In der Sitzung am Montag befürwortete der Gemeinderat von Stockheim einen Antrag des katholischen Kindergartens Neukenroth auf Errichtung einer Ampel an der Ortsdurchfahrt der B 85 in Neukenroth. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, Gespräche mit den zuständigen Stellen aufzunehmen mit dem Ziel der Errichtung einer Fußgängerampel. Die Leitung des katholischen Kindergartens Neukenroth hat sich mit einem Schreiben, dem auch eine Unterschriftenliste besorgter Eltern beigefügt war, an die Gemeinde Stockheim gewandt und auf die Gefahren an der B 85 hingewiesen. Es sind zwar Überquerungshilfen angebracht, doch finden diese bei vielen Fahrern nicht die notwendige Beachtung. "Nur wenige sind von sich aus bereit, die Kindergruppe überqueren zu lassen. Wir müssen immer mit Arm und Handzeichen absperren", heißt es in dem Antragsschreiben. "Für die Vorschulkinder (20 Jungen und Mädchen), sehen wir eine Überquerung, die sie alleine bewerkstelligen sollen, als nicht zu schaffen an", heißt es weiter.
Dies ging auch aus einer Übung mit Polizeihauptmeister Heiko Sesselmann im Rahmen der Verkehrserziehung "Sicher zur Schule - sicher nach Hause" Anfang April dieses Jahres hervor, bei der sowohl das Verhalten auf Gehwegen wie auch das Überqueren der B 85 geübt wurde. Zudem ist ein Übergang (Anwesen Weißerth) unübersichtlich, da durch das vorgebaute Haus (Anwesen Maurer) die Straße nur etwa 50 Meter eingesehen werden kann. Ein Lkw könnte nicht mehr bremsen, wenn Kinder die Straße überqueren. Dies wurde von Beamten der Verkehrspolizei in Kronach beobachtet und bestätigt. Der Kindergarten und die besorgten Eltern bitten, für mehr Sicherheit für die Kinder zu sorgen. Eine Ampelanlage zwischen den beiden Überquerungshilfen oder an einem anderen Standort würde den Übergang der Kinder und für alle anderen Menschen sicherer machen. Dies sahen auch Bürgermeister Rainer Detsch und die Räte im Gremium so. Zwar könne es zu kleinen Staus kommen, aber "das sind uns unsere Kinder wert", betonten sie unisono.


Standort entscheiden Behörden

Dies drückten die Fraktionssprecher, Joachim Beez (SPD), Silvia Weißbach (CSU) und Rudi Jaros (FW) deutlich aus. Der Bürgermeister dankte für die klare Zustimmung. Nun werde man sich bemühen, so rasch wie möglich eine Ampelanlage zu bekommen. Detsch verwies allerdings darauf, dass dies im Falle der Ortsdurchfahrt Stockheim immerhin zwei Jahre gedauert habe, man müsse wohl etwas Geduld haben. Die Standortfeststellung wolle man den Fachbehörden überlassen.
Der Auftrag für die Natursteinarbeiten am Rathauseingang im Zuge des Abbaus von Barrieren und der energetischen Sanierung des Rathauses wurde an die Firma Deinlein, Stockheim für 19 648,09 Euro, vergeben.
Dem Antrag auf Nutzungsänderung eines ehemaligen Lebensmittelmarktes in ein Fitnessstudio in der Bergwerksstraße sowie einem Bauantrag auf Wohnhausanbau in der Schulstraße wurde gemeindliches Einvernehmen erteilt. Einig waren sich die Räte auch über eine Ersatzbeschaffung eines Schmalspurfahrzeuges für den gemeindlichen Bauhof. Dieses soll auf fünf Jahre geleast werden, der Anschaffungswert sollte maximal 120 000 Euro betragen.


Wirbel um Nahverkehrskonzept


Eine längere Diskussion löste das Nahverkehrskonzept des Landkreises Kronach aus. Die Räte sollten hier einem Konzept zustimmen, das ihrer Meinung nach aber noch viel zu viele Fragen offen ließ. Silvia Weißbach meinte, dass man nicht einfach einer Kündigung der Beförderungsverträge zustimmen könne, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Geschäftsleiter Rainer Förtsch erklärte hierzu, dass man nach Rechtsvorschriften ohnehin einen neuen Beförderungsvertrag immer neu ausschreiben müsse. Joachim Beez wandte sich nicht grundsätzlich gegen ein neues Nahverkehrskonzept, allerdings ist noch einiges zu klären.


"Es ist Eile geboten"

Jürgen Wöhner (FW) wehrte sich dagegen, heute etwas zuzustimmen, wovon man noch nicht wisse, was man eventuell übergestülpt bekommen könne. Mit der Vorgehensweise erklärte er sich nicht einverstanden. Der Geschäftsleiter führte darauf aus, dass man mit dem vom Landkreis, geplanten Mobilitätskonzept nach über dreijähriger Planung gescheitert sei. Nun sei im Landkreis Eile geboten und es haben schon mehrere Gespräche stattgefunden. Bürgermeister Rainer Detsch nannte es schon vorteilhaft, wenn das Landratsamt Kronach die Beförderung gebündelt ausschreibe, jedoch in mehreren Losen. Durch die losweise Ausschreibung bestehe für die jetzt schon tätigen Beförderungsunternehmen die Möglichkeit der Teilnahme an der Ausschreibung. Dirk Raupach (SPD) wollte zunächst ein Konzept des Landkreises sehen. Siegfried Weißerth (CSU) lenkte ein: "Wir sollten das geplante Nahverkehrskonzept unterstützen und ein Signal setzen, allerdings jetzt noch keine Beförderungsverträge kündigen." Auch Hedwig Klinger (FW) meinte, wir sollten uns anhängen und einen Zusatz anbringen, erst zu gegebener Zeit Beförderungsverträge zu kündigen. Bürgermeister Detsch formulierte einen Beschlussvorschlag, nachdem die Gemeinde Stockheim ein Nahverkehrskonzept des Landkreises Kronach befürwortet. Dieser fand ein einstimmiges Votum des Gremiums. Er ging auch näher auf die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPVN) ein. Innovation durch Integration mit Schülerverkehr und dadurch Hebung von Synergieeffekten sei das Ziel. Dabei gehe es um die Zusammenführung räumlich und zeitlich parallel verlaufender Schülerfahrten von ÖPNV und FSV (Freigestellter Schülerfahrverkehr, nur von Schülern zu benutzen). Hieraus ergäben sich viele Möglichkeiten auch von Angebot serweiterungen. Dazu werden sich die Gemeinden mit dem Landkreis für kreisweite Schülerbeförderung abstimmen. Im Herbst soll ein Beschluss über das Nahverkehrskonzept gefasst werden. Danach werden ausschreibungsfähige Fahrpläne unter Abstimmung mit Schulen in der ersten Hälfte 2018 erstellt. Die Ausschreibung für den "integrierten Nahverkehr mit Rufbus" soll im Herbst 2018 erfolgen. Der Bürgermeister sieht darin große Vorteile und Fortschritte in der Nahverkehrsverbindung, in die alle Bürger eingebunden werden. eh