So vielfältig und bunt wie das Schulleben an der Siegmund-Loewe-Realschule, dem Frankenwald-Gymnasium (FWG), der Mittelschule und der Petra-Döring-Schule war auch das musikalische Programm, das verschiedene Ensembles, Solisten und Bands den Besuchern boten. Viele - auch ehrenamtliche - Mitglieder der Schulfamilien, in der Flüchtlingsarbeit Engagierte und weitere Musikfreunde wollten beim musikalischen Ausrufezeichen gegen Rassismus dabei sein. Nach dem Programm der vier Schulen sorgte die Band "Fristlos", Schulpate der RS II bei ihrem Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", bis in die Nacht hinein für ausgelassene Stimmung.

Kurzweilig, unterhaltsam, abwechslungsreich - und das alles mit der eindeutigen Botschaft: Nein zu Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art und ja zu Demokratie, Meinungs- und Religionsfreiheit, Menschen- und Nächstenliebe. Als nach dreieinhalb Stunden toller Gesangs- und Instrumentalbeiträge "Fristlos" mit den Mitwirkenden der vier Schulen gemeinsam das Lied "Chöre" anstimmte, gab es im Kronacher Schützenhaus endgültig kein Halten mehr: Auf und vor der Bühne wurde gesungen, geklatscht und getanzt, dass es eine wahre Freude war.

Bereits vor einem Jahr hatte die RS II mit ihrem Paten ein gemeinsames Konzert, damals in der Zecher-Halle in Neukenroth, gegeben. Den Verantwortlichen war es wichtig, das Projekt auf das Schulzentrum zu erweitern, da das Thema alle angeht. In einem Arbeitskreis, bestehend aus Lehrkräften und Schülern der teilnehmenden vier Schulen, wurde ein rund dreieinhalbstündiges Musikprogramm im Zeichen von Toleranz, Offenheit und Respekt auf die Beine gestellt. Die Mitwirkenden präsentierten dabei nahezu die ganze musikalische Bandbreite - mal laut und mal leise, mit fröhlichen, aber auch nachdenklichen Stücken.

Den Auftakt machten die "Kids vom Ring", die mit ihren Menschenliedern wie "Applaus, Applaus", "New York, Rio, Rosenheim" oder "Astronaut" mal wieder die Herzen aller im Publikum im Sturm eroberten. Für einen der ergreifendsten Momente des Abends sorgen sie mit ihrer "persönlichen" Hymne "Deutschland, deine Kinder". Unter großem Applaus rief der Leiter der Gruppe, Tom Sauer, ins Publikum: "Die derzeit rechts so weit oben sind, die machen wir schon noch klein!"

Für mächtig Sound sorgte die Siegmund-Loewe-Realschule mit einem Bläser-Ensemble und tollen Gesangsbeiträgen wie "Mad World", "Ein Hoch auf uns", "Diese Welt ist für alle da" sowie "So wie du bist".

Die Schulband der Mittelschule "No names" begeisterte mit Charthits wie "Hollywood Hills", "Sweet Home Alabama", "Wake me up" sowie einer hinreißenden Version "Back to black" von Celine Hoffmann.

Der Abschluss oblag dem Frankenwald-Gymnasium.

Projekte und Initiativen vorgestellt

Nachdem die FWG-Schulband "Soundwelders" unter anderem mit dem Kracher "Zombie" abgerockt hatte, brannte schließlich noch die Rock´n Roll-Gruppe des Gymnasiums ein mitreißendes Feuerwerk ab.

Zwischen den musikalischen Darbietungen stellten die Schülersprecher beziehungsweise SMV-Mitglieder Projekte und Initiativen ihrer Schulen gegen Rassismus vor. Hierzu zählt insbesondere auch die Ausstellung "Menschen: Flucht - Vertreibung - Heimat", konzipiert von den Schülergruppen "Ranger" und "Mutmacher" des FWG. Die Bildtafeln lassen Flüchtlinge zu Wort kommen, möchten vermitteln, Vorurteile korrigieren und zum Nachdenken anregen. Die Ausstellung wurde schon an vielen Orten vorgestellt, sogar im bayerischen Landtag.

Julia Müller von der Petra-Döring-Schule wünschte sich, alle Menschen jeglicher Herkunft mögen gemeinsam friedlich miteinander leben.

Wie Integration in der Praxis aussieht, zeigten Schülersprecher Jan Mäder und seine Mitschüler von der Gottfried-Neukam-Schule, die von Flüchtlingen aus 15 verschiedenen Ländern besucht wird. Nachdem es anfangs noch eine Übergangsklasse gab, sind diese Schüler mittlerweile in Regelklassen integriert. 16 von ihnen machen in diesem Schuljahr ihren "Quali".

Die Grüße der Stadt mit Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein sowie des Landkreises mit Landrat Klaus Löffler, Schirmherr des Gemeinschaftskonzertes, übermittelte Kronachs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann. Sie würdigte die vielfältigen Bemühungen an den Schulen und das Engagement der jungen Leute und appellierte an diese, kritisch zu hinterfragen, was täglich durch die neuen Medien in Umlauf gebracht wird: "Informiert euch, sprecht mit Euren Freunden darüber. Das Wort ist die stärkste Waffe gegen alles, was die Demokratie gefährdet", zeigte sie sich sicher.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Nähere Informationen hierzu gibt es unter www.demokratie-leben.de.