Was für eine Leuchtkraft! Was für eine Farbenpracht! Was für ein Kronach! Unzählige Menschen wollten am Freitag beim Auftakt von "Kronach leuchtet" dabei sein - in einer im Lichterglanz erstrahlenden Stadt.

Dabei will "Kronach leuchtet" weitaus mehr als "nur" eine Illumination von Gebäuden und Fassaden, Plätzen und Gassen sein. "Kronach leuchtet" soll eine Haltung ausdrücken, ein Lebensgefühl: den Stolz auf die Heimat und auf deren Identität. Dieser Stolz war am Freitag allgegenwärtig bei den Menschen, die das Licht noch heller strahlen ließen. Dazu gehören die Lichtmacher, die vielen Helfer wie auch die unzähligen Besucher, die das Licht hinaustragen - in die ganze Welt!
"Ab heute leuchtet Kronach wieder", rief ein überwältigter, glücksstrahlender Rainer Kober den erwartungsvollen Menschenmassen auf dem überfüllten Platz vor dem Rathaus zu. Der Vorsitzende des Trägervereins "Kronach Creativ" konnte zahlreiche Amts- und Würdenträger aus der Politik begrüßen. Er dankte allen, die in irgendeiner Form zur Realisierung des "Lichtevents von Bürgern für Bürger" beitragen, insbesondere seinem Organisationsteam mit Projektleiter Markus Stirn an der Spitze.

Die Besucher bat er, durch eine kleine Spende einen Beitrag zur Durchführung des Events zu leisten und die Angebote des umfassenden Rahmenprogramms anzunehmen. Hierzu zählen der Publikumspreis und der Foto-Wettbewerb ebenso wie das am kommenden Freitag stattfindende Symposium zum Thema "Stadtbeleuchtung".
"Hier oben zu stehen und in die Menschenmassen zu schauen, das ist Gänsehaut pur", schwärmte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) fast schon von "Freischießen-ähnlichen Zuständen" in der "schönsten Stadt Oberfrankens". Seit seinen Anfängen im Jahr 2006 sei das Lichtfestival alljährlich größer, schöner und bunter geworden. Beiergrößlein hoffte, dass möglichst viele Menschen in die Stadt strömen und diese lieben lernen. Sehr freut ihn die verstärkte Einbindung der Festung Rosenberg in die 13. Auflage des Festivals. Sein Dank galt vor allem "Grand Senior" Rainer Kober.

Stellvertretender Landrat Gerhard Wunder (CSU) regte - als Tipp an seine Bürgermeister-Kollegen - nächtliche Dauerbeleuchtungen in den Gemeinden des Landkreises an. Damit könne man den Bürgern vor Ort eine große Freude bereiten. Der riesige Zuspruch schon beim Auftakt von "Kronach leuchtet" sei der schönste Lohn für all die Arbeit, die die Verantwortlichen in das Projekt investierten. "Die Unterstützung des Landkreises ist Euch weiterhin sicher", garantierte er.
Projektleiter Stirn kündigte über 90 wunderbare Lichtpunkte an. Thomas Römhild, Professor an der Hochschule Wismar, dankte für die herzliche Aufnahme in Kronach. Die Arbeit stelle für ihn und alle an den Workshops teilnehmenden Studenten eine große Freude dar. Die sichtlich stolzen jungen Leute aus aller Herren Länder stellten sich unter großem Applaus mit ihrem Namen und Heimatland vor. Bei der anschließenden, spektakulären Feuerwerk- und Lasershow war das Publikum sichtlich ergriffen von der außergewöhnlichen Inszenierung. Abertausende von silbernen Funken sprühten und glitzernde Strahlen regneten, während der Laser bunte "Gemälde" in den Himmel zauberte - phänomenal!

Eine einzigartige Farbenpracht erwartet die Besucher noch bis zum kommenden Sonntag auch auf der Festung. Tritt ein Betrachter durch das große Tor, kommt er sich vor wie in einer anderen Welt. In der in einem wahren Farbenrausch zum Leuchten gebrachten Festungsanlage sind für das Event einige sonst der Öffentlichkeit nicht zugängliche Räume geöffnet.

An der Schwelle zur Nacht bei sich selbst ankommen, den Alltag hinter sich lassen und seine Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes spazieren gehen lassen, auch das ist "Kronach leuchtet".
So gibt es sie - trotz der Menschenmassen - auch heuer wieder, leise, versteckte, Licht gewordene Ecken und Winkel, die die Seele streicheln. Unmöglich, diese alle an einem Abend zu entdecken.