauskonzept mit einer zentralen Begegnungsstätte, um die die Unterrichtsräume angeordnet sind. Insoweit sei eine Mischnutzung einzelner Klassenzimmer nicht mehr möglich. Die Entwurfsplanungsphase der Mittelschule sei zu 99 Prozent abgeschlossen, der Schulverband bereite die Genehmigungsphase vor und die Bauarbeiten sollen im Sommer 2021 starten.

Eine Erweiterung des Gymnasiums würde eine komplette Umplanung der Generalsanierung der Mittelschule erfordern und die Folgen wären: Es wäre eine Neugenehmigung durch die Regierung erforderlich, erhebliche Kostensteigerungen, deutlich verlängerte Bauzeiten und der Start in 2021 wäre nicht mehr möglich, so der Schulverband Kronach III.

Suche läuft

Zum zweiten Antrag merkte Biedermann an, dass sich im Falle eines Erweiterungsbaus des Frankenwald-Gymnasiums und der Siegmund-Loewe-Realschule die Frage nach einem Ersatzneubau grundsätzlich für den Landkreis nicht stellen würde. Der Schulverband Kronach III benötige allerdings Ausweichmöglichkeiten für die Generalsanierung der Mittelschule, so dass hier der Schulverband Kronach III auch potenzieller Auftraggeber für Ausweichmöglichkeiten wäre. Da künftig auch die Sanierung der Pestalozzischule ansteht (Bestandteil des Hochbaurahmenplans) stehe der Landkreis bereits mit dem Schulverband Kronach III in Gesprächen hinsichtlich Containerlösung oder Alternativen. Derzeit holt der Schulverband entsprechende Angebote ein.

Der Haushalt 2020 weist im Verwaltungshaushalt 800 450 Euro aus, im Vermögenshaushalt 957 000 Euro. Im Vermögenshaushalt stellte Kreiskämmerer Biedermann in den Einnahmen Zuweisungen des Freistaates Bayern in Höhe von 379 000 Euro heraus. Größte Positionen der Ausgabenseite sind die Sanierung der Heizzentrale (350 000 Euro), eine Photovoltaikanlage (325 000 Euro) und die Ersatzbeschaffung Fahrzeuge (180 000 Euro). Kreditaufnahmen für Investitionen oder Investitionsförderungsmaßnahmen sind nicht vorgesehen. Haushalt und Satzung sowie die Finanzplanung wurden einstimmig befürwortet.