Die Stimmung bei den Freien Wählern (FW) am Wahlabend ist gut. Sein persönliches Ergebnis und das seiner Partei feierte der FW-Direktkandidat Michael Zwingmann am Sonntagabend im Gasthaus "Fröschbrunna".

Lebhaftes Stimmengewirr ist während des Telefongespräches im Hintergrund zu hören. Die Laune bei Zwingmann nach den ersten Hochrechnungen: heiter bis ausgelassen. "Die Stimmung ist gut. Wir sind ausgelassen", sagt er am Telefon. Die Partei habe ein super Ergebnis erzielt.

Starkes Erststimmen-Ergebnis

Vor allem das starke Ergebnis der Erststimme gibt ihm Grund zum Feiern: 11,6 Prozent hat der 44-Jährige im Stimmkreis Kronach/Lichtenfels erhalten. Damit liegt er auf Platz drei der Direktkandidaten im Stimmkreis. Bei der Landtagswahl 2013 gab es für den Direktkandidaten der Freien Wähler bei der Erststimme nur fünf Prozent der Stimmen. "Die jahrelange Arbeit der Freien Wähler zahlt sich aus", meint Zwingmann.

Er sei absolut zufrieden, sagt Zwingmann. "Ich kann allen Wählern nur Danke sagen." Ob er Chancen auf den Einzug in den Landtag hat, ist ungewiss. Ein bestimmtes Prozent-Ziel habe er sich nicht gesetzt. Nach dem schwachen Abschneiden der SPD sind die Chancen für Zwingmann jedoch überraschend gestiegen.

Auf Platz vier der FW-Oberfrankenliste ist er ins Rennen um einen Platz im Landtag gegangen. Im Januar hatten die Freien Wähler für den Stimmkreis Kronach/Lichtenfels Zwingmann für die Landtagswahl einstimmig nominiert. Sollte es für ihn für den Einzug in den Landtag reichen, dann stehen die Stärkung des ländlichen Raumes, Digitalisierung und kostenlose Kitas ganz oben auf seiner Aufgabenliste. Doch darüber möchte sich der 44-Jährige am Wahlabend noch keine Gedanken machen. Der Erfolg der Freien Wähler auf Landesebene heizt die gute Stimmung im "Fröschbrunna" an: "Wir haben so viele Stimmen, dass es für eine mögliche Koalition reicht", sagt Zwingmann zufrieden.

10,2 Prozent der Zweitstimmen haben die Freien Wähler im Stimmkreis Kronach/Lichtenfels eingefahren. "Wir sind noch am mitfiebern und hoffen, dass wir noch einige Stimmen abgrasen", sagt Zwingmann kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. Bei der Landtagswahl 2013 erreichten die Freien Wähler knapp acht Prozent der Zweitstimmen im Stimmkreis Kronach/Lichtenfels.

Das Erfolgsrezept der Partei? Als "bürgerliche Mitte" sei man kommunalpolitisch stark aufgestellt, die Politik werde nahe am Bürger gestaltet. "Es zeichnet uns als Freie Wähler aus, dass wir Politik von unten nach oben machen", sagt Zwingmann. Die Erfolge der Freien Wähler in Bayern: Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums, Abschaffung der Studiengebühren und der Strabs. Das nächste Ziel: Abschaffung der Kitagebühren.

Koalition mit CSU realistisch

Einer Koalition von Freien Wählern und CSU auf Landesebene, so wie es sich Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger wünscht, sieht Zwingmann positiv entgegen. Es gebe viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Parteien. Vor der Wahl habe die CSU viele Themen der Freien Wähler aufgegriffen. "Es gibt ein paar Ecken und Kanten, die ab müssen", meint Zwingmann. Sonst sehe er aber gute Chancen für eine gemeinsame Regierung.