Ludwigsstadt
Gaskrise

Hallenbad bei Kronach bleibt dicht: Ein weiterer Jahrgang von Nichtschwimmern?

Die drohende Energiekrise könnte Schuld an einer steigenden Anzahl von Nichtschwimmer*innen sein. Ein Hallenbad im Kreis Kronach, das jährlich zum Schulstart öffnet, bleibt 2022 vorerst dicht. Der Ludwigsstadter Bürgermeister bezieht dazu Stellung.
Hallenbad in Ludwigsstadt bleibt dicht: Weiterer Jahrgang von Nichtschwimmern?
Um Gas zu sparen, soll das Hallenbad in Ludwigsstadt vorerst geschlossen bleiben. Symbolfoto. Foto: Alfred Derks/Pixabay

In diesem Jahr planschen keine Kinder im kühlen Nass des Ludwigsstadter Hallenbads im Kreis Kronach. Wo sonst Nichtschwimmer*innen zu begeisterten Schwimmer*innen wurden, ist nichts, als ein leeres, ausladendes Becken vorzufinden. Der Bürgermeister der Stadt Ludwigsstadt, Timo Ehrhardt (SPD), möchte einen Beitrag zum Energiesparen leisten - zumindest bis klar ist, wie es weitergehen kann.

In einer Sommersitzung hat der Stadtrat diesen drastischen Schritt entschieden: Das Hallenbad wird nicht für eine Eröffnung Mitte September vorbereitet. Ehrhardt möchte abwarten, wie sich die Gasmangellage in Deutschland weiterentwickelt, berichtet der BR. Die Bundesregierung richtete einen Appell an die Bevölkerung, wo es nur geht, Energie zu sparen. Bis es eindeutige Vorgaben gibt, werde Ehrhardt den erwünschten Sparbeitrag leisten. Diese Maßnahmen zum Energiesparen gelten bereits jetzt.

Kommunen sollen Gas einsparen: Bürgermeister zeigt sich einsichtig

Timo Ehrhardt bezieht sich in seiner Entscheidung auf die Energiesparverordnungen der Bundesregierung. Kommunen sollen Gas einsparen, sind allerdings nicht dazu verpflichtet. Weil das Hallenbad - abgesehen vom Schulgebäude - den höchsten Verbrauch in der Stadt hat, soll es eventuell gar nicht geöffnet werden. Dem Bürgermeister zufolge habe diese Entscheidung nichts mit den Betriebskosten in Höhe von 50.000 Euro zu tun. Eine Umrüstung des Schwimmbads auf Beheizung mit Holz-Pellets sei besprochen, aber für nicht machbar erklärt worden. Die eingebaute Gasheizung ist erst fünf Jahre alt und daher sei es finanziell unsinnig.

Dass der Hallenbad-Betrieb besonders für Kindergarten- und Schulkinder wichtig ist, die dort Schwimmen lernen möchten und sollten, weiß Ehrhardt. Aber auch für Erwachsene wäre eine Schließung des Bads schade. Derzeit gibt es noch keine Regelungen von der Bundesregierung, wie man mit öffentlichen Bädern verfahren soll. Deshalb ist eine mögliche Eröffnung noch in der Schwebe. Sollte sich der Bund dazu entscheiden, Bäder zu schließen, müsse man sich auch in Ludwigsstadt dieser Verordnung beugen, so Ehrhardt.

Pamela Schinner und den anderen Rettungsschwimmer*innen kritisieren die Entscheidung der Stadt. Man ziehe sich den dritten Jahrgang an Nichtschwimmer*innen heran, da wegen der Pandemie die Bäder oft geschlossen waren. Aber auch Rettungsschwimmer*innen leiden unter den Schließungen. Im Ludwigsstadter Hallenbad werden Ehrenamtliche ausgebildet, die sich ihre Fitness für die Sommersaison in den Herbst- und Wintermonaten antrainieren müssen - schließlich geht das nicht über Nacht.

Eine kurze Saison ist besser als keine Saison

Schinner hofft, dass der Stadtrat kompromissbereit ist. Eine verkürzte Hallenbad-Saison, etwa von Ende Oktober bis Anfang April, sei besser, als gar keine Öffnung. Es wäre auch möglich, die Wassertemperatur in den Becken zu senken. Mit einem solchen Kompromiss könnte auch Ludwigsstadt Erster Bürgermeister Timo Ehrhardt gut leben. Schinner hoffe daher, dass man sich auf einen Mittelweg einigen kann. Da es nur eine Woche Vorlaufzeit bedarf, das Schwimmbad zu öffnen, gibt es noch Hoffnung.