Rund drei Stunden tagte am Donnerstagabend der Gemeinderat. Dabei ging es im Wesentlichen um die Vergabe von infrastrukturellen Maßnahmen. Neben der Sanierung der Grieser Straße, die ein zentraler Punkt der Sitzung wurde, kam auch zum Ausdruck, dass bei den bevorstehenden Straßenbaumaßnahmen eine enge Absprache mit dem Wasserzweckverband Frankenwaldgruppe (FWG) notwendig ist.
Das wurde beispielsweise beim Punkt "Mauerkopfsanierung Stützmauer Bergstraße, gegenüber Haus 5/6" deutlich. Mit 29.505 Euro legte die BSP Pfadenhauer das günstigste Angebot vor. Problem ist, dass diese Maßnahme nicht im Haushalt berücksichtigt ist. Nun wurde der Vorschlag geäußert, diese Mittel aus dem 130 000-Euro-Topf zu verwenden, der für Straßendecken bei Gemeindestraßen vorgesehen ist.
Heinrich Förtsch (CSU), wandte ein, dass diese Gelder für den vorgesehenen Zweck zu verwenden seien.
Im Rahmen der Diskussion wurde auch geäußert, dass es nur Sinn macht, neue Straßendecken anzubringen, wenn vorher neue Wasserleitungen verlegt worden sind. Die FWG müsse sagen, welche Wasserleitungen in welchen Straßen sie als nächstes in Angriff nehmen wolle, so Jochen Gleich (CSU). Derzeit werde der Fokus des Wasserzweckverbandes auf solche Strecken ausgerichtet, in denen Wasserrohrbrüche zu verzeichnen waren, antwortete Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD). Letztendlich wurde dieser Punkt vertagt. Es soll nun geprüft werden, inwieweit die 130 000 Euro für die Straßendecken ausgeschöpft werden können. Sollten Restmittel übrig bleiben, könne über die Stützmauer nachgedacht werden.


Umleitung und 3-Seiten-Ampel

Eine Maßnahme, die im August 2016 starten soll und in drei Bauabschnitten für die Jahre 2016, 2017 und 2018 aufgeteilt wurde, ist der Ausbau der Grieser Straße im Ortsteil Steinberg.
Hier stellte Markus Albrecht vom Ingenieurbüro IVS die Planungen für den ersten Bauabschnitt vor. Demnach soll im Zuge des Straßenausbaus die Bachverrohrung des Trebesbaches in den öffentlichen Bauraum der Staatsstraße 2200 verlegt werden. Der bestehende Verrohrungsbereich unter dem Gasthaus Frack soll im Bestand bleiben. Die neuen Bachverrohrungsprofile sollen an der bestehenden Straßenquerung angebunden werden. Die Neuverrohrung und die Umverlegung ist wegen der Gewässer III. Ordnung erforderlich. Während der Bauphase wird der Verkehr über dem Weinberg umgeleitet. Zudem wird eine 3-Seiten-Ampel zur Verkehrsregelung aufgestellt. Die Gemeinde geht von einer 654 000 Euro teuren Investition für den ersten Bauabschnitt aus. Die Bürgermeisterin hofft nun auf 90 Prozent an Zuschüssen von den zuwendungsfähigen Kosten, die im ersten Bauabschnitt mit 545 000 Euro zu Buche schlagen.
Wilhelmsthal unterliegt der Haushaltskonsolidierung. Deshalb ist die Gemeinde auch gezwungen, die Straßenausbaubeitragssatzung auf die Anlieger umzulegen. Das bedeutet, dass die Anlieger der Grieser Straße ihren Beitrag zur Finanzierung leisten müssen. Susanne Grebner betont, dass sie alles versucht habe, die Kosten für die Anlieger so gering als möglich zu halten. Am 13. Juli erfolgt nun in einer Gemeinderatssitzung die Vergabe für den ersten Bauabschnitt. Am 19. Juli findet eine Informationsversammlung mit den Anliegern im Gasthaus Zum Frack statt.
Bezüglich der Investitionen für den zweiten und dritten Bauabschnitt können derzeit noch keine Zahlen genannt werden. Hier müsse man erst die Planungen abwarten.


"Hoher Fremdwasseranteil"

Ein weiteres Thema war die Kläranlage in Gifting. Walter Brandner vom Ingenieurbüro Schneider und Partner sprach von einem hohen Fremdwasseranteil im Schutzwasserkanal. Das Landratsamt fordert nun ergänzende Maßnahmen. Zudem muss der Antrag auf Neuerteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis gestellt werden. Hiermit wurde das Ingenieurbüro SRP zu einem Honorar von 5962,61 Euro beauftragt.


Schäden in der "Wöhrleite"

Verschoben wurde der Antrag bezüglich der Auftragsvergabe für die Kanaluntersuchungen für Steinberg (Rest), Hesselbach und Gifting. Hier müssen erst noch Details geklärt werden.
Bei den ersten Kanaluntersuchungen wurden in Steinberg in der "Wöhrleite" im Hauptkanal Schäden festgestellt. Hier wurde die Firma Swietelsky-Faber GmbH aus Landsberg beauftragt, diese zum Angebotspreis in Höhe von 87 164 Euro zu beseitigen.
Was die Beteiligung zum 26. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" betrifft, so kam der Gemeinderat überein, bei diesem insgesamt drei Jahre andauernden Wettbewerbe keine Gemeinde zu melden.
 


Gemeinderat in Kürze



Auftragsvergabe Weitere Aufträge wurden wie folgt vergeben:
Brückensanierung in Roßlach/Winterleithen, Firma Eidloth GmbH zum Preis von 8211 Euro. Palisadenerneuerung für den Containerstellplatz am Friedhof Wilhelmsthal an die Firma BSP Pfadenhauer, Hesselbach zum Preis von 10 888,11 Euro. Markierungsarbeiten für den Parkplatz Hofwiese in Steinberg, Firma Wolfschmidt GbmH Straßenverkehrstechnik, Hellingen zum Preis von 2650 Euro.

Schachtregulierungsarbeiten an Firma Vienna GmbH & Co. KG, Hargesheim, zum Preis von 11 500 Euro; Errichtung eines Containerstellenplatzes am Parkplatz Hofwiese in Steinberg, Firma Michael Eidloth GmbH zur Angebotssumme von 7614 Euro; Renovierung des Gemeindehaues Hesselbach, Erneuerung der Fenster an die Firma Fiedler zum Preis von 3128 Euro; Renovierung Gemeindehaus Hesselbach, Gwerk: Putz-, Trockenbau- und Malerarbeiten an das Malergeschäft Schnappauf zum Preis von 5502 Euro; Beschaffung eines Spielgerätes für den Kinderspielplatz am Sportplatz in Wilhelmsthal, Firma espas GmbH, Kassel, zum Preis von 1848 Euro. Mauerkopfsanierung Stützmauer Alte Poststraße 34, Wilhelmsthal, an BSP Pfadenhauer zum Preis von 20 919,25 Euro.

Bauanträge Folgende Bauanträge wurden weitergeleitet:
Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Carport, Anna-Kathrin Adam und Joachim Böhmer, Grümpelstraße 3, Wilhelmsthal; Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage, Tina und Christian Stöcklein, Hofwiese 2, Wilhelmsthal. Umbau der ehemaligen Gaststätte "Zum Häusla" in Redwitzerhöh 1, zum Wohnhaus mit Stallanbau vs