Halil Tasdelen ist ein zufriedener Mann. Doch es gibt Momente, da hat er eine richtige Wut im Bauch. Nämlich dann, wenn Menschen anders begegnet wird, nur weil sie anders sind. Dann, wenn Vorurteile herrschen, ohne dass man genau über ein Thema oder den Menschen Bescheid weiß. Und deshalb hält Tasdelen, der als Migrantenkind nach Bayreuth gekommen ist und mittlerweile dort für die SPD im Stadtrat sitzt, Vorträge. Den nächsten am Freitagabend in Friesen. Wir haben vorab mit ihm über sein Leben als Migrant, Politiker und Moslem gesprochen.

Wann sind Sie denn nach Deutschland gekommen?
Das war im Februar 1983, da war ich neuneinhalb.

Und wie kam es dazu, dass Ihre Familie aus der Türkei nach Deutschland ging?
Mein Vater ist 1973 schon zum Arbeiten nach Deutschland gegangen, zunächst für einen Monat.