Was die Spezialitäten von und das Wissen über Bier angeht, macht Tina-Christin Rüger, der ersten Bayerischen Bierkönigin aus Oberfranken, so schnell wohl niemand etwas vor.

"Jeder hat eben andere Stärken", sagte sie am Dienstagnachmittag nach dem Kochduell, zu dem der Fränkische Tag im Rahmen seiner Kulinaria-Wochen eingeladen hatte.

Und das dachte sich wohl auch Monika Wenig, deren Stärke das Kochen ist und die beschlossen hat, Tina-Christin Rüger am Herd herauszufordern. Die Leserin hat sich auf den Aufruf unserer Zeitung hin beworben. Und was Tina über Bier weiß, weiß Monika Wenig in der Küche. Mit Thomas Roth, Inhaber und Koch des Gasthauses "Zur Mühle" in Hummendorf, an ihrer Seite, hat sie die Jury überzeugt und den Sieg eingeheimst.

Doch auch Tina-Christin Rüger hat unter Beweis gestellt, dass sie, anders als sie selbst behauptete, auch in der Küche durchaus etwas drauf hat. Mit Tipps und Tricks stand ihr Koch Markus Steller zur Seite und gemeinsam haben sie, genau wie Monika Wenig und Thomas Roth, ein leckeres Drei-Gänge-Menü gezaubert. Beide Menüs durfte sich - zum Neid der etwa zwei Dutzend Besucher - eine vierköpfige Jury schmecken lassen, die danach nicht nur satt, sondern auch begeistert war, von dem was ihr nach und nach aufgetischt wurde.

Und spätestens seit Dienstag haben Tina-Christin Rüger und Monika Wenig eine Gemeinsamkeit: Beide dürfen sich Königinnen nennen. Die eine Königin des Bieres und die andere Königin der Hobbyköchinnen.

Moni rockt den Kochtopf

An Unterstützung mangelte es Monika Wenig und Thomas Roth am Dienstag im Findeiß-Küchenstudio in Küps nicht. Die Arbeitskollegen der Apothekenhelferin haben sogar ein Plakat gebastelt: "Unsere Moni rockt den Kochtopf". Und so war es auch.

Schon am Vortag hat Leserin Monika Wenig Thomas Roth vom Restaurant zur "Mühle" zahlreiche Menüvorschläge gemacht. Geworden ist es dann dieses: Als Vorspeise gab es Salat von Spargel mit Ei-Senfsauce, Speckcroutons und Spargel-Espresso, als Hauptgericht Zweierlei vom Schweinefilet an Weinschaum und gratinierten Zucchini-Kartoffeln und als Dessert Palatschinken gefüllt mit Apfel-Topfen dazu Erdbeersorbet.
Warum sich die beiden dafür entschieden haben? "Weil es einfach gut ist", zeigte sich Roth von Anfang an siegessicher.

Ausgedacht hat sich Monika Wenig das Menü, nachdem sie die Zutatenliste gelesen hat: "Ich wusste dann ja, was es gibt und was ich draus machen kann. Fleisch ist dabei, Spargel - da war ja klar, dass wir damit etwas machen." Die Gehülzerin ist leidenschaftliche Hobbyköchin. Allerdings nicht schon von klein auf. "Das hat sich erst später entwickelt", erzählte sie. Sie schaut gerne Kochshows, hat zahlreiche Kochbücher daheim. Kochen ist ihr liebstes Hobby, sagt sie.

Und das hat man gemerkt. Ging das Team Monika Wenig/Thomas Roth doch als Sieger hervor und konnte sich am Ende nicht nur Karten für den Kochabend mit Promi-Koch Steffen Henssler am 16. November in der Brose-Arena Bamberg sichern, sondern den goldenen Kochlöffel weit in die Luft strecken und auf das sensationelle Ergebnis - Notendurchschnitt von 1,15 - mit einem Glas Sekt anstoßen.

Doch auch Tina kann kochen

Spontan war wohl das Motto von Tina-Christin Rüger und Markus Steller. Bei einem Kaffee am Vormittag haben die ehemalige Bayerische Bierkönigin und ihr unterstützender Koch beschlossen, was sie zaubern wollen. "Wir hatten nicht wirklich viel Zeit, uns vorzubereiten, Markus war im Urlaub und ich war die letzten Tage auch unterwegs", erklärte Tina-Christin Rüger. Und zudem steckte der Rettungsassistentin die Nachtschicht noch etwas in den Knochen.

Aber für Tina-Christin Rüger, die von sich selbst behauptete, nicht kochen zu können, stand der Spaß im Vordergrund.

Und überhaupt stellte sie bei dem Kochduell unter Beweis, dass es um ihre Kochkünste gar nicht so schlecht bestellt ist, wie sie dachte. Reibekuchenteig kneten, anbraten und auch das Servieren gingen leicht von der Hand.

Und auch beim Nachtisch stellte sich die Bayerische Bierkönigin, die erst vor kurzem aus dem Amt geschieden ist, alles andere als schlecht an. Schokopfannkuchen hat sie zwar vorher noch nie gemacht, aber mit den Tipps von Unterstützer Markus Steller sind sie gut gelungen. Und zwar so gut, dass einige kleine Zuschauer gerne naschten.

Aufgetischt haben Tina-Christin Rüger und Markus Steller Reibekuchen mit Sauerrahmdip und gebratenen Pilzen als Vorspeise, Schweinefilet auf gebratenem Spargel mit Eiersauce als Hauptgang sowie zum Abschluss Panna Cotta mit Erdbeeren und Schokopfannkuchen. Ein Notendurchschnitt von 2,02 kann sich da wirklich sehen lassen, auch wenn es nicht ganz zum Sieg gereicht hat.


Die Jury und ihre Entscheidung

Jurymitglieder Die Jury bildeten die FT-Leserinnen Waltraud Fehn, Kerstin May und Anja Deckelmann sowie FT-Redaktionsleiterin Corinna Igler.

Kriterien bewertet wurden nach Schulnoten Optik, Aufwand, Geschmack, Originalität, Sauberkeit der Küche, Zutaten, Teamarbeit, Timing und Kochen.

Spielregeln
Beide Teams hatten einen Warenkorb mit je gleichem Inhalt und hatten die Aufgabe, daraus jeweils ein Drei-Gänge-Menü zu zaubern.

Bewertung Mit einem Notendurchschnitt von 1,15 hat das Team Monika Wenig/Thomas Roth gewonnen. Tina-Christin Rüger und Markus Steller wurden mit dem Notendurchschnitt 2,02 bewertet.