Die Zukunft im Landkreis Kronach sehen manche Politiker, Firmenchefs und zahlreiche ganz "normale" Menschen nicht gerade rosig: Demografie, Abwanderung, wenig Arbeitsplätze und so weiter. Aber ganz viele Menschen im Landkreis gehen positiv in die Zukunft.

Sie sehen das Potenzial, das in den Kommunen, den Firmen und Organisationen steckt. Sie sehen, dass die Jugend nicht nur weg vom Land möchte, sondern dass viele in der Heimat bleiben wollen. Und hier müsse von der Regierung, aber auch von Kommunen, Unternehmern und Initiativen wie "Oberfranken Offensiv", "Kronach Creativ" oder auch örtlichen Arbeitsgruppen wie "Steinwiesen aktiv" etwas unternommen werden.

Mit dem neuen Studiengang Zukunftsdesign in Kronach ist bereits ein wenig der Boden geebnet, um Studienabgänger in der Region zu halten. Oder noch besser, sie für die Region zu begeistern. Der Studiengang ist eine Außenstelle der Hochschule Coburg und im nächsten Semester werden hier 60 bis 70 Studenten den Masterstudiengang besuchen.

Es handelt sich dabei um ein deutschlandweit einmaliges Pilotprojekt, um sich mit der Zukunft zu befassen, um die Zukunft mitzugestalten, eben "mit zu designen". Alle Studenten haben bereits einen Hochschulabschluss und sind zwischen 24 und 60 Jahre alt. Man steht eben mitten im Leben und hat bereits mehr oder weniger Erfahrungen gemacht.

Eine Gruppe von Studenten der Hochschule Coburg mit dem Studiengang Zukunftsdesign hatte Rainer Kober, Unternehmer und Vorsitzender des Regionalmarketingvereins "Kronach Creativ" in seine Firma eingeladen, um über Zukunftsperspektiven zu diskutieren, sich auszutauschen und in offenen Gesprächen Perspektiven für die Zukunft des Landkreises zu erläutern.


Heimat ist, wo man sich wohlfühlt

Er informierte die Studenten über die Möglichkeiten, die sich für sie als "Zukunftsdesigner" in der Region für die Zukunft ergeben. Für viele der dual Studierenden ist Heimat dort, wo man sich wohl fühlt, wo man zuhause ist, seine Freunde und die Familie hat.

Deshalb sei es wichtig, auch dort eine "Heimatoase" zu gestalten, wo man sich aufhalte, wo man studiere oder arbeite. Und vielleicht werde diese "fremde Heimatoase" dann doch ganz plötzlich zu einer Alternative, zu einem "könnte mir vorstellen, hier zu bleiben". Und für alle diejenigen, die hier aus der Gegend seien, werde das Heimatgefühl verstärkt und sie würden merken, dass es gut sei, wirklich hierzubleiben, ihre Heimat zu stärken.

Nicht nur Studenten der Hochschule Coburg, sondern auch aus der Hochschule für Gestaltung in Offenbach waren zu Besuch bei Rainer Kober. Die 30 jungen Leute hatten bereits einen Workshop im Hause Kober absolviert.

Porzellan hat Charme und fasziniert. Der Herstellungsprozess unterscheidet sich jedoch sehr von anderen Materialien und bietet so Produktentwicklern, Designern und anderen Interessierten eine Möglichkeit, nicht nur technisches Wissen zu erwerben, sondern auch selbst Hand anzulegen.

Und auch die Begeisterung für den Landkreis Kronach war deutlich spürbar, vielleicht werden doch so einige Bande geknüpft, sei es beruflich oder privat und nach dem Studium zieht es den einen oder anderen doch wieder in diese Region, die eigentlich so viel zu bieten hat.