Vorbereitende Untersuchungen, Informationen und die Hundesteuer waren Themen bei der letzten Gemeinderatssitzung.

In der 2018 neu erstellten Hundesatzung war die Steuer für Kampfhunde nicht enthalten. In der letzten Sitzung wurde nun beschlossen, in einer Änderungssatzung diesen Passus aufzunehmen. Einstimmig wurde beschlossen, für den Kampfhund ohne Wesenstest 500 Euro festzulegen. Sollte jemand mehr als einen Kampfhund besitzen, so erhöht sich der Betrag je Hund um 200 Euro, also dann der zweite Hund 700 Euro, der dritte 900 Euro usw. Normalerweise sind für den ersten Hund 35 Euro, für den zweiten Hund 60 Euro und für jeden weiteren Hund 60 Euro fällig.

Das Architekturbüro Kuchenreuther aus Marktredwitz war mit den Vorbereitenden Untersuchungen (VU) für das Stadtumbaumanagement beauftragt. Peter Kuchenreuther stellte nun in der Gemeinderatssitzung die Ergebnisse vor. Angefangen von der Aufgabenstellung, die die Regierung vorgegeben hat, über eine Bestands- und Ortsbildanalyse, dem Städtebaulichen Rahmenplan bis zu konkreten Projekten wurde eine Dokumentation mit 144 Seiten erstellt. Diese stellte Peter Kuchenreuther nun zusammengefasst vor.

Ein großer Faktor ist die Umgebung und Geschichte des Ortes, vor allem auch die Topografie mit den steil abfallenden Hängen. Landesplanerische Darstellungen, Regionalinitiativen und Flächennutzungsplan wurden neuzeitlich entwickelt. Das Gebiet umfasst den historischen Ortskern und das Gebiet um den Bahnhof.

Bei der Dokumentation vor allem des Leerstandes, vielen Inselgrundstücken, den zahlreichen kleinen und großen Scheunen vor allem in den Hinterhöfen, den Denkmälern und dem Blick von außen auf den Ort wurde eine ortskernprägende Bausubstanz festgestellt. Leider gibt es einen hohen Versiegelungsgrad, viele Engstellen und kleine Straßen. Dies zeigte sich auch in der Ortsbildanalyse, die vor allem die stark belastete Ortsdurchfahrt und Flächen, die nicht gestaltet waren, betrachtete. Natürlich fanden sich auch viele positive Beispiele zwischen den historischen Raumkanten, die zu erhalten es sich lohnt. Denkmäler, Grünflächen, begrünte Hänge und gut gestaltete Gärten sind nur einige davon.

Natürlich sind dies meistens Privatinitiativen. Doch es gibt noch andere gestalterische Möglichkeiten, zum Beispiel ein Lichtkonzept zum Sehen, Hinsehen oder Ansehen von Straßen, Einzelgebäuden und saisonbedingte Angebote wie Weihnachten, Vereinsfeste, Fasching usw. Ziel ist auch hier die Neuordnung von Grün- und Freiflächen durch die Wegnahme von maroden Gebäuden.

Wie sieht nun der Städtebauliche Rahmenplan in etwa aus? Die Zielvorstellung, wie sich alles entwickeln kann, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt. Neben der angesprochenen Wegnahme von maroden Gebäuden vor allem im hinteren Teil sollte so etwas wie eine "Innerörtliche Flurbereinigung" erfolgen, um Kleinparzelligkeit, Kleinstrukturen und schwierige Innerortslagen zu bereinigen und sinnvolle Parzellen und Anwesen zu erhalten. Zusammen planen, zusammen ausdünnen und den Wohlfühlfaktor steigern, das ist das Ziel der Ortsentwicklung im Ortskern.

Qualitätvolle Schrumpfung

Es wurden 13 Baumaßnahmenblätter erarbeitet, Information über Förderprogrammen, Fonds, das interkommunale Förderprogramm eingeholt. Beratungen energetisch und baulich sollen durchgeführt und Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden. Für die einzelnen Maßnahmen werden die Kosten ermittelt. Als Fazit stellte Peter Kuchenreuther fest, dass eine qualitätsvolle Schrumpfung stattfinden muss, man daraus etwas Positives machen und man dadurch "Luftigkeit" in den Ort bringen wolle.

Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) gab bekannt, dass in einer Klausurtagung des Gemeinderates am 21. November über diese 13 Maßnahmen gesprochen und das weitere Vorgehen diskutiert wird. Er sah in dieser qualitätsvollen Schrumpfung die einzige Möglichkeit, den Ortskern zu erhalten. Dieser war früher die "Einkaufsmeile" des Orts gewesen mit Geschäften, Kneipen und Gastwirtschaften. Besonders in der Kronacher Straße und Lobensteiner Straße pulsierte das Leben. Heute sind kleine Anwesen mit Grünflächen gefragt, hier sollen Möglichkeiten auch im Ortskern geschaffen werden.

Fraktionsvorsitzender Bernd Daum (FW) fragte nach dem kommunalen Entwicklungsfond und ob und welchen Einfluss man auf die Gestaltungsfibel und die Veränderungen im Ort habe. Peter Kuchenreuther meinte, dass man noch in Verhandlungen mit der Regierung stehe wegen des Entwicklungsfonds. Gestalterisch sei man schon offen, außer es handelt sich um Ensembleschutz, das muss angezeigt werden.

Dritter Bürgermeister Michael Wunder (CSU) hätte gerne einen groben Zeitplan und favorisierte die Kronacher und Lobensteiner Straße für die ersten Schritte. Um eine positive Verkehrsberuhigung zu erzielen, müsste natürlich eine kleine Umgehung erfolgen. Nach einigen Rückfragen zu den Kosten und finanziellen Möglichkeiten meinte Bürgermeister Pöhnlein (FW), dass das Problem die Eigenmittel sind, die der Markt aufbringen muss.

Aus dem Gemeinderat

Corona Bürgermeister Michael Pöhnlein appellierte an die Bürger, sich an die bestehenden Corona-Regeln zu halten. Er bat, die ortsansässige Gastronomie zu unterstützen und den Abholservice zu nutzen.

Vergabe Der Rückbau in der Schloßbergstraße wurde an die Fa. Reuther, Wallenfels, vergeben.

Bauhof Für den Bauhof der Gemeinde wurde beschlossen, anstelle des Kleintraktors einen größeren Traktor anzuschaffen, der auch für den Winterdienst genutzt werden kann.

Tunnelsanierung Das Straßenbauamt teilte mit, dass der Tunnel im Grund 2022 saniert wird, Die Sperrung werde circa ein Jahr dauern, so dass der Schwerlastverkehr verstärkt durch den Ort fahren wird. Beseitigt würden bei der Stoffelsmühle auch die in die Straße ragenden Felsnasen.

Halloween Pöhnlein dankte den bei den Jugendbeauftragten Julian Wachter und Luisa Hertel für die Aktion zu Halloween, bei der die Kinder "Süßigkeitenpäckla" bekamen.