In der Firma Reinhardt Drehteile im Kronacher Stadtteil Gundelsdorf ist am Samstag ein Großfeuer ausgebrochen. Aus einem Maschinenbrand entwickelte sich in kurzer Zeit ein Vollbrand der gesamten Werkhalle, der Brand war bis nach Coburg zu sehen. Das Wohnhaus und eine hinter dem 20 mal 40 Meter großen Firmengebäude des metallverarbeitenden Betriebs aufgebaute Photovoltaikanlage konnten gerettet werden.





Kurz nach 18 Uhr wurden die Feuerwehren aus dem weiten Umkreis - dem Haßlachtal und dem Kronachtal, der Stadt Kronach und Küps - zum Brand gerufen. Das ist bei einem Industriebrand üblich. Zunächst brannte in der Werkhalle, in der am Samstag nicht gearbeitet wurde, nur eine Maschine. Bei Eintreffen der ca. 170 Feuerwehrleute drang starker Rauch aus der Produktionshalle. Rasch breiteten sich die Flammen jedoch auf das ganze Gebäude aus, so dass die Feuerwehr nur von außen löschen konnte. Ein Innenangriff war nicht nur wegen der Flammen, sondern auch wegen Gasflaschen, die jederzeit explodieren konnten, zu gefährlich. Auch von den Drehleitern der Wehren aus Kronach und Pressig aus wurde gelöscht. Die Einsatzkräfte waren zwar schnell am Brandort, konnten aber nicht verhindern, dass die Halle fast vollständig ausbrannte.


Zu wenig Löschwasser
Laut Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger gab es Löschwassermangel. Aus dem Hydranten kam nicht genug Löschwasser. So legten die Feuerwehren drei B-Leitungen vom Haßlachfluss zum Brandobjekt. Auch das Tanklöschfahrzeug aus Küps wurde zum Heranschaffen von Löschwasser eingesetzt. Weitere Tanker waren durch Einsatzfahrzeuge am Brandobjekt und auf der Bundesstraße zugestellt. Als die Zufuhr von ausreichend Löschwasser funktionierte, konnten die Flammen eingedämmt werden. Auch nach fast zwei Stunden flammten immer wieder Brandnester auf. Das an die Werkhalle angrenzende Wohnhaus konnte gehalten werden.

Der Gebäudeschaden wird auf etwa 500 000 Euro geschätzt. Der Inventarschaden der computergesteuerten hochwertigen Maschinen liegt noch um einiges höher. Vier Personen wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt und wurden vor Ort durch den Rettungsdienst behandelt. Die Kriminalpolizei Coburg hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Wegen der starken Rauchentwicklung wurden die Anwohner von Gundelsdorf und Glosberg aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Da sich die Firma direkt an der Bundesstraße 85 befindet, war die B 85 für längere Zeit total blockiert. Die Polizei leitete schon ab dem Kreisverkehr weiträumig um. Die Ortsdurchfahrt musste bis 23 Uhr für den Verkehr gesperrt bleiben.