Bereits Ende April teilte Helios in seinen "Unternehmens-Nachrichten" mit, seine Kliniken regional neu strukturieren zu wollen. Eine Stellungnahme von Geschäftsführer Francesco de Meo weckte dabei offenbar Befürchtungen für die Zukunft der Kronacher Klinik. "Ist das der Anfang vom Ende?", fragte uns ein anonymer Schreiber.
Dieser bezog sich auf de Meos Äußerungen, dass Martin Jonas (bisher Regionalgeschäftsführer Bayern) Helios aus persönlichen Gründen verlassen hat. Im Zuge dieser personellen Veränderung kam es auch zu einer neuen Regionalstruktur für die Helios-Kliniken.

"Wir sind sicher, dass diese neue Regionsstruktur die Vernetzung unserer Kliniken untereinander zusätzlich fördern wird", erklärte de Meo. In einer Pressemitteilung stellte der Geschäftsführer klar: "Die Kliniken in Bad Kissingen, Hammelburg, Kronach und Volkach gehören künftig zur Region Mitte mit Regionalgeschäftsführer Mate Ivancic." Die Kliniken im südlichen Bayern wurden mit den Kliniken der bisherigen Region Baden-Württemberg der neuen Region Süd zugeordnet.


Bestätigung aus Kronach

Was zu dieser Entscheidung von de Meo in den "Unternehmens-Nachrichten" kommuniziert wurde, bestätigt Pressesprecher Stephan Zeidler von der Helios-Frankenwaldklinik Kronach. Die neue Struktur mache Sinn, da die fränkischen Helios-Kliniken bereits stärker mit den Kliniken des Unternehmens in Thüringen vernetzt seien als mit den Hunderte Kilometer entfernten südbayerischen Krankenhäusern. Zum Beispiel arbeite man schon mit dem Helios-Klinikum Erfurt im Bereich der Logistik, der IT sowie dem Fortbildungszentrum für Pflege rege zusammen. Es sei daher aus praktischen Erwägungen einfach sinnvoll, den Schulterschluss bei der regionalen Zuordnung eher nach Norden vorzunehmen. Für die Arbeit der Kronacher Klinik und deren Fortbestand erwarte Zeidler durch diese strukturelle Veränderung positive Auswirkungen.

Im anonymen Schreiben wurde zudem darauf hingewiesen, dass eine Station der Kronacher Klinik "seit drei Wochen komplett geschlossen ist". Dies bestätigt Zeidler auf unsere Nachfrage. "Es handelt sich dabei um eine interdisziplinäre Station", erklärt er. Da die Belegungszahlen auf Grund der Feiertage im Mai und Juni zuletzt niedrig gewesen seien, lasse man die Station momentan ruhen. Die Patienten seien entsprechend ihrer Erkrankung auf andere, medizinisch und pflegerisch geeignete Stationen aufgeteilt worden. Das Personal der Station könne auf diese Weise zum Beispiel seine Überstunden abbauen. Wenn die Zahl der Patienten wieder steige, könne es aber genauso schnell geschehen, dass die Station wieder ihre Arbeit aufnehme. Eine solche Pause sei in einer Klinik eine gebräuchliche Maßnahme, um flexibel auf schwankende Belegungszahlen reagieren zu können, so Zeidler.


Mehr Patienten behandelt

Einen Abgesang auf die Helios-Frankenwaldklinik Kronach kann er daher nicht nachvollziehen. Bis Ende Mai seien im ganzen Haus rund 275 Patienten mehr behandelt worden als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt suchten in diesem Jahr bereits mehr als 5100 Patienten die Klinik auf. "Wir bekommen demnächst auch drei neue Chefärzte", betonte er. Solche Einstellungen zeigten, dass die Situation der Klinik stabil sei. Damit würden die Bereiche Kardiologie, Geriatrie sowie Intensiv- und Notfallmedizin fit für die Zukunft gemacht.




Die offizielle Helios-Pressemitteilung zur Umstrukturierung

Mit dem Weggang von HELIOS Regionalgeschäftsführer Martin Jonas ordnet HELIOS seine Regionalstruktur im Süden Deutschlands ab 1. Juni 2015 neu. Die Kliniken im Süden ergänzen künftig geografisch passend andere HELIOS Regionen. Aus bislang elf werden damit künftig zehn HELIOS Regionen.

"Martin Jonas hat als Regionalgeschäftsführer für Bayern die Integration der dortigen Kliniken voran gebracht. Ich bedauere seine Entscheidung sehr und bedanke mich auch im Namen der gesamten Geschäftsführung für sein Engagement ", sagte der Vorsitzende der HELIOS Geschäftsführung, Dr. Francesco De Meo.

Die Kliniken in Bad Kissingen, Hammelburg, Kronach und Volkach gehören künftig zur Region Mitte mit Regionalgeschäftsführer Dr. Mate Ivancic. Die Klinik-Standorte in München, Dachau und Markt Indersdorf ergänzen die bisherige Region Baden-Württemberg unter der Regionalgeschäftsführung von Marcus Sommer. Diese Region tritt künftig wieder unter dem Namen HELIOS Region Süd auf. Die Kliniken in Erlenbach und Miltenberg wechseln zur Region Hessen von Regionalgeschäftsführerin Corinna Glenz; diese Region wird ab Juni 2015 HELIOS Region Mitte-West heißen. "Wir sind sicher, dass diese neue Regionsstruktur die Vernetzung unserer Kliniken untereinander zusätzlich fördern wird", so Dr. Francesco De Meo.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 111 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 50 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, zwölf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.HELIOS versorgt jährlich rund 4,5 Millionen Patienten, davon 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 68.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2014 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,2 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.