Grüne Wiesen, hohe Berge, tiefblaues Meer und immer wieder Blumen - ein wahrer Farbenrausch wird entfacht. Es überwiegen warme, fröhliche Farben mit einer immensen Leuchtkraft. Für den Ausstellungsbesucher gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Es macht einfach Spaß, diese Bilder zu betrachten, die nur so vor Lebendigkeit und Energie strotzen. Vereinzelt sind aber auch düsterere Arbeiten dabei. "Wie mag es da der Ilse wohl ergangen sein, als sie dieses Bild gemalt hat?", fragt Pflegedienstleiterin Karin Büttner nachdenklich.


Ausstellung war großer Wunsch



"Meine Frau hatte mit Kreiskulturreferentin Gisela Lang schon wegen einer Ausstellung im Landratsamt gesprochen. Sie hatte es sich sehr gewünscht, ihre Arbeiten einmal in der Öffentlichkeit vorstellen zu dürfen. Doch leider wurde nichts mehr daraus", bedauert Helmut Weiß, der seine Frau Ilse Weiß vor drei Jahren auf Grund eines Tumorleidens verloren hat. Von der Diagnose bis zum Tod der bei Heimbewohnern und Arbeitskollegen gleichermaßen beliebten Krankenschwester vergingen gerade einmal fünf Wochen.

"Ich hatte im Haus vor einigen Monaten beruflich zu tun, da fragte ich Heimleiter Harald Klier, ob er sich eine Ausstellung hier vorstellen könnte. Er hat sich gleich dazu bereit erklärt", meint der Küpser Helmut Weiß dankbar. "Es sind sicher keine großen Kunstwerke, die meine Frau gemalt hat. Aber sie war ein sehr positiver Mensch, und ich finde, das merkt man ihren Bildern an. Sie sind Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Man muss die Bilder auf sich wirken lassen, dann springt ihre Freude am Malen über. Wenn sich die Betrachter an ihren Bildern erfreuen, dann hat die Ausstellung ihren Zweck erfüllt", stellt der Witwer fest.


Ein Ausgleich zur Arbeit


Inspirieren ließ sich Ilse Weiß von ihrer Lehrerin Christel Raeck aus Coburg sowie von Rolf Schemenau aus Küps, der ihr Lehrer und gewissermaßen auch Mentor war. Wie Helmut Weiß schilderte, hat seine Frau wohl mit dem Malen angefangen, um einen Ausgleich zu ihrer Tätigkeit zu finden. Er ergänzt: "Sie war Pflegekraft mit Herz und Seele und arbeitete sehr gerne im Altenheim. Hier ging sie richtig in ihrer Arbeit auf."

Das bestätigt auch Pflegedienstleiterin Karin Büttner, die mit der Verstorbenen viele schöne Erinnerungen verbindet. "Als sie 2003 in unserem Haus als Krankenschwester angefangen hat, hat sie frischen Wind mitgebracht. Sie hat über große soziale Kompetenzen, viel Empathie verfügt und viel Engagement gezeigt." Herzlich bedankt sich Büttner für die Leihgabe der Bilder, die in den kommenden Wochen in der Einrichtung zu sehen sind. Gerne können diese auch von Besuchern während der üblichen Öffnungszeiten betrachtet werden.