Die Stadt Kronach will ihre Denkmäler sanieren beziehungsweise verschönern. Dazu zählt unter anderem das Kriegerdenkmal, das sich in einem schlechten Zustand befindet. Unter anderem hat sich ein Teil der Stützmauer nach außen geneigt, einzelne Sandsteinquader haben sich aufgelöst. Wie die Bürgermeisterin Angela Hofmann berichtete, liegen die Kostenschätzungen bei 70 000 Euro.

"Die Denkmäler zeugen von Erinnerungen", so Jonas Geissler (CSU). Deshalb sollten diese in Angriff genommen werden. Die Stadt Kronach hatte bei den beiden Weltkriegen 535 Gefallene zu beklagen, erklärte sein Fraktionskollege Heinz Hausmann. Schon deshalb sei es wichtig, solche Gedenkstätten zu erhalten.

Weiterhin soll die Ehrensäule am Melchior-Otto-Platz in Angriff genommen werden. Hier handelt es sich um eine Sandsteinsäule auf oktogonalem Podest über einen zweistufigen, quadratischen Sockel. Auf der profilierten Deckplatte ist das von den beiden "geschundenen Männern" gehaltene "neue" Kronacher Stadtwappen zu sehen. Diese Säule, einschließlich Podest ist stark mit Algen, Moosen und Flechten belegt. Der Sandstein ist teilweise gerissen. Die Restaurierung der Ehrensäule sei mit Kosten von rund 25 000 Euro verbunden, so die Bürgermeisterin.

Auch der Michelsbrunnen auf den Marktplatz soll saniert werden. Dieser Brunnen weist starke Witterungsschäden auf. Zudem sind unter anderem die Wasserspeier angerostet, auch müsse die Pumptechnik erneuert werden. Hier belaufen sich die Restaurierungskosten auf rund 22 000 Euro, so die Bürgermeisterin.

Martin Panzer (ZKC) mahnte, im Zuge der Sanierung des Michaelsbrunnen auch Sicherheitsvorkehrungen mit zu berücksichtigen.

Allen drei Sanierungsmaßnahmen wurden schließlich vom Stadtrat befürwortet. Die Stadt wurde zudem beauftragt, die jeweiligen Förderkulissen abzuklären.

Harald Meußgeier (AfD) schlug vor, sich auch über die Stadtmauer im Bereich der Judengasse Gedanken zu machen. Dieser Teil sei sanierungsbedürftig und werde zudem sehr viel von Touristen genutzt.

Ein Leitbild für Kronach

Daniel Gerber gab im Rahmen der Sitzung einen aktuellen Sachstandsbericht über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Demnach sei das Würzburger Architekten- und Stadtplanerbüro Schirmer beauftragt worden. Eine Bestandsaufnahme wurde gemacht. Es gehe nun darum, eine Stärke-/Schwächeanalyse und ein Leitbild zu erstellen. Dabei werden Kriterien wie die Innenstadt, Siedlungsstruktur, Bildung, Soziales, Tourismus und Freizeit unter die Lupe genommen. Anschließend gebe es Gespräche, bei denen auch die Bevölkerung mit eingebunden werden soll. Das Ganze sei als ein übergeordneter Rahmenplan zu sehen. Er gehe davon aus, dass in rund einem Jahr Ergebnisse vorliegen.

Ralf Völkl (SPD) betonte die Wichtigkeit, Bürger mit einzubinden. "Wir dürfen dabei keine kontroversen Diskussionen scheuen!" Trotz Coronazeiten solle man schnelle Ergebnisse anstreben, so Jonas Geissler (CSU). Er erinnerte daran, dass die Stadt eine Vielzahl von Konzepten in Auftrag gegeben habe, einige davon landeten in der Schublade. "Das soll hier nicht passieren!" Außerdem: "Wir müssen Antworten finden, wir müssen die Stadt sozialer machen!"

Weiterhin wurde die Ersatzbeschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges für die Feuerwehr Kronach beschlossen. Wie der Geschäftsleiter der Stadt Kronach und Vorsitzende der Kronacher Feuerwehr, Stefan Wicklein, erklärte, habe man im Jahre 2018 im Rahmen des Fahrzeugentwicklungskonzepts der Feuerwehr Kronach für das Jahr 2021 einen Gerätewagen Logistik 1 als Ersatzbeschaffung für das Kleinalarmfahrzeug vorgesehen. Im aktuellen Finanzplan stünden 150 000 Euro zur Verfügung. Das Fahrzeug würde durch den Freistaat in Höhe von 33 600 Euro gefördert. Somit würde der Eigenanteil der Stadt 116 400 Euro betragen.

Nun habe aber die Feuerwehr eine kostengünstigere Lösung in Form eines Gebrauchtfahrzeugs. Es handele sich dabei um einen ehemaligen Vorausrüstwagen auf Mercedes Sprinter. Die Feuerwehr, so erklärte Wicklein, halte das Fahrzeug für in Ordnung. Es stammt aus dem Jahr 2013 und habe eine Laufleistung von 4000 Kilometern. Die Ersparnis der Stadt würde mit diesem Kauf rund 60 000 Euro betragen. Der Stadtrat entschloss sich zur kostengünstigeren Variante und entschied sich für das Gebrauchtfahrzeug.

Sporthallen sollen saniert werden

Einstimmig gebilligt wurde auch die Sanierung der Sporthallen in Gehülz und Neuses. Nun werden die beiden Projekte bei einem Förderprogramm angemeldet, das der Bund zusammen mit dem Freistaat Bayern zur Förderung von Sportstätten beschlossen hat. Wie Stefan Wicklein erklärte, seien solche Maßnahmen förderfähig, die primär der Ausübung des Sports dienen.

Einstimmig wurde auch der Übernahme der Aufgaben des Standesamts Wallenfels durch das Standesamt Kronach zugestimmt. Jonas Geissler (CSU) bezeichnete dies als einen richtigen Weg. Dadurch könne das ganze Standesamtswesen effizienter gestaltet werden. Die Kommunen sollten künftig verstärkt über solche Möglichkeiten nachdenken. Und durchaus könne auch die Stadt Aufgaben vergeben.

Bernd Liebhardt (CSU) ergänzte, dass die Stadt mit ihrem Standesamt einen guten Ruf über Kronach hinaus habe. Zudem seien bei Hochzeiten die entsprechenden Lokalitäten in der Nähe vorhanden.

Ohne Gegenstimme wurde auch einer Nachtragsvereinbarung zur Gestaltung des unteren Dorfplatzes im Zuge der Dorferneuerung in Friesen zugestimmt. Bisher hatte sich die Stadt verpflichtet, für diese Maßnahmen einen Beitrag in Höhe von 77 634 Euro zu leisten. Insgesamt betrugen die Kosten 775 000 Euro. Aufgrund von Kostensteigerungen werden nun Gesamtkosten in Höhe von 1 050 000 Euro erwartet. Die Stadt entrichtet nun 104 424 Euro. Marina Schmitt (SPD) betonte, dass die ursprünglichen Kostenschätzungen vor rund drei Jahren ermittelt worden seien. Es wurden auch keine zusätzlichen Extras angebracht. Sie hob das Ehrenamt der Friesener hervor, die sich bisher schon 988,5 Stunden ehrenamtlich für die Dorferneuerung einbrachten.