Der Saal des Gemeindehauses mit neuem Ausschankbereich und moderner Theke erstrahlt in frischen Farben. Die neuen, gepolsterten Stühle im Saal und im neu gestalteten Vereinszimmer laden zum Verweilen ein. Die Sanitäranlagen wurden erneuert, die Eingangstür des Gebäudes ausgetauscht. Im Treppenhaus gehören frostgeschädigte Glasbausteine ebenso der Vergangenheit an wie durch Streusalz zerfressene Fliesen.
Die Freude und der Stolz über den rundumerneuerten Innenbereich standen den Verantwortlichen beim Empfang ins Gesicht geschrieben. Eingeladen hatte die Dorfgemeinschaft (DG) Hesselbach - und viele waren der Einladung gefolgt, womit - so der DG-Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Edgar Renk - ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehe.
Der erste Vorstoß erfolgte im 2011, als Renk bei einer Gemeinderatsitzung das von Georg Schönmüller ausgearbeitete Renovierungskonzept vorstellte. Für die DG sei es klar gewesen, so viel wie möglich in Eigenregie zu leisten. Nur der Materialaufwand sollte von der Gemeinde übernommen werden. "Das Konzept wurde zwar gelobt, doch bei der Abstimmung wurde gegen den Antrag entschieden", so Renk. Ein späterer erneuter Vorstoß verlief leider wiederum erfolglos. Es kam der Wechsel des DG-Vorsitzenden - und ein weiterer Versuch seines Amtsnachfolgers Alexander Kittel brachte schließlich den Erfolg. Es wurden finanzielle Mittel für den Beginn der Innenrenovierung zur Verfügung gestellt, in den folgenden Jahren wurden diese immer neu festgesetzt.
Die ersten Arbeiten begannen mit dem Einbau neuer Fenster und der Kaminsanierung. Mit viel Eifer und Engagement gingen die fleißigen Helfer an die weiteren Maßnahmen. Es wurde Altes herausgerissen, Leitungen verlegt, gemauert, Wände verputzt und vieles mehr. "Viele Hände haben zusammengespielt und das Ergebnis lässt sich heute sehen", zeigte sich Renk stolz.
Kittel und Hoderlein berichteten über den Schwerpunkt der Renovierungsphase des Saales, Thekenbereich und Toilettenanlagen. "Viele Fenster im Saal und Vereinszimmer waren so marode, dass wir sie größtenteils aus Sicherheitsgründen fest verschraubt hatten", so Kittel.


Hunderte ehrenamtliche Stunden

Im ersten Jahresschritt erfolgte die Sanierung der Wände: Der Putz musste herunter und alles wurde neu verputzt. Der komplette Ausschankbereich mit Boden und Wand musste neu gefliest werden. Auch eine neue Theke wurde eingebaut. Die neuen Fenster erhielten moderne Vorhänge. 2012 und 2013 wurden 290 ehrenamtliche Stunden geleistet. In einem weiteren Schritt wurde der sanitäre Bereich angegangen, wobei alles komplett neu gemacht wurde. Hierfür waren 2013 und 2014 die Helfer 370 Stunden im Einsatz. Bei der Reinigung waren 34 Helfer dabei. An der Bestuhlung mit Polster beteiligte sich die DG mit 500 Euro. In der nächsten Bauphase standen unter anderem folgende Arbeiten an: die Deckenmontage im Treppenhaus, die Maurerarbeiten an den Wänden und das Entfernen der Glasbausteinfenster. Ein Teil dieser Arbeiten musste durch heimische Firmen ausgeführt werden. "Heute ist unser Ziel erreicht", strahlte Renk, der seinen Dank an die Gemeinde Wilhelmsthal mit der Hoffnung auf weitere Unterstützung verband. Gleichzeitig hoffte er auf einen regen Zuspruch der Räumlichkeiten. Der kleine Besprechungsraum (Barraum) ist ideal für Sitzungen und kleine Feierlichkeiten bis 30 Personen, der große Saal mit Bühne und Theke für bis zu 100 Personen. Ziel ist auch eine Nutzung durch überörtliche Veranstaltungen. Renk dankte allen Helfern. Noch ausstehen der Außenbereich mit dem Gebäudeanstrich sowie die Neugestaltung des Vorplatzes und der Grünanlagen um das Gemeindehaus. Wie das aussehen könnte, erklärte Georg Schönmüller. Demzufolge wolle man vorhandene Putzschäden ausbessern, einen neuen Fassadenanstrich vornehmen, ein Vordach als Wetterschutz errichten und eventuell das DG-Logo anbringen. Den Abschluss bildet die Außenanlage.
"In Hesselbach wird Dorfgemeinschaft gelebt", würdigte Bürgermeisterin Susanne Grebner. Das Geld sei das eine. Was die Dorfgemeinschaft für ihren Heimatort leiste, sei mit Geld aber nicht zu bezahlen. Hierbei stellte sie insbesondere die hervorragende Planung von Architekt Schönmüller heraus. Ein großes Lob gebühre auch den toughen und zuverlässigen Firmen in der Gemeinde. Mit Bibelworten erbat Pfarrer Sven Raube den Segen für die Räumlichkeiten und alle, die diese nutzen. hs