Es ist schon ein wunderschönes Fleckchen Erde: Das Wanderheim an der Bächleinsleite bei Thünahof liegt in einem gut markierten Wandergebiet mit herrlichem Blick auf die Stadt Ludwigsstadt, Lauenhain und die Rennsteighöhen. Nach einer umfassenden Sanierung in den Jahren 2016 bis 2020 bietet das schmucke Domizil hoch über den Dächern Ludwigsstadts jetzt Feier- und Übernachtungsmöglichkeiten in frisch renovierten Räumen. Allen Heimat- und Wanderfreunden stehen ein großer Aufenthaltsraum für 50 Personen, eine komplett eingerichtete Küche für Selbstversorger, eine Veranda, ein Waschraum mit Dusche und ein Nacht-Matratzenlager für bis zu zwölf Personen zur Verfügung.

Renoviert für die nächsten Jahrzehnte

"Lang hat's gedauert. Aber es hat sich gelohnt, denn jetzt ist das Heim für die nächsten Jahrzehnte wieder renoviert." - Obmann Uwe Bär stand bei der Mitglieder-Versammlung die Freude und Stolz über das gute Gelingen des Vorzeigeobjekts ins Gesicht geschrieben. Leider könne man aufgrund der aktuellen Situation kein traditionelles Bergfest abhalten. Dennoch wolle man den Mitgliedern zumindest im kleinen Rahmen die Möglichkeit zur Besichtigung des renovierten Wanderheims geben. Sehr freute er sich, hierzu den Ersten Vorsitzenden Dieter Frank des Hauptvereins, die Geschäftsführerin Marlene Roßner sowie Baureferent Helmut Wilfert ebenso begrüßen zu können wie Ersten Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD).

"Die Maßnahme hat viel Kraft und Nerven gekostet. Erst die Zusage der hohen Förderung über "Land(auf)Schwung", die jedoch wegen der Zufahrt scheiterte, und danach die Streitigkeiten mit den Anwohnern, die fast ein Jahr in Anspruch nahmen", bedauerte der Obmann. Sein besonderer Dank galt an dieser Stelle Bürgermeister Timo Ehrhardt, der sich stets mit aller Kraft für das Projekt eingesetzt habe. Letzten Endes sei es bei der "kleinen" Lösung geblieben, mit der man aber auch sehr zufrieden sei. "Die Ortsgruppe hätte die Finanzierung des Heimes allein nicht stemmen können, wäre man nicht vom Hauptverein so gut unterstützt worden", zeigte er sich dankbar. Größte Anerkennung gebühre den Helfern, die bis zum 31. August dieses Jahres 3500 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet hatten, sowie den am Bau beteiligten örtlichen Handwerksbetrieben, den Firmen Eichhorn, Zschach, Lemnitzer, Elektro-Heyder sowie Bauklempnerei Weber, Inhaber Christian Heyder, für die fachkompetente Umsetzung.

Wasser-Abwasser-Installation erneuert

Erneuert wurde die Wasser-Abwasser-Installation in Verbindung mit dem WC-Umbau sowie dem Feuchtraum mit Dusche. Zudem wurde der Kanalanschluss verlegt. Ebenfalls eine Komplett-Erneuerung erfuhren die Elektro-Installation, die Küche, die Dachumdeckung einschließlich Giebel, die Terrasse mit Holzkonstruktion und Dachplatten sowie die Außenanlagen. Die Kosten für die Renovierung belaufen sich aktuell auf 98 500 Euro, davon steuerte der Hauptverein 66 500 Euro bei. Den Rest von 32 000 Euro muss die Ortsgruppe alleine aufbringen. "Unser Kassenbestand ist nach der Renovierung tief im Keller, kurz vor den roten Zahlen", verdeutlichte Uwe Bär.

Die Chronologie

Erster Vorsitzender Dieter Frank ging noch einmal auf die Chronologie der Realisierung ein, die der Hauptverein seit 2016 mit begleitet habe. Voller Euphorie habe man damals das Vorhaben begonnen und sich über die zugesagte Förderung aus dem Programm "Land(auf)Schwung" von 148 000 Euro bei angedachten Gesamtkosten von 220 000 Euro gefreut. Aufgrund der ungelösten Zufahrt-Problematik habe die "große" Lösung jedoch nicht umgesetzt werden können. "Es gibt nichts Schlechtes, das auch nicht etwas Gutes mit sich bringt", zeigte er sich sicher. Dass sich die Ortsgruppe mit ihrem Obmann von diesem Rückschlag nicht habe unterkriegen lassen und dennoch das Vorhaben weiter vorangetrieben habe, sei aller Ehren wert. Nun verfüge diese über ein hervorragend saniertes, toll ausgestattetes Gebäude mit einem offenen, hellen und freundlichen Charakter. Im Gebiet des Hauptvereins stünden aktuell zahlreiche weitere Maßnahmen an: Heime, Gebäulichkeiten und Türme, wobei man enorme Probleme mit der Infrastruktur habe, verbunden mit hohen finanziellen Aufwendungen. Erfreulicherweise habe die aktuelle Situation zu einer verstärkten Rückbesinnung der Menschen zur Natur und unserem schönen Frankenwald beigetragen.

"Gut Ding will Weile haben", schloss sich ihm Bürgermeister Timo Ehrhardt an. Aufgrund der Zufahrt habe man mit den Anliegern über verschiedene Vorschläge diskutiert und verhandelt, aber ohne Ergebnis. Dennoch könne die Ortsgruppe auf diese "kleine" Lösung nunmehr auch sehr stolz sein, wofür er allen Verantwortlichen größten Respekt zollte.

In kleinen Gruppen führten der Obmann sowie Wegewart Stefan Zipfel die Mitglieder durch die Räumlichkeiten. Die Heimat- und Wanderfreunde zeigten sich durchweg begeistert von den lichtdurchfluteten Räumlichkeiten, die förmlich zum Verweilen einladen. Das Wanderheim kann für Feiern oder auch nur zum Übernachten angemietet werden. Corona-bedingt ist dies jedoch aktuell noch nicht möglich.

Kontakt/Info: Obmann Uwe Bär (Tel. 09263/974033), Reservierungen: Hannelore Schwab, jeweils Telefon: 09263/7859, Mobil: 0151/58167940, E-Mail: schwalud@t-online.de