Grünes Licht gab es in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend für das Vorhaben des CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner, einen kommunalen Zweckverband für Freibäder anzustreben. "Wir wollen damit ein Signal setzen!", betonte Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD).

David Martin (CSU) hält die Gründung eines Zweckverbands für eine "Riesenchance für Ludwigsstadt". Sein Parteikollege Gerhard Rentsch ergänzte: "Wir müssen in diesem Bereich schneller als die anderen Kommunen sein." Was sich genau hinter diesem kommunalen Zweckverband verbirgt, wussten die Stadträte aber nicht. Andreas Rentsch sagte jedoch: "Ich gehe davon aus, dass das unser Landtagsabgeordneter in seiner altbewährten Art und Weise regelt."

Region muss zusammenrücken

Was steckt nun dahinter? Auf Nachfrage erklärte Baumgärtner, dass der Gedanke für die Gründung eines kommunalen Zweckverbands für Freibäder bei der CSU-Delegiertenversammlung entstanden sei. Aufgrund der demografischen Entwicklung würden die Kommunen in der Region künftig nicht mehr alleine die Sanierungsmaßnahmen und den Unterhalt solcher Freizeiteinrichtungen stemmen können, meinte er. "Die Region wird künftig enger zusammenrücken müssen." Er sprach von einer "politischen Absichtserklärung" und von zusätzlichen Förderungen, die es neben dem bayerischen Sonderförderprogramm für Schwimmbäder geben soll. Der Staatsregierung sei nicht daran gelegen, Infrastrukturen in Regionen mit wenig Menschen zu schließen, sondern in diesen Gebieten zu investieren, sagte Baumgärtner.

Ein weiterer Punkt, der für einen kommunalen Zweckverband spreche, sei die Beamtenfachhochschule. Dort werde ein weiteres Schwimmbad gebraucht. Die Stadt Kronach sei hier gefordert. Es sei nun zu prüfen, ob diesbezüglich der Landkreis, der ein neues Lehrschwimmbecken schaffen muss, und die Stadt nicht zusammenarbeiten und unter Einbindung der Staatsregierung ein Gemeinschaftsprojekt auf die Beine stellen. Für ihn ist klar: "Viele Hände machen ein schnelles Ende" und "viele Schultern tragen ein Gewicht leichter".

Lob für Ludwigsstadt

Lobende Worte galten der Stadt Ludwigsstadt. Durch den einstimmigen Beschluss hätten Timo Ehrhardt und sein Stadtrat Weitsicht bewiesen und erkannt, dass ein Kommunaler Zweckverband sinnvoll ist, um die Freibäder im Landkreis am Laufen zu halten. Dass die SPD-Spitzen in Sachen Zweckverband unterschiedliche Positionen einnähmen - Ehrhardt dafür, Kreisvorsitzender Ralf Pohl sowie Kreistagsfraktionsvorsitzender Richard Rauh dagegen -, zeige die Spaltung der Partei.

Wie Baumgärtner weiter erklärt, ist angedacht, dass alle Kommunen des Landkreises - auch solche ohne Freibadeinrichtungen - dem Kommunalen Zweckverband beitreten. Zum einen würden die Freibäder überörtlich genutzt. Zum anderen gelte: "Die Solidargemeinschaft muss in unserer Region gestärkt werden."

Das Freibad in Ludwigsstadt zählt zu den ältesten im Landkreis Kronach und bedarf dringend einer Generalsanierung beziehungsweise eines Ersatzneubaus. Eine Machbarkeitsstudie liegt bereits vor. Demnach würden sich die Kosten einer Sanierung auf rund 4,3 Millionen Euro belaufen.

Begrenzte Mittel

Bedauerlich ist für Ludwigsstadt, dass die Stadt für eine Freibadsanierung aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes (90 Prozent Förderung) keine Berücksichtigung fand. Jetzt hofft der Stadtrat auf eine Förderung aus dem Bayerischen Sonderförderprogramm für Schwimmbäder. Allerdings sind die Mittel in diesem Topf begrenzt, denn es werden pro Jahr bayernweit nur rund 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der maximale Zuschuss, den eine Kommune erhalten kann, liegt bei 55 Prozent.

Durch die Gründung eines Kommunalen Förderprogramms hoffen die Stadträte daher, dass die finanziellen Belastungen auf eine breitere Basis gestellt werden können. Zudem könnten Synergieeffekte beim Betrieb und beim Unterhalt der Einrichtung geschaffen werden.