Landrat Oswald Marr (SPD) informierte über die Flüchtlingssituation im Landkreis. Demnach seien derzeit 101 Flüchtlinge in der Notunterkunft am Schulzentrum untergebracht und 272 in dezentralen Unterkünften im Landkreis. Wöchentlich bekomme der Landkreis nun elf statt bislang zehn Flüchtlinge zugeteilt. Der Umzug aus der Notunterkunft am Schulzentrum ins Dreefs-Gebäude in Marktrodach ist für 17. Oktober geplant.

Deutliche Worte sprach Landrat Marr in Richtung von Vermietern. Niemand bräuchte denken, mit Wohnraum, den er für Flüchtlinge zur Verfügung stellt, den großen Reibach machen zu können. Marr besteht hier auf der ortsüblichen Miete, und andere Familien, die Wohnraum suchen, sollten nicht benachteiligt werden, weil Vermieter meinten, sie bekämen vielleicht mehr Geld, wenn sie den Wohnraum frei für Asylsuchende hielten.
Egon Herrmann (SPD) beklagte, dass die Gemeinden nicht im
Vorfeld erfahren, wenn Flüchtlinge in die jeweilige Gemeinde kommen. Deshalb hatte der Gemeindetag gefordert, dass noch eine Person für diese Aufgaben im Asylbereich eingestellt wird.

Landrat Marr verwies darauf, dass schneller gar nicht informiert werden könnte. Immerhin erfahre man selbst erst kurzfristig, dass jemand in der jeweiligen Gemeinde privat Wohnraum zur Verfügung stellt. "Das geht alles von jetzt auf dann." Außerdem informierte er über einen runden Tisch mit sämtlichen beteiligten Organisationen. Ein solcher Austausch soll nun regelmäßig stattfinden.

Bernd Liebhardt (CSU) regte in diesem Zusammenhang an, die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern.
Edith Memmel (Grüne) berichtete vom Arbeitskreis Asyl und erklärte, dass Pressearbeit nicht gewollt sei, weil die Menschen gewissen Schutzraum bräuchten. Sie sprach von sensiblen Familiengeschichten.