"Des wedd imme schöne", lobt Simon Philipp Goletz, besser bekannt als "Frankensima", seine Gäste. Mit seinem Akkordeon vor der Brust steht der Wahl-Untersteinacher inmitten seines Publikums. Der Saal ist proppenvoll.

Um den fränkischen Dialektbarden herum sitzen Sangesfreunde jeden Alters. Anfänger oder auch geübte Sänger wie die Mitglieder des Männerchors "Cäcilia" Steinberg mit ihrem Vorsitzenden Elmar Fischer: Gemeinsam stimmen sie mit ihm ein Lied nach dem anderen an. Vor ihnen auf den Tischen liegen die Texte, die der "Frankensima" vorher austeilen ließ. Gerade schmetterten sie gemeinsam "Tief im Frankenwald".

Herzlich und bodenständig

Seine Bodenständigkeit, Herzlichkeit und Freundlichkeit kommen glänzend beim Steinberger Publikum an. So ist es schon Tradition, dass Goletz im "Frack" immer im Herbst sein neuestes Wirthauskabarett vorstellt.
Dieses Mal kam er jedoch in anderer "Mission".

Viele Lieder, die der Musiker und Sänger mit seinem Publikum anstimmte, waren bekannt. Andere wurden schnell einstudiert. Volkslieder, Wanderlieder, Bierlieder, teilweise ganz schön derb - alles war dabei.
Wenn auch hin und wieder der eine oder andere falsche Ton in Reihen seines Publikums dabei war, machte das nichts. Auch von einem gelegentlichen Husten - dem "Wintersport des kleinen Mannes" - ließ er sich nicht stören. Immer wieder war "Wirthausgymnastik" angesagt - also Bier in die Höhe und dann einen kräftigen Schluck nehmen.

Wortspielereien mit Überraschungseffekt

Zwischen den einzelnen Liedbeiträgen strapazierte der funk- und fernsehbekannte Entertainer mit eigenen Couplets, Dialekt- und Stimmenparodien die Lachmuskeln des Publikums. Seine Wortspielereien nahmen immer einen überraschenden Ausgang.

Ein Dauerbrenner ist die Aufnahme eines neuen Stammtischmitgliedes, das nach ganz speziellen fränkischen Aufnahmebedingungen einen Geruchs-Härtetest besonderer Art über sich ergehen lassen muss, bei dem selbst die Muckn tot vom Stammtischwimpel fallen, der Wirt eine Gasmaske braucht und der Bierschaum zusammenfällt. Das Publikum tobte.

Natürlich wurde auch das Lied "Die Staaberche Heilingschrubber" gesungen, das der "Frankensima" 2012 eigens für sein treues Steinberber Publikum geschrieben hat, weil es - wie er sagt - einfach eine so schöne Geschichte ist.

Niemand wollte mit dem Singen aufhören

"Wie spät is auf der Wertshausuhr" - Auch dieses Lied wurde angestimmt. Trotz vorgerückter Stunde hatte man in Steinberg aber noch immer nicht genug. Niemand wollte mit dem Singen aufhören. So wurde der "Frankensima" natürlich nicht ohne eine gehörige Portion Zugaben entlassen. Seinen stimmungsvollen Abschluss fand der Abend mit den Liedern "Kein schöner Land" sowie "Guten Abend, gut' Nacht".

"Das war ein toller Abend", waren sich die Gäste einig und niemand von ihnen ging wohl nach Hause, ohne ein lustiges Lied auf den Lippen, summend oder pfeifend. Und alle freuen sich auf eine Wiederholung des Wirtshaus-Singens, die schon fest eingeplant ist.