Seit der Grenzöffnung ist der Ausbau der Straße zwischen Schauberg und Judenbach im Tettauer Winkel ein Thema. Nun gibt es grünes Licht für dieses Projekt. Weil jedoch Gerüchte im Umlauf sind, wonach Bürger den Ausbau gar nicht wollten, lud Bürgermeister Peter Ebertsch am Dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung ins Gasthaus Steiner ein.

"Wir wollen Licht ins Dunkel bringen", so der Bürgermeister. Es könne nicht sein, dass seit Jahren um die Straße gekämpft werde und nun gesagt werde, wir brauchen die Straße nicht.
Für ihn sei die Entwicklung überraschend gekommen, dass die Straße jetzt doch gebaut werden kann, zumal noch im Mai 2014 das Projekt wegen fehlender Finanzmittel vom Thüringischen Verkehrsministerium abgelehnt worden sei.

Der Unternehmer Jürgen Brandt hielt entgegen, dass die Straße seit 20 Jahren "überfällig sei". Die Schauberger betonten, dass sie grundsätzlich nicht gegen den Ausbau der Landesstraße 1152 nach Judenbach seien. Sie befürchten aber einen stark zunehmenden Schwerlastverkehr. Deshalb wünschen sie sich, dass ihre Anliegen bei den Planungen der Straßen mit berücksichtigt werden.

Über eben diese Planungen informierte Jürgen Woll, Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamtes Bamberg. Laut seinen Ausführungen starten seine Thüringer Kollegen demnächst mit der Ausschreibung. Die Straße soll auf Thüringer Seite zwischen 5,5 und acht Meter breit werden. Geplant ist, diese Maßnahme bis 2016 fertig zu stellen. Was die bayerische Seite betrifft, also die rund 800 Meter von der Landesgrenze bis nach Schauberg, so sei ein Ingenieurbüro mit den Vorplanungen beauftragt worden. Die Straße soll auf diesem Abschnitt 6,5 Meter breit werden. Zusätzlich ist ein 1,5 Meter breiter Gehweg geplant.

Jürgen Woll ließ keinen Zweifel daran, dass der Verkehr auf dieser Strecke zunehmen wird. "Wenn der Freistaat Bayern Geld für eine Straße ausgibt, soll diese auch befahren werden." Die Straße wird auch verbreitert werden müssen, damit zwei Lkw ohne Hindernisse vorbeifahren können. "Die jetzige Breite von etwa 3,5 Meter reiche dafür nicht aus."

Woll sprach von bevorstehenden Grundstücksverhandlungen geführt und verdeutlichte: "Wenn Ihr uns keine Grundstücke gebt, können wir auch nicht bauen." Außerdem müsse geklärt werden, ob ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden muss.

Bis Frühjahr 2015 soll ein Planungsvorentwurf fertigen sein. Es sei sinnvoll, den Ausbau auf bayerischer parallel zu dem auf thüringer Seite durchzuführen, um Verkehrsbehinderungen zu vermeiden.

Des Weiteren informierte der Servicestellenleiter die Schauberger, dass bereits 2015 die Brücke erneuert wird. Die Investitionskosten betragen hierfür 350 000 Euro. Für den Ausbau der Staatsstraße liegt eine Kostenschätzung über 800 000 Euro vor.

Standortvorteil

Ebertsch appellierte an die Bevölkerung, bestimmte "Egoismen" abzustellen. "Wir haben dann nur 30 Minuten zur Autobahn". Er sieht in dem Ausbau der Straße zwischen Schauberg und Judenbach einen Standortvorteil, eine Steigerung der Lebensqualität und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit. Er gehe auch davon aus, dass lediglich ein regionaler Lkw-Verkehr auf dieser Strecke stattfinden wird. "Und das ist mir aus Gründen der Verkehrssicherheit lieber, als wenn die Lkw von Neuenbau aus kommend ein 16-prozentiges Gefälle herunterrollen."

Die Geschäftsführerin von Rösler Ceramtec, Katharina Rösler, fragte nach der Parkplatzsituation nach dem Ausbau. Es müsse gewährleistet bleiben, dass ihre Mitarbeiter weiterhin Parkplätze haben.
Gefragt wurde auch nach einer Immobilie, die vor kurzer Zeit renoviert und an das Straßenbauamt verkauft wurde. Jürgen Woll stellte klar, dass ein Teil des Grundstückes, auf dem dieses Haus steht, für eine Behelfs umfahrung im Zuge der Brückenbaumaßnahme benötigt wird. Er sicherte den Schaubergern zu, bei den Planungen soweit als möglich auf ihre Belange Rücksicht zu nehmen. Er betonte aber auch, dass die Grundstücksverhandlungen nicht in der Öffentlichkeit geführt werden können.