Viele sehen zwar in Steigerwald und Spessart geeignetere Räume, der Frankenwald könnte aber der lachende Dritte sein, wenn andere diese Chance nicht nutzen wollen.

Zuerst habe sie positiv auf die Idee eines Nationalparks Frankenwald reagiert, erklärte die Sprecherin des Grünen-Kreisvorstands, Edith Memmel. Zahlreiche Veranstaltungen und Treffen mit Menschen hätten sie allerdings nachdenklich gestimmt. "Die Buchenwälder in Steigerwald und Spessart wären eigentlich viel schützenswerter", sei ihr klar geworden. Die Idee des Bundes Naturschutz, im Frankenwald ein Biosphärenreservat einzurichten, hielt sie für eingängig.


Gespräche suchen

Die Grünen seien sehr an Gesprächen mit verschiedensten Betroffenen interessiert, machte sie deutlich. "Wenn immer alles abgelehnt wird, was angedacht ist, geht nichts voran", ärgerte sich Edith Memmel über eine so häufige grundsätzliche Ablehnung des Vorhabens durch den heimischen Bauernverband.

Elisabeth Hoffmann hielt den zeitlichen Druck für eine Entscheidung zur Konzeptphase bis Mitte Juli für nicht sinnvoll. Allzu viele Menschen glaubten, in einem Nationalpark dürfe gar nichts mehr genutzt werden, räumte Odette Eisenträger-Sarter ein. Das stimme jedoch nicht. Gerade mit dem Frankenwald müsse etwas geschehen, betonte Edith Memmel. "Unser Fichtenbestand ist nicht überlebensfähig", brachten mehrere Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen klar zum Ausdruck.

Beim Treffen mit Umweltministerin Ulrike Scharf sei versprochen worden, dass niemandem etwas übergestülpt wird. Die heimischen Bauern hätten damit aber wohl schon schlechte Erfahrungen gemacht, meinte Elisabeth Hoffmann. Sie sprach sich dafür aus, dass ein Nationalpark dort verwirklicht werden sollte, wo die Natur am meisten davon profitiere, nicht dort, wo einzelne Menschen am meisten Profit haben könnten.


Veränderung erwartet

"Der Klimawandel wird den Frankenwald stark verändern", erklärte Klaus Knorr, der mit Josef Schedel einer Einladung der heimischen Waldbauern als Vertreter von Greenpeace in den Bayerischen Wald gefolgt war. Die dort von manchen erwarteten und vielleicht erwünschten Horrorszenarien hätten sich nicht gezeigt. "Die Illusion, dass wir den Frankenwald in seiner bestehenden Form bewirtschaften und erhalten können, ist passè", betonte Knorr. "Ein Nationalpark wäre das Ideale, aber wir könnten uns auch mit einem Biosphärenreservat anfreunden", betonte Stadtrat Peter Witton.