Aus der Region, für die Region - das ist das Prinzip des Bauernmarktes, der jeden Samstag zahlreiche Besucher in die Obere Stadt zieht. Seit 1989 fester Bestandteil der Marktlandschaft der Lucas-Cranach-Stadt, können hier von März bis Dezember bei Direktvermarktern regionale und saisonale Erzeugnisse bester Qualität und Frische gekauft werden. Aufgrund der Corona-Krise und des damit verbundenen Ausfalls des Weihnachtsmarkts wurde der Bauernmarkt etwas weihnachtlich ausgestaltet und mit zwei weiteren Ständen ergänzt - ein Angebot, das schon bei der "Premiere" auf regen Zuspruch stieß.

"Die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte und Lebensmittel ist der Stadt ein großes Anliegen", bekundete Bürgermeisterin Angela Hofmann bei der Eröffnung des "weihnachtlichen" Bauernmarkts. Sie dankte den Markthändlern aus dem Landkreis Kronach sowie der Region, ihre frischen Erzeugnisse aus heimischen Gefilden Woche für Woche bei Wind und Wetter auf dem Markt anzubieten. Sehr freute sie sich, zwei weitere Fieranten für die Weihnachtszeit gewonnen zu haben - als schöne Ergänzung des bestehenden Angebots. Dieses umfasst dabei so ziemlich alles, was der heimische Boden oder Stall hergibt - von Eiern, Nudeln und Eiprodukten über Geflügel, Käse, Milch und Joghurt sowie selbst erzeugtes, unbehandeltes Obst und Gemüsen bis hin zu Spirituosen, Tee, Imkerei-Produkten und Gewürzen. Frisch zubereitete Galettes und Crêpes verströmen einen herrlichen Duft.

Neu gibt es jetzt unter anderem noch weitere schöne Ideen aus der Küche wie Marmelade, Aufstriche, Chutneys usw., aber auch liebevoll angefertigte Handarbeiten wie kuschlig-warme Socken sowie viele tolle Anregungen zum Verschenken oder um sich selbst eine Freude zu machen.

Ein großes Anliegen war der Bürgermeisterin die Verabschiedung von Hans Büchner und seiner Ehefrau Gudrun, die seit Bestehen des Markts bis Ende der abgelaufenen Saison - also 1989 bis 2019 - auf dem Markt mit einem Stand mit Eiern, Eiprodukten sowie Geflügel vertreten waren. Ab 1999 - 20 Jahre lang - war Hans Büchner auch Ansprechpartner der Direktvermarkter und Motor des Bauernmarkts, der ihm stets sehr am Herzen lag. In den drei Jahrzehnten sei er, so Hofmann, stets mit Herz und Verstand dabei gewesen und habe dabei unablässig Aufbauarbeit und Werbung betrieben sowie den Markt nach vorne gebracht. Die jetzige Beliebtheit des Markts sei maßgeblich auch sein Verdienst.

Noch gut erinnert sich Büchner an die Anfänge, damals noch unter Bürgermeister Herbert Schneider. "Der allererste Bauernmarkt wurde im Mai 1989 veranstaltet. Es war ein riesiger Markt mit über 20 Marktständen. Der ganze Platz war voll", erzählt Büchner, der mittlerweile im "Rentenalter" ist. Der Markt entstand auf Initiative des Förderkreises Kronach und Umland, der die Landbevölkerung hierzu motivieren wollte.

Am Anfang seien, so Büchner, die Hygieneauflagen noch nicht so streng gewesen. Er erinnert sich beispielsweise daran, wie eine Anbieterin 20 lebende Hasen im Kofferraum dabei hatte. Besonders groß war der Andrang nach der Grenzöffnung. Bereits 1992 bestand der Markt "nur" noch aus neun Ständen. Das Zehnjährige feierte man gebührend mit einer Tombola und einem Quiz mit der Frage, wie viele Körner ein Kilo Weizen habe. Zudem initiierte man eine Stadtrundfahrt mit einem Landschlepper und Aktionen für Kinder.

Mittlerweile hat sich aus Altersgründen die Anzahl der Markthändler deutlich reduziert. Dennoch findet man an den Ständen ein überraschend großes Angebot regionaler Produkte und Spezialitäten von außergewöhnlich guter Qualität. Ansprechpartner wurde Büchner nach dem Ausscheiden von Monika Barnickel, die dieses Amt die ersten zehn Jahre ab 1989 inne hatte. In seine Fußstapfen trat mittlerweile Sigrid Merz. Als Zeichen der Dankbarkeit bedachte die Bürgermeisterin das Ehepaar Büchner mit kleinen Geschenken.

Der Fortbestand des Bauernmarkts ist Hofmann ein großes Anliegen. Sie hoffte auf neue zusätzliche Markthändler für eine Erweiterung des vorhandenen Angebots. Sehr würde man sich gerade auch über einen Stand mit Bauernbrot freuen sowie Fleisch und Wurst, aber natürlich auch über alle anderen Lebensmittel und Produkte aus der Region. Interessenten mögen sich bitte bei ihr direkt oder bei Harald Suffa-Blinzler, der seitens der Stadt den Bauernmarkt begleitet und organisiert, melden.

Wunsch: Ausweitung in Stadtteile

Sehr wünschenswert wäre es auch, den Markt auf die Stadtteile auszuweiten, wo er einmal wöchentlich stattfinden solle. Hierfür werden aktuell Anstrengungen seitens der Stadt unternommen. Großer Dank gebühre, laut Hofmann, den Besuchern für ihre Treue - gerade in der jetzigen Zeit. Ihrer disziplinierten Umsetzung der Corona-Maßgaben sei es zu verdanken, dass man den Markt derzeit aufrechterhalten könne. Der "weihnachtlich" bereicherte Bauernmarkt findet noch an allen Advents-Samstagen statt.