Julian und Roman Wasserfuhr sind Geschwister und echte Musiktalente. Schon mit 17 Jahren hat Julian zusammen mit seinem älteren Bruder Roman das Album "Remember Chet" herausgebracht. Das war vor sieben Jahren. Seither haben sie viele Erfahrungen in der Musikwelt gesammelt. Wir haben mit den beiden Talente gesprochen.

Ihr steht zu zweit auf der Bühne, nennt euch aber Quartett. Warum?
Julian und Roman Wasserfuhr: Wenn wir mit unserer Band, Benjamin Garcia am Bass und Oliver Rehmann am Schlagzeug, unterwegs sind, sind wir ein Quartett. Wenn wir allerdings im Duo spielen, ist dies nicht der Fall.

Der Schauspieler Matthias Brandt sagt einmal über Euch, dass Ihr das Gegenteil von "Angeber-Jazz" spielt. Gibt es in Deutschland keinen ehrlichen Jazz mehr?
Es gibt in Deutschland definitiv guten Jazz und auch generell gute Musik beziehungsweise Musiker.
Natürlich gibt es, wie so oft auch genau das Gegenteil. Ich denke, Matthias Brandt meint, dass es zu viele Menschen und Musiker gibt, die Musik machen um zu zeigen, was sie technisch können.
Unser Ziel ist es so zu spielen, dass die Musik im Vordergrund steht und nicht der jeweilige Protagonist beziehungsweise Solist. In der Vergangenheit haben wir so viele Musiker kennen gelernt, die zwar technisch einwandfrei oder sogar großartig spielen, jedoch vergessen haben worum es geht. Das ist vielleicht auch der Grund warum der Jazz so einen elitären Charakter bekommen hat.

Was reizt Euch an Jazz?
Generell reizt uns gute Musik. Es muss nicht unbedingt Jazz sein. Wir sind auch nicht von der Sorte "Jazz Polizei", die eine Musik nur dahingehend bewertet, welche oder wie viele Akkorde in einem Takt vorkommen. Jazz ist natürlich spannend, weil viel passiert. Man kann sich entfalten und in einem Moment anfangen zu komponieren. Es entsteht dabei immer etwas Neues auf der Bühne.

Ihr seid ja Brüder - wie unterscheidet Ihr Euch charakterlich? Gibt es manchmal auch Stress?
Es gibt dauernd Stress. Aber das ist genau das Spannende. Es entstehen viele Kompositionen, gerade weil wir uns eben nicht immer einig sind. Wir sind total unterschiedlich und trotzdem sehr gleich indem was wir sowohl menschlich als auch musikalisch wollen.

Was wird die Besucher der Jazz-Nacht in Kronach erwarten?
Ein hoffentlich spannender Abend mit ganz neuen Kompositionen unserer CD "Running", die bald erscheint. Es wird zum Teil etwas wilder (lacht).