Zwölf von 14 Schülern haben ihr Fachabitur an der privaten Fachoberschule am Rennsteig (FOS) mit Erfolg abgeschlossen. Somit wurde ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur staatlichen Anerkennung erreicht.
Die Freude über dieses Ergebnis ist Schulleiter Hubert Sendl am Telefon anzumerken. "Wir haben gehofft, gefiebert und gearbeitet." Mit "Wir" meint Sendl seine Schüler, das Lehrerkollegium und die Projektgruppe mit ihrem Vorsitzenden Timo Ehrhardt, Bürgermeister von Ludwigsstadt. Für diesen zeigt das Ergebnis, dass sich die Anstrengungen und das Engagement in den vergangenen Monaten gelohnt haben - und dass man auch eine kleine Schule zum Erfolg führen kann.


Pädagoge aus München

Seit zwei Jahren führt Hubert Sendl die Schule. Damals holte der Schulträger Sabel den erfahrenen Pädagogen von München nach Ludwigsstadt.
Sendl hatte keine leichte Aufgabe, galt es doch die FOS - nachdem die Fachabiturergebnisse anfangs nicht den Erwartungen entsprochen hatten - auf Kurs zu bringen. Der Münchner spricht von Anspannung, von einem gewissen Druck und von dem festen Willen, die erforderliche Quote doch zu schaffen. Als eine tolle Sache empfindet er es, dass das gesamte Lehrerkollegium und die Schüler an diesem Ziel mitgearbeitet haben. Sendl erwähnt beispielsweise den Schulunterricht während der Faschings-, Oster- und Pfingstferien, der zwar auf freiwillige Basis stattfand, den aber der überwiegende Teil der Fachabiturienten wahrgenommen hat.

Vor zwei Jahren lag die Erfolgsquote bei 28 Prozent, 2015 bei 60 Prozent und nun bei 85,7 Prozent. "Nächstes Jahr schaffen wir 110 Prozent. Dann sind wir aus dem Schneider." Um die staatliche Anerkennung zu erreichen, muss die FOS am Rennsteig an zwei aufeinander folgenden Jahren mindestens eine Erfolgsquote von 66,6 Prozent vorweisen.

Ans Aufhören denkt der 67-Jährige nicht. Dazu sind ihm sein Lehrerteam und auch die Schüler mittlerweile zu sehr ans Herz gewachsen. Zudem spricht er von einem guten Miteinander innerhalb der Projektgruppe. Nach wie vor beeindruckt ihn zudem das Engagement der Wirtschaft für diese private Schule.


Aufbruchstimmung

Sendl berichtet von einer Aufbruchstimmung im Lehrerkollegium und auch bei den Schülern. Und er hofft, dass der eine oder andere Schüler doch noch zum kommenden Schuljahr zur FOS am Rennsteig kommt und dabei die Chance wahrnimmt, Kontakte zu den ansässigen Unternehmen zu knüpfen.

Jetzt freuen sich seine Schüler, seine Lehrer und die Mitglieder der Projektgruppe erst einmal auf die Abschlussfeier, die am Dienstag, 12. Juli, um 18 Uhr in der FOS stattfindet. Hubert Sendl fühlt sich mittlerweile in der Rennsteig-Region pudelwohl. Nur mit einem kommt er nicht zurecht: "Dass jede kleinste Überlegung zu einer Schlagzeile gemacht wird." Damit meint er die intern geführten Diskussionen über eine mögliche Standortverlagerung der FOS nach Kronach. "In München müsste für solche Schlagzeilen die Allianz-Arena einstürzen." Der Grund für einen möglichen Umzug liegt in den rückläufigen Schülerzahlen. So haben sich aktuell nur neun Schüler für das kommende Schuljahr an der FOS angemeldet. Die Beschulung wird im Schuljahr 2016/2017 definitiv noch in Ludwigsstadt erfolgen. Sollte sich allerdings der Negativtrend bei den Anmeldezahlen fortsetzen, dürften die Überlegungen einer Standortverlagerung konkreter werden. Für einen dauerhaft sinnvollen Schulbetrieb sind laut Sendl um die 15 Schüler für einen Jahrgang erforderlich.