Nur ein Jahr, nachdem der Schulstandort Johannisthal als gesichert galt, liefert er wieder Gesprächsstoff. Eltern und Gemeinderat hatten damals dafür gekämpft, dass die Schulleiterstelle in Johannisthal wieder besetzt wird und damit nicht nur dieses Ziel bei der Regierung von Oberfranken erreicht, sondern auch die Erhaltung des Schulstandortes Johannisthal. Nun steht er jedoch wieder in der Diskussion.

Der Küpser Bürgermeister Herbert Schneider (parteilos) hat sich an seine Gemeinderäte, an die Schulleitung und die Elternbeiräte gewandt. Ein Anbau an die Mittelschule in Küps würde jetzt gefördert. Müsse man in ein paar Jahren die Schule in Johannisthal sanieren, erhalte man lediglich einen Zuschuss in der Höhe, die man jetzt für die Erweiterung in Küps benötige. Am Mittwoch hat Schneider zu einer Infobesprechung eingeladen.
Auf unsere Nachfrage wollte er nicht näher auf Inhalte der "reinen Arbeitssitzung" eingehen. Es sei ein internes Gespräch zur Vorbereitung der Marktgemeinderatssitzung am 24. November gewesen. Dabei habe es einen konstruktiven Meinungsaustausch gegeben, sagte er.


Gute Prognose

Kerstin Schmidt-Müller, die derzeit die Schulleiterin Gisela Gebert-Hartenstein vertritt, zugleich Zweite Vorsitzende des Fördervereins und auch Gemeinderätin ist, verstand im Vorfeld des Infogesprächs nicht ganz, warum der Standort Johannisthal nun erneut zur Debatte steht. Immerhin sei die Rektorenstelle seit einem Jahr wieder besetzt, die Schülerzahlen für Johannisthal seien steigend prognostiziert, das pädagogische Angebot gut - Johannisthal ist unter anderem flexible Grundschule und Umweltschule - und eine Generalsanierung der Grundschule dürfte in den nächsten Jahren auch nicht anstehen; immerhin habe man in den vergangenen Jahren bereits einiges investiert. Die Schule Johannisthal steht aus ihrer Sicht gut da: "Ich bin von der kleinen Schule und dem pädagogischen Angebot überzeugt."

Die Elternbeiratsvorsitzende Tanja Mahr-Reibrich wollte sich zu dem Thema noch nicht äußern.

CSU-Fraktionssprecherin Ursula Eberle-Berlips betonte, dass die Diskussion mit dem gestrigen Gespräch nicht beendet sei, da es nur um eine Information gegangen sei. Die Entscheidungen lägen letztlich bei den Fraktionen. "Das Wohl der Kinder liegt dabei in unserem Fokus", betonte sie. Allerdings sei die Frage nach den Schulen im Markt Küps sehr komplex; Schülerzahlen, Förderungen und viele andere Themen spielten hinein. "Das Ziel ist es aber, den Schulstandort Johannisthal zu erhalten", unterstreicht sie. Und für die Zeit des Schulneubaus (Mittelbau) in Küps - also für "sechs plus X Jahre" - sieht sie überhaupt keine Gefahr für den Standort Johannisthal. Im Gegenteil: Da man ohne Container in Küps auskommen wolle, werde die Johannisthaler Schule in dieser Phase sogar besonders gebraucht.

Langfristig müsse man einerseits sehen, dass Küps die einzige Landkreisgemeinde ist, die noch zwei Schulsprengel unterhält. Andererseits seien die Prognosen für Johannisthal gut, das Niveau sei in beiden Schulen hoch und daher "möchten wir möglichst beide Schulen erhalten".


Planungssicherheit

Dieter Lau, SPD-Fraktionsvorsitzender, sieht die Situation ähnlich. Nach dem Infogespräch, bei dem der Architekt auf die Sanierung in Küps eingegangen sei, versichert Lau: "Der Mittelbau der Mittelschule Küps wird möglichst bedarfsgerecht ausgebaut." Und aus seiner Sicht fügt er an, dass es "im Augenblick keinen Grund gibt, den Schulsprengel Johannisthal aufzulösen".

Fraktionssprecherin Helga Mück (Freie Wähler) versteht, dass sich die Theisenorter und Johannisthaler um ihre Schule sorgen und für sie einsetzen. Mit Blick auf die Sitzung in zwei Wochen werde man die verschiedenen Standpunkte zur Schulsituation in der Marktgemeinde vor dem Hintergrund der Schulhaussanierung in Küps diskutieren. Dann müsse eine Entscheidung über das konkrete Vorgehen in Küps gefällt werden, um dem Architekten Planungssicherheit zu geben. Dass die Generalsanierung kommen werde, stehe aber fest.