Der ehemalige Rektor der Grund- und Mittelschule Pressig, Josef Wich, blickt sichtlich gerührt auf die Fotos. Sie zeigen überglückliche Menschen in Afrika. Und für deren Freude hat auch er gesorgt.

Wich trat zum wiederholten Mal als barmherziger Samariter für die Pressiger Partnerschule in Bonou im westafrikanischen Benin auf. Zu seinem 90. Geburtstag verzichtete der Altbürgermeister und Ehrenbürger von Pressig auf Geschenke und bat um Spenden für die Kinder und deren Schule in Bonou. Dabei kamen 1700 Euro zu Stande, die Josef Wich den beiden Botschaftern aus dem Frankenwald, Evi und Günther Scheler aus Stockheim, überreichte.

Schulausstattung angeschafft

Das Ehepaar Scheler informierte nach seiner Rückkehr nach Deutschland den großzügigen Spender über die Freude, die in den Schulen bei Kindern, Eltern und Lehrern in Bonou herrschte. Sie zeigten dem Gönner auch viele Fotos, die den Ausdruck der Freude beeindruckend widerspiegelten. Mit Musik und Gesang wurde die Übergabe der neu angeschafften Schulausstattung gefeiert, und die Kinder bedankten sich laut bei ihrem "Grand-Père" (was so viel heißt wie Opa oder Großpapa) Josef Wich.

Von diesen Eindrücken, von denen die Schelers in der Pressiger Schule berichteten, war Josef Wich sichtlich gerührt. Er werde, so lange er lebe, mit seiner Ehefrau Maria weiter an die armen Kinder in Afrika denken und ihnen wann es immer möglich sei, weiter Freude bereiten, versprach Josef Wich. Und er drückte auch die Hoffnung aus, dass die Grund- und Mittelschule Pressig weiterhin ein Bindeglied zwischen Afrika und Deutschland bleiben möge. Evi und Günther Scheler konnten während ihres jüngsten Aufenthaltes in Benin die Schüler, Lehrer und Eltern an acht Schulen mit neuer Schulausstattung erfreuen. Seit 1994 besteht eine Partnerschaft zwischen der Schule in Bonou und der Schule in Pressig. Seit nunmehr fast 20 Jahren erfolgt aus Pressig regelmäßig die finanzielle wie auch materielle Unterstützung der Schule in Afrika. Aber nicht nur die Schule selbst wurde unterstützt, sondern auch ein Trinkwasserbrunnen konnte 2011 mit der Hilfe aus Pressig errichtet werden.

Dank an die Frankenwälder

Dank großzügiger Spenden der Eltern, Schüler und Lehrer mit dem Förderverein der Schule Pressig und nicht zuletzt auch auf Grund des finanziellen Engagements der Familie Maria und Josef Wich konnte die Schule in Bonou aufgebaut werden. Überall in Schulen und an den Schulbänken in Bonou steht daher der Schriftzug "Ecole Pressig Allemagne", also gespendet von der Volksschule Pressig.

"Inzwischen gibt es im Ort Bonou, den man sich flächenmäßig so groß wie den Landkreis Kronach vorstellen muss, und der aus 28 Dörfern besteht, acht Schulen, die nach und nach mit Lehrmaterial ergänzt werden", erklärten Evi und Günter Scheler. Bei ihrem vor Kurzem stattgefundenen Besuch in Bonou konnten sie - unter Mitwirkung des dortigen Schulrates, Bürgermeisters und der Lehrer - notwendiges Lehrmaterial wie Schulbücher, Landkarten, Nähwerkzeuge, Lineale oder Kreide anschaffen. Alle acht Schulen konnten somit in ihrer Ausstattung ergänzt werden - dank der Spende von Josef Wich.