Neben der Errichtung einer Friedenskapelle (siehe Extra-Bericht: "Bauausschuss winkt Beiergrößleins Friedenskapelle durch") und einem Lagerplatz für Baustoffe hatte sich der Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrats Kronach in der Sitzung am Donnerstag mit weiteren Bauvorhaben zu befassen. Recht zügig und ohne Gegenstimme wurde dem Bauantrag auf Umbau/Erweiterung eines Wohnhauses, Innerer Ring, in Kronach das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Besonders erfreut zeigten sich Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und die Stadträte, dass zwei Neubürger mit zwei Kindern ein bestehendes Gebäude übernommen haben und dies erweitern möchten. Auch der Nutzungsänderung einer Gartenhütte zum Wohnen in Gehülz stand das Gremium positiv gegenüber.

Dem Vorbescheid auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit zwei Stellplätzen am Flügelbahnhof in Kronach wurde einstimmig das Einvernehmen erteilt. Nach längerer Diskussion, vor allem um die Verkehrsführung und Parkplatzsituation wurde dem Antrag des Diakonischen Werks auf Errichtung eines Seniorenwohnhauses, Am Flügelbahnhof, das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt.
Stadtplaner Daniel Gerber erklärte zu den Bedenken der Räte, dass nach gültiger Satzung schon mehr Parkplätze ausgewiesen seien als dies die Satzung vorschreibe. Zusätzlich habe man noch eine Absichtserklärung eines Nachbarn, der dem Diakonischen Werk ab 2019 weitere 20 Stellplätze zur Verfügung stelle. Wolfgang Hümmer (CSU) meinte, dass dieses Bauvorhaben sehr zu begrüßen sei, allerdings müsse man mit hohem Verkehrsaufkommen gerade wohl an Wochenenden rechnen, wenn 120 Bewohner ihre Besucher empfangen.
Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) räumte ein, wir können uns verkehrsregelnde Maßnahmen vorenthalten. Man müsse sich aber auch klar darüber sein, dass nicht jeder vor der Haustüre parken könne. Das Seniorenwohnhaus hab große Priorität. Das Seniorenwohnhaus sahen auch Bernd Liebhardt (CSU) und Karl H. Fick (SPD) als höherwertiges Ziel an und sahen den Standort als schön und geeignet. Hans-Georg Simon und Tino Vetter (beide FW) verstanden die Aufregung nicht, die Parksituation könne man lösen.
Fast eine Stunde wurde rege über den Antrag auf Errichtung eines Lagerplatzes für Baustoffe zur Gartengestaltung in Seelach/Ziegelrücken, diskutiert. Auch eine Ortsbesichtigung durch die Ausschussmitglieder fand vor einiger Zeit statt, weil die Maßnahme schon einmal in einer Sitzung am 21. Juli nicht das gemeindliche Einvernehmen fand und eine Beseitigung des Lagerplatzes gefordert worden war. Stadtplaner Daniel Gerber fasste nochmals die planrechtlichen Fakten zusammen. Der betreffende Bereich ist im Flächennutzungsplan der Stadt Kronach als "Fläche für die Landwirtschaft" ausgewiesen. Der bereits errichtete und in Nutzung befindliche circa 5500 Quadratmeter große Lagerplatz wird als deutlicher Eingriff in das Landschaftsbild gewertet und trage zur Zersiedelung bei. Die Nutzung durch Lagerung sowie Aufbereitung durch Maschinen habe gewerblichen Charakter. Gerber verwies auf eine Unterschriftenliste von 50 Bewohnern im Nahbereich, die sich gegen eine Nutzung aussprechen. Etliche Bürger wohnten der Ausschusssitzung wegen dieses Tagesordnungspunktes bei. Timo Weber brachte die Einwände der Anwohner vor. Florian und Thomas Stengel als Antragsteller hielten ihren Standpunkt dagegen. Man widersprach den Anwohnern, dass es zu starken Lärmbelästigungen komme. Nach Ansicht vom Stadtplaner dürfe das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt werden. Hans-Georg Simon unterstrich, es sei ja erfreulich wenn Geschäfte florieren, in dem Falle aber sei es am falschen Standort.


Klares Ja

Nachdem sich eine abneigende Meinung auch nach mehreren Wortmeldungen von Ratsmitgliedern herauskristallisierte machte Bürgermeister Beiergrößlein dem Antragsteller den Vorschlag, den Antrag zurückzunehmen, um weitere Schritte, wie möglicherweise eine neue Bauleitplanung und Änderung des Flächennutzungsplanes in aller Sorgfalt besprechen und beraten zu können. Der Antragsteller, Florian Stengel, befürwortete eine Rücknahme seines Antrags mit klarem Ja. Das Stadtoberhaupt wollte für einen Betrieb mit 15 Mitarbeitern die bittere Kröte einer Lagerplatzräumung nicht schlucken und sucht ringend nach anderen Lösungen: "Ich werde persönlich den Landrat kontaktieren", meinte er. Erklärungsbedarf sah der Anwohner Hartmut Schnappauf: "Warum wurde der Beschluss des beschließenden Bauausschusses auf Beseitigung des Lagerplatzes nicht umgesetzt?" Bernd Liebhardt erklärte, dass der beschließende Ausschuss weder Baugenehmigung erteilen, noch vermeiden und schon gar nicht irgendwelche Beseitigungen veranlassen oder umsetzen könne. Genehmigungsbehörde sei in jedem Falle immer das Landratsamt. Wie es nun mit der Nutzung des Lagerplatzes weitergehen werde bleibe nach der Rücknahme des Antrags durch den Antragsteller weiterhin offen.