Hausaufgaben für Löwenstein
Nun solle Löwenstein, der den Geschäftsführerposten am 1. Januar von seinem umstrittenen Vorgänger Christian Kloeters übernahm, aber erst einmal seine Chance bekommen. "Die Probleme sind ja bekannt: personell und in der Aufstellung gewisser Abteilungen", sagt Wicklein. "Da hat die neue Klinikleitung einige Hausaufgaben, die sie erfüllen muss und an denen wir sie natürlich auch messen." Er denkt an einen Zeitraum von einem halben Jahr. Sollte sich die Situation aber nicht merklich verbessern, müsse "man sich Gedanken machen, wie man mit der Lage umgeht".
Und für wie realistisch hält er einen Rückkauf? "Das kann ich derzeit überhaupt nicht einschätzen, ohne die Fakten auf dem Tisch zu haben."
Die CSU sieht die Chancen gegen null gehen. "Das kann sich der Landkreis nicht leisten", sagt der CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner. 20 Jahre lang schrieb die Klinik Verluste. Alleine in den letzten drei Jahren unter der Regie des Landkreises (2003 bis 2005) waren es über neun Millionen Euro. Zusammen mit den in den Jahren davor aufgelaufenen Kosten hatte sich ein Schuldenberg von 16 Millionen Euro angesammelt. Und den wollten die neuen Besitzer freilich nicht übernehmen.
Schwarze Zahlen
Zwar vereinbarten die Rhön-Kliniken und der Landkreis damals Stillschweigen über den Kaufpreis, gut unterrichteten Kreisen zufolge lag dieser jedoch bei rund elf Millionen Euro. Die Klinik wurde also mit Verlust gekauft. Heute schreibt sie allerdings wieder schwarze Zahlen - was einen Rückkauf sicher nicht günstig machen würde.
Die Kreisfinanzen will Wicklein allerdings nicht als Argument gelten lassen. "Das ist keine Frage des Preises, sondern eine Frage der Lebensgrundlage der Region und einer vernünftigen Gesundheitsversorgung, die frei ist von Instabilitäten", ist er überzeugt. Da sei die Politik gefordert, sich zu kümmern.
Baumgärtner, der neben Landrat Klaus Löffler (CSU), Richard Rauh (SPD) und Peter Hänel (FW), dem Beirat der Frankenwaldklinik angehört, strebt für den Ernstfall allerdings einen anderen Weg an. Zumal bei Helios ein Verkauf der Frankenwaldklinik nach wie vor gar nicht erst zur Debatte steht, wie Erik Thiel, Helios-Pressesprecher für die Region Süd, unserer Redaktion noch einmal bestätigt.
Auf dem Prüfstand
Baumgärtner spricht sich im Zweifelsfall für die Kooperation mit anderen Kliniken aus. Beispielsweise der in Sonneberg beheimateten Regiomed-Kliniken. "In dem Fall müssten wir Helios dann ablösen", beschreibt er das dann drohende Szenario. Die Situation für das Personal müsse sich signifikant verbessern. Geschehe dies nicht, müsse "man sicherlich perspektivisch auch die Zusammenarbeit mit Helios auf den Prüfstand stellen und über Kooperationsmöglichkeiten mit anderen kommunalen Trägern reden," so Baumgärtner.
Doch auch er wolle dem neuen Klinikgeschäftsführer zunächst eine Chance geben: "Wohl wissentlich, dass er in Konzernzwänge eingebunden ist." Viele Fehler sollte sich die Frankenwaldklinik aber wohl eher nicht erlauben.
Als der damalige Landrat Marr die Klinik an Rhön verkaufte war dies ein politischer Fehler ..... neben vielen anderen .....!
Man hätte damals besser einen Marr und seinen gesamten Kreistag verkaufen oder besser verschenken sollen ...... !
Aber die hätte ja Niemand genommen, auch wenn man noch Millionen Euro dazu gegeben hätte!