Ein schwerer Verkehrsunfall am Ortsende von Steinberg schreckt das Dorf am Abend auf. Kurz nach der Alarmierung durch die Leitstelle rasen die Kameraden der Feuerwehr mit jaulendem Martinshorn und blinkendem Blaulicht an den Einsatzort. Auch der Rettungsdienst trifft ein. Schnell wird klar, dass die schwer verletzte Person mit einem Intensiv-Transporthubschrauber in eine Klinik geflogen werden muss. Doch wo soll dieser landen?

Der Feuerwehrkommandant Christian Grieshammer entscheidet sich bei dieser Großübung für den Bolzplatz neben der Kronachtalhalle. Als Einsatzleiter ist er für die Ausleuchtung des Behelfslandeplatzes verantwortlich. Damit dieser großflächig ausgeleuchtet werden kann, fordert er Unterstützung durch das Technische Hilfswerk (THW) an. "Wir brauchen einen hellen Landeplatz, und das THW rückt an, um mit uns den Platz auszuleuchten", informiert er seine Kameraden.


Das THW trifft ein



Schon bald treffen die THW-Einsatzkräfte unter Leitung von Zugführer Oliver Ramm am Bolzplatz ein. Es dauert nur etwa fünf Minuten, dann haben sie ihre Scheinwerfer aufgebaut.
Gemeinsam leuchten die Einsatzkräfte der beiden Hilfsorganisationen von vier Eckpunkten aus den Bolzplatz aus.

"Das Ausleuchten eines Hubschrauber-Landeplatzes wird nötig, wenn ein Rettungshubschrauber nach Anbruch der Dunkelheit einen Einsatzort anfliegen muss und kein ausgeschriebener Hubschrauber-Landeplatz zur Verfügung steht beziehungsweise dieser zu weit entfernt ist", erklärt Oliver Ramm. Hierbei sei es wichtig, dass die HQI-Scheinwerfer, welche über die etwa doppelte Leuchtkraft wie Stadion-Scheinwerfer verfügen, nur den Boden ausleuchten. Der Pilot dürfe nämlich auf keinen Fall bei der Landung geblendet werden.

Ein Großteil der in Deutschland stationierten Rettungshubschrauber sei nicht für den Nachtflug ausgerüstet. "In Bayern sind dies lediglich die Maschinen in Nürnberg, Regensburg und München. Unser nächster Rettungshubschrauber ist also in Nürnberg stationiert. Für den Anflug nach Steinberg würde er etwa 30 bis 35 Minuten brauchen", so der Zugführer.


Bolzplatz eignet sich hervorragend



Trotz der Nachtsichtgeräte in den Hubschraubern müsse der Landeplatz gut ausgeleuchtet sein, so dass die Beschaffenheit des Bodens für den Piloten erkenntlich ist. Der Bolzplatz bei der Kronachtalhalle sei gut als Behelfslandeplatz geeignet. Die Größe von etwa 40 auf 70 Meter sei optimal; mindestens notwendig seien 35 mal 70 Meter. Zudem gebe es dort keine störenden Hochmaste oder Bäume. Die Zu- und Abfahrt für den Rettungsdienst seien günstig, ebenso die An- und Abflugmöglichkeiten.

Wichtig sei, so Ramm, dass die Feuerwehr Sicherheitsposten stelle. "Die beleuchtete Fläche muss komplett abgesperrt und menschenleer sein. Durch den An- und Abflug können bewegliche Teile durch die Luft geschleudert oder Steine aufgewirbelt werden, die zu Verletzungen führen können. Erst sobald der Pilot sein Ok gibt, darf man sich dem Hubschrauber nähern", erklärt Ramm


Gute Koordination erforderlich



Obwohl die Übung sehr gut verlief, wissen die Verantwortlichen der Hilfsorganisationen, dass ein solches Zusammenspiel mehr Koordination erfordert. "Wenn der Ernstfall eintritt, soll jeder genau wissen, was er zu tun hat, damit keine Zeit für die Abstimmung verloren geht", erhofft sich Kommandant Christian Grieshammer von der gemeinsamen Übung. Zudem habe man wertvolle Einblicke in die Fähigkeiten und Arbeitsweisen der anderen Hilfsorganisationen gewonnen.