Der Werkausschuss für den Eigenbetrieb Stadtwerke der Stadt Kronach befasste sich am Montag mit der Jahresrechnung 2019 und mit dem Wirtschaftsplan für das Jahr 2021. Außerdem standen im Fokus die Prioritätenlisten für Straßen- und Brückenbaumaßnahmen in Vorschau auf die Jahre 2021 und 2022.

Beeindruckt zeigten sich die Vorsitzende, Bürgermeisterin Angela Hofmann, und das Gremium vom positiven Rekordergebnis für das Jahr 2019. Mit den Verlustausgleichszahlungen in Höhe von 1 649 528,95 Euro auf den ausgewiesenen Jahresverlust von 1 213 004,96 Euro ergibt sich ein Bilanzergebnis in Höhe von 436 523,99 Euro. Das ist das beste Ergebnis seit Bestehen des Eigenbetriebs, hob kaufmännischer Leiter Johannes Meitner nach ausführlichen Erörterungen hervor.

Nach der Betriebssatzung ist für die Festsetzung des geprüften Jahresabschlusses der Stadtrat Kronach zuständig. Das Gremium empfahl dem Stadtrat einstimmig die Zustimmung zum Jahresergebnis. Über Parteigrenzen hinweg wurde die gute Arbeit der Stadtwerke und die minutiöse Aufarbeitung des Zahlenwerkes durch Johannes Meitner gelobt. Bürgermeisterin Angela Hofmann dankte für die übersichtliche Darstellung der Zahlen aber auch dem Werkleiter Jochen Löffler für die guten Leistungen des Eigenbetriebs mit seinen Mitarbeitern, was in einigen Betriebszweigen zu einem besseren Ergebnis als in den vergangenen Jahren führte.

Ralf Völkl (SPD) sah eine gute Basis für die anstehenden Aufgaben. Die Stadtwerke hätten gut gearbeitet und auch der Stadtrat habe seine Hausaufgaben gemacht. Es stünden laufend Sanierungen und Erneuerungen in der Wasserversorgung und im Abwasserbereich an. Hohe Kosten seien da, genau wie im Friedhofwesen wolle man aber die Bürger vor hohen Gebühren so weit wie möglich verschonen.

Peter Witton (Grünen/FL) lobte die gute wirtschaftliche Leistung. Markus Wich (CSU) dankte für die hervorragende Aufgliederung und sah ein vorausschauendes Handeln. Gleiches galt auch für den von kaufmännischen Leiter Johannes Meitner vorgestellten Wirtschaftsplan 2021. Der Werkausschuss fasste den Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat Kronach zur Annahme des Wirtschaftsplanes 2021 inklusive Stellenplan für die Stadtwerke Kronach. Im Erfolgsplan stehen Erträgen von 5 835 500 Euro Aufwendungen von 7 416 300 Euro gegenüber. Im Vermögensplan wurden 3 280 000 Euro als verfügbare Mittel den benötigten Mitteln in gleicher Höhe aufgestellt. Der Ausgleich für den Liquiditätsverlust durch die Stadt Kronach beläuft sich in 2021 auf insgesamt 1 804 900 Euro, davon entfallen 220 000 Euro auf geplante Investitionen.

Durch die Stadtwerke sind an die Stadt Kronach circa 100 000 Euro Verwaltungskostenbeitrag und circa 120 000 Euro Konzessionsabgabe aus der Wasserversorgung zu leisten. Die Gesamtbelastung der Stadt Kronach beträgt aus dem Wirtschaftsplan 2021 circa 1,6 Millionen Euro.

Ralf Völkl schlug vor, die erneuerbaren Energien zu forcieren, als Beispiel nannte er, die Hochbehälter der Stadtwerke mit Photovoltaikanlagen auszustatten und LED-Leuchten sukzessive auszubauen. Die Vorsitzende Hofmann wertete den Wirtschaftsplan auch als Ausdruck des politischen Willens, der berücksichtigt werde. Es warteten aber große Herausforderungen auf die Stadt und die Stadtwerke, die als noch unbekannte Größen nicht planbar seien, gab sie zu bedenken.

Angela Hofmann leitete über zu den vorliegenden Prioritätenlisten. Immerhin habe man ein Straßennetz von über 150 Kilometern zu erhalten und es bestehe hoher Bedarf. Im Haushalt habe man dafür rund zwei Millionen Euro vorgesehen.

Werkleiter Jochen Löffler bezeichnete den Straßenbau als großes Thema. Im Stadtgebiet stünden eine Reihe von Sanierungs-, Unterhalts- und Erneuerungsmaßnahmen an. Der aktuelle Bedarf sei größer , als logistisch und finanziell kurzfristig realisierbar sei. Deshalb haben die Stadtwerke (Werkleitung und Bauhof) eine Prioritätenliste erarbeitet. Es wird ein jährlicher Betrag in Höhe von durchschnittlich rund 2,5 Millionen Euro berücksichtigt.

Die Prioritätenliste

Die Prioritätenliste für 2021 sieht ein geschätztes Kostenvolumen von 2,2 Millionen Euro für folgende Maßnahmen vor:

Kronach: Querstraße und Karl-Bröger-Straße; Dörfles: Ortsdurchfahrt, Gehwege, Bushaltestelle; Gundelsdorf: Parkstraße (sie wurde auf Anregung von Markus Wich anstelle des Parkplatzes Krahenberg aufgenommen); Kronach: Fertigstellung Radweg LGS-Gelände, Gemeindeverbindungsstraße Gehülz/Brand/Zollbrunn/Kestel; Höfles/Vogtendorf: Alte Heeresstraße (Kostenbeteiligung bei Erschließung Baugebiet).

2022 ist mit Kosten von circa 3,2 Millionen Euro Folgendes vorgesehen:

Gehülz: Bonifatiusstraße; Kronach: Bürgermeister-Mertel- Straße und Gerhard- Hauptmann-Straße; Ziegelerden: Bergstraße; Neuses: Alte Dorfstraße (auf Anregung von Ralf Völkl und Zweitem Bürgermeister Michael Zwingmann). Ferner sind auch diverse Radwegeteilstücke vorgesehen.

Am Ende der Sitzung stellte Werkleiter Löffler nochmals die große Leistung von Bereichsleiter Ralf Deuerling und seinem Team am Freibad Crana Mare heraus. Nur durch deren großes Engagement sei es möglich gewesen, während der Corona-Pandemie das Freibad am 8. Juni zu eröffnen und den Badebetrieb bis 20. September zu ermöglichen. Ihnen gebühre Dank und Anerkennung. Und am Ende danken es auch die rund 36 000 Besucher, die das Angebot nutzten und schöne Tage im Erlebnisbad verbrachten. Insgesamt sei das Ergebnis der Freibadesaison 2020 durchaus positiv zu bewerten, stellte Werkleiter Löffler fest.