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Steinwiesen
Corona-Krise

In Steinwiesen rattern die Nähmaschinen

Wagners Hotel rief in der Zwangspause zum Nähen auf. Zehn Frauen machten mit und fertigten 100 Behelfsmasken, die kostenlos verteilt wurden.
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Fleißig beim Nähen - sie helfen mit, die Corona-Krise zu überstehen. Fotocollage:privat
Fleißig beim Nähen - sie helfen mit, die Corona-Krise zu überstehen. Fotocollage:privat
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Die Corona-Krise hat alles Leben fest im Griff. Dies haben auch Caroline und Christoph Wagner von Wagners Hotel und Restaurant in Steinwiesen erfahren müssen. Aufgrund der Verordnungen der Staatsregierung musste das Hotel Mitte März seine Pforten schließen. Das heißt, keine Übernachtungsgäste und keine Besucher des Restaurants. Eine kleine Katastrophe für die Besitzer und die zahlreichen Angestellten des Hotels. Sie mussten alle in Kurzarbeit geschickt werden.

Doch man wollte sich mit der aufgezwungenen Ruhe im Hotel, dem Verdammtsein zum Nichtstun nicht abfinden. Etwas Sinnvolles wollte man tun, mithelfen in diesen nicht gerade leichten Zeiten. Und so entstand die Idee, Stoffbehelfsmasken für Mund und Nase zu nähen. "Wir haben eine Wagner Whatsapp-Gruppe, da haben wir einen Rundruf abgesetzt und die Resonanz an freiwilligen Helfern war hervorragend. Zum Schluss waren wir zehn Frauen, die spontan zugesagt haben", ist Caroline Wagner stolz auf ihre Mitarbeiter. Und dann ging es los.

Mangelware Gummilitzen

Anfangs wurde der Stoff für die Masken aus alter Bettwäsche geschnitten und genäht. Caroline Wagner organisierte dann noch günstig einige Stoffe aus ihrer alten Heimat Dinkelsbühl und "die Produktion konnte beginnen". Eine Herausforderung war es, die Gummilitzen, die fast überall ausverkauft waren, noch zu "ergattern".

Und dann ratterten die Maschinen wie ein Uhrwerk. 100 Masken wurden an das Seniorenzentrum in Marktheidenfeld geliefert, man hatte gute freundschaftliche Verbindungen zu einem Pfleger. "Meine Oma war in diesem Heim, wurde gut gepflegt, sie ist leider schon verstorben", erklärt Caroline Wagner. Aber dann wurden die Menschen vor Ort unterstützt. Die Feuerwehr in Steinwiesen freute sich über 20 Masken und die Feuerwehr Nurn über zehn Behelfsmasken. Auch das Flüchtlingsheim erhielt zehn von Wagners Mitarbeiterinnen genähte Unikate. Für Privatpersonen nähte man 20 Stück und Kindergärten fragen bereits nach Kindermasken.

Um den Kindern die Angst und Unsicherheit für das Tragen der Masken zu nehmen, erhielten auch die Kuscheltiere liebevoll genähte kleine Masken, was für strahlende Gesichter sorgte. Natürlich werden die Masken unter den strengen Richtlinien des Infektionsschutzgesetzes gefertigt, Mindestabstände eingehalten und die ehrenamtlichen Helfer geschützt.

Es ist ein Beispiel dafür, dass Menschen in Krisenzeiten zusammenhalten, sich ehrenamtlich engagieren und damit ihre Verbundenheit innerhalb des Betriebes, der Firma oder auch des Hotels zeigen zum Wohl der Menschen, die es nötig haben. Caroline Wagner betont auch, dass man selbstverständlich auch weiterhin bereit ist, Masken zu nähen. Bitte bei Bedarf melden, es ist noch genügend Material und vor allem Zeit vorhanden.

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