Unter Leitung von Landrat Klaus Löffler fand am Dienstag die erste Sitzung des Abfallwirtschafts- und Umweltausschusses des Landkreises Kronach im Feuerwehr- und Atemschutzzentrum Kronach statt. Von den zehn ordentlichen Mitgliedern des Gremiums konnte der Vorsitzende sieben neue im Ausschuss begrüßen. Dies war Anlass genug, um die neu vom Kreistag in den Ausschuss berufenen Mitglieder umfassend und ausführlich über die Aufgaben der Abteilung Abfallwirtschaft im Landratsamt zu informieren.

Zusätzlich wird man am 2. Oktober eine Klausurtagung abhalten und auch die verschiedenen Stationen im Zusammenhang mit Abfallentsorgung besuchen. Weil es die erste Sitzung der Wahlperiode 2020/2026 war, legte der Vorsitzende Landrat Löffler großen Wert auf die Vorstellung der Mitarbeiter mit der Sachgebietsleiterin Susanne Knauer-Marx und deren Stellvertreter Thomas Mattes.

In der über dreistündigen Sitzung führte Thomas Mattes die Kreisräte in die Thematik ausführlich ein. Die vorgestellte Abfallbilanz für 2019 weist ein Gesamtabfallaufkommen von circa 37 500 Tonnen auf. Diese setzt sich aus 23 300 Tonnen Wertstoffe und 14 200 Tonnen Restabfall (Hausmüll 12 000, Sperrmüll 2200) zusammen. Unter Wertstoffe werden geführt: Glas 2100 Tonnen, Papier 5000, Metall 150, Grüngut 12 000, Holz 250, Leichtverpackungen (LVP) 1650 und Sonstiges 2150.

Die Abteilungsleiterin, Susanne Knauer- Marx, stellte den Tonnagen und Mengen das Geld gegenüber mit ihrem Bericht über Einnahmen und Ausgaben aus der Betriebsabrechnung. In der Abfallwirtschaft wurde ein Gesamtergebnis von 115 881,32 Euro an Überschuss erwirtschaftet (darin nicht enthalten sind 16 229,23 Euro aus Bauschutt, ansonsten läge man bei 132 110 Euro).

Mehr Gebühren eingenommen

Das Aufkommen an Abfallentsorgungsgebühren belief sich 2019 auf 4,559 Millionen Euro, damit liegen die Gebühreneinnahmen circa 100 000 Euro über dem Haushaltsansatz. Insgesamt schließt die Abfallwirtschaft mit Bauschutt in den Einnahmen mit 5 192 384 Euro und Ausgaben mit 5 036 503 Euro, ab.

Was auffällt, ist die immer intensivere Nutzung der Wertstoffhöfe, die Einnahmen lagen 2019 bei rund 112 000 Euro. Dagegen erlebte man einen Einnahmeeinbruch bei Papiererlösen, die sich auf nur rund 197 000 Euro stellten, statt der im Haushaltsansatz eingesetzten 260 000 Euro.

Es ist deutlich, dass Abfuhrkosten und Verbrennungsgebühren beim Müllheizkraftwerk, die der Zweckverband der Abfallwirtschaft als Betreiber festsetzt (zusammen über 60 Prozent der Ausgaben), großen Einfluss auf die Gebührenhöhe haben.

Die zum 1. Januar 2019 vorgenommene Neukalkulation der Gebühren war mit dem Ziel einer Gebührenstabilität bis 2021 verbunden. Ebenfalls sind die Verbrennungsgebühren im Interesse der Verbandsmitglieder mit einer Stabilität von mindestens vier Jahren kalkuliert. Dennoch sehen die Verantwortlichen am Landratsamt weiterhin bestehende Unsicherheitsfaktoren. So ist aufgrund der Entwicklungen am Abfallmarkt (fehlende Anlagen, Kapazitätsprobleme, höhere technische und fachliche Anforderungen an die Anlagen) mit geringeren Verwertungserlösen und steigenden Verwertungs- und Entsorgungskosten zu rechnen. Dazu kommen noch unvorhergesehene Entwicklungen wie derzeit die Corona- Pandemie.

Außerdem laufen immer noch Verhandlungen mit den Dualen Systemen, die zu erzielenden Ergebnisse kommen den Gebührenzahlern zugute. Andererseits werden aber Preissteigerungen bei der Inanspruchnahme der Leistungen bei beauftragten Dritten in allen Bereichen erwartet (Abfuhrkosten, Personalkosten, Wertstoffbetrieb, Baukosten).

Für die Überwachung und Rekultivierung der ehemaligen Bauschuttdeponien werden im Kalkulationszeitraum bis 2021 erhebliche zusätzliche Aufwendungen anfallen, die ebenfalls gebührenfinanziert werden müssen.

Die Corona-Pandemie brachte neben der Notwendigkeit, die Entsorgungssicherheit aufrechtzuerhalten, auch noch eine extreme Zunahme an den Wertstoffhöfen, dies war im ersten Halbjahr schon eine große Herausforderung.

Landrat Klaus Löffler nahm Bezug auf die Corona-Pandemie und warnte: "Da sind wir noch lange nicht durch!" Er dankte allen Mitarbeitern für ihr Engagement, denn sie wurden bis an die Grenzen gefordert und trotzdem konnte die bisherige Phase ohne Einschränkungen gemeistert werden.

"Wir sind alle stolz auf euch", sagte der Landrat unter Beifall aus dem Gremium.