Traditioneller Brucktanz, genussvolles Klüeßessen sowie zünftiges Wirtshaussingen und noch viel mehr Veranstaltungen des Volks- und Gebirgstrachtenvereins "D'Rosenbergler" fielen der Corona-Pandemie zum Opfer. Die "Rosenbergler" sind ein weit über die Grenzen der Region hinaus bekannter und beliebter Kulturträger der Heimat- und Brauchtumspflege. Wegen der Pandemie musste auch die geplante Feier zum 70- jährigen Jubiläum abgeblasen werden. Dies ist für den bis dahin sehr rührigen Trachtenverein umso bedauerlicher, da man im Vorfeld die wunderschöne, handgestickte Vereinsfahne eigens für das Jubelfest aufwendig restaurieren ließ und diese der Öffentlichkeit präsentieren wollte.

Der knapp 100 Mitglieder zählende Kulturträger der Lucas-Cranach-Stadt legte in den vergangenen sieben Jahrzehnten auch auf die Kinder- und Jugendförderung großen Wert und brachte es immer wieder fertig, mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche für die Brauchtums- und Trachtenpflege zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Erhaltung und Pflege der Flößertracht, der Volkstanz sowie heimatliche Sitten und Bräuche. Für die Herstellung der farbenprächtigen Trachten hat man eigens eine Nähgruppe.

Anfang der 1970er Jahre wurde die Jugendgruppe durch Dieter und Christa Eidloth gegründet, diese fand großen Zuspruch und zählte damals mehr als 60 Jugendliche. Die Vereinsfahne wurde 1960 in Auftrag gegeben und konnte 1961 in einem Festgottesdienst geweiht und mit erhielt während eines Heimatabends mit einem schmucken Fahnenband ausgestattet, welches von der Fahnenmutter Käthe Neumeister gespendet wurde. Im Vorfeld hatten die Trachtendamen bei jeder wöchentlichen Tanzprobe 50 Pfennige pro anwesendes Mitglied für die Anschaffung der Vereinsfahne eingesammelt.

Eine erste Versammlung mit der Ambition zur Vereinsgründung hielten zwölf Trachtenfreunde im Mai 1950 in der Gaststätte St. Martin am Kronacher Marktplatz ab. Bei der Gründungsversammlung am 12. Juni trugen sich bereits 35 Mitglieder ein und riefen den "Volks- und Gebirgstrachtenverein Die Rosenbergler" ins Leben. Zur ersten Teilnahme eines Festzuges am Trachtenfest in Marktleuthen wurden die Trachten aus dem Museum der Stadt Kronach ausgeliehen. Unter beträchtlichem persönlichen Einsatz und hohen finanziellen Opfern der Mitglieder konnten einige Zeit später nach und nach eigene Trachten angeschafft werden.

Viel Geduld bewiesen die Rosenbergler immer wieder bei Domizilwechseln in Vereinsheime. Die Unterkünfte waren keinesfalls anspruchsvoll. Es ging vom Gründungslokal am Marktplatz, welches für das jetzige neue Rathaus weichen musste, in Räumlichkeiten des Kaiserhofs, was mit großer Renovierungsarbeit verbunden war. Als hierfür Eigenbedarf angemeldet wurde, zogen die Trachtler in die Landwirtschaftsschule, die dann Musikschule wurde. Auf der Suche nach einer neuen Unterkunft fand der Verein in der Schule am Melchior-Otto-Platz seinen Sitz, doch als das Finanzamt einziehen wollte, musste wieder ein neues Vereinsheim gesucht werden.

Glücklicherweise fanden die Rosenbergler 1984 in der Kreishandwerkerschaft ihre Heimat. Überall wurde renoviert und investiert, zuletzt vor fünf Jahren mit einer nahezu Generalsanierung, inklusive Bodenentkernung und neuer Küche, was frischen Wind ins Vereinsheim brachte und viel Zuspruch der Mitglieder und Besucher erfuhr. Dazu erwies sich der angrenzende große Hof als schöner Festplatz vor allem für den jährlich stattfindenden Brucktanz.

Handgebähte Trachten

Neben dem allgemeinen Vereinsleben ist der Zeitaufwand nicht zu unterschätzen, dass die Trachten in Handarbeit hergestellt werden. Als weiteres Highlight zu den schon etablierten Veranstaltungen stellte sich das Wirtshaussingen heraus, welches im Jahr 2013 erstmals im Vereinsheim stattfand. Es fand seither jeden ersten Montag im Monat statt und erfreute sich großen Zuspruchs. Doch dann kam Corona und brachte die Aktivitäten zum Erliegen.

"Wir wissen nicht, was das für Folgen für den Verein haben wird. Soweit möglich halten wir Kontakt zu unseren Mitgliedern, aber wie viele eventuell aufgeben, steht in den Sternen", sagt Erster Vorsitzender Stefan Ender nachdenklich. "Momentan sind wir über alle Generationen hinweg gut aufgestellt", betont Ender. Die jüngsten Mitglieder sind der drei Monate junge Fritz Beitzinger und Rebecca Schubert (neun Monate). Die ältesten Mitglieder sind Hans Helmbrechts und Agnes Jurinka, die uns aber ihr Alter nicht verraten wollen, jedenfalls fühlen sie sich jung genug, um den Rosenberglern weiterhin die Treue zu halten.

Bitte um Spenden

"Die Euphorie zum Trachtenverein lässt nach, wenn keine geselligen Zusammenkünfte mehr sind, nicht mehr getanzt und gesungen wird und keine Sozialverbindungen mehr bestehen. Die fehlenden Einnahmen reißen ein Loch in die Vereinskasse", kommt Ender auf die Finanzen zu sprechen.

Und da sind nun die Kosten für die Renovierung der Vereinsfahne. Aufgrund der aktuellen Situation konnte die restaurierte Fahne leider nur von einer Abordnung in Regensburg abgeholt werden, und nicht mit einem Vereinsausflug, wie ursprünglich geplant, verbunden werden.

Der Vorstand macht keinen Hehl aus der finanziellen Belastung für das Vereinsbudget. Fast schon verzweifelt bittet Stefan Ender um Spenden für die Fahnenrestaurierung an den Trachtenverein Rosenbergler bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach, DE57771500000240101063 .