29 Männer und Frauen lauschen den Worten von Trainerin Ingrid Otto. Nach wenigen Minuten herrscht Trubel. In einer Übung sollen sich die Teilnehmer, alles Lehrer oder Referendare, in vier Gruppen zusammenfinden. Nach wenigen Minuten hat es geklappt.In einem Programm des Lions Clubs, mit dem Namen Lions Quest "Erwachsen werden", lernen Lehrer, wie sie die sozialen Kompetenzen ihrer Schüler stärken können.

Trainerin Ingrid Otto ist Lehrerin aus dem Würzburger Raum. Vor einigen Jahren hat sie selbst an einem Lions Quest-Seminar teilgenommen und als für Bayern eine neue Trainerin gesucht wurde, hat sie sich dafür entschieden. Die Vorteile für Lehrer, die ein Lions Quest-Seminar besucht haben, liegen für die 42-jährige Pädagogin auf der Hand: "Es schafft eine bessere und entspanntere Lernatmosphäre.

Und es gibt weniger Konflikte in der Klasse." In ihrer Lehrerausbildung vor knapp 15 Jahren standen soziale Kompetenzen kaum auf dem Stundenplan. "Meine Schüler sind immer begeistert, wenn wir eine Lions-Quest-Stunde machen", sagt Otto.

200 Kronacher Lehrer geschult
An den fünf weiterführenden Schulen Kronachs seien bereits rund 200 Lehrer im Lions Quest "Erwachsen werden" geschult worden, sagt Ulrich Stempel, der Activity-Beauftragte der Kronacher Lions. Er ist auch Prüfungsvorsitzender für Zertifizierung von Schulen in Nordbayern. Eine Schule kann sich Lions-Quest zertifiziert nennen, wenn mindestens 60 Prozent der Lehrer ein Seminar absolviert haben. "Damit schaffen sich die Schulen auch einen Wettbewerbsvorteil", sagt Stempel. In Kronach sind es das Frankenwald-Gymnasium und die Mittelschule.

 


Das Konzept hinter der Weiterbildung für Lehrer stamme aus Kanada und der Lions Club habe in den 80er Jahren die Lizenz erworben und die Methoden und Inhalte an die jeweiligen Bedürfnisse verschiedenster Länder der ganzen Welt angepasst, erklärt Stempel. Zudem sei das Konzept vom Kultusministerium anerkannt und werde unterstützt.

Lions Vize-Präsident Karol Hurec fügt hinzu: Mit dem Programm versuche der Lions Club, ein Defizit bei der Förderung und Ausbildung sozialer Kompetenzen von Heranwachsenden auszugleichen. Denn Eltern oder Lehrer könnten dies oft nicht ausreichend leisten. Drei Seminartage dauert der Grundkurs, der jeweils vom örtlichen Hilfswerk der Deutschen Lions und dem Lions Club organisiert und finanziert wird.

 

Die Lehrer müssen einen Unkostenbeitrag von 50 Euro aufbringen.

Viele Referendare im Seminar
Aber das sei recht wenig, findet Clemens Heuberger. Der Referendar hat seine Seminarschule in Kronach und unterrichtet in Hof. "Für das Geld ist es eine super Ausbildung. Alleine der Materialordner hat schon diesen Wert", sagt Heuberger. Er hat vorher schon viel Positives über das Lions Quest von Kollegen gehört. Am zweiten Seminartag habe er bereits viele gute Anregungen für den Unterricht bekommen und sei sehr zufrieden. Referendar Jan Kästner vom Frankenwald-Gymnasium stimmt seinem Kollegen zu.

"Der Lions Quest ist äußerst sinnvoll, auch wenn wir einige Themen schon in der Referendarsausbildung hatten", sagt der 27-Jährige. Hinter Kästner liegt ein dicker Ordner auf einem Tisch. Darin befinden sich die Unterrichtsmaterialien.

Es geht darin um Freundschaft, Stärken des Selbstvertrauens und den Umgang mit Gefühlen, eben alles, was zum Erwachsen werden dazu gehört.

Lions-Quest in Kürze

Konzept Der Grundgedanke basiert darauf, das Jugendliche soziale und kommunikative Fähigkeiten für das Erwachsen werden erwerben sollen. Es umfasst sieben Kapitel, in denen die Heranwachsenden für ihr Selbstverständnis, ihr Verhalten und ihre Werteorientierung nachhaltige Hilfen durch den geschulten Lehrer vermittelt bekommen.

Ziele Unter anderem sollen die Schüler ihr Selbstvertrauen steigern und dadurch mehr Erfolge erleben. Sie sollen weniger Stören und das Auftreten von verbaler und körperlicher Gewalt soll sich reduzieren.

Internet Informationen für Lehrkräfte gibt es unter www.lions-club-kronach.de. heu