Eine Hymne in Bronze gegossen, das gibt es in wenigen Tag in der Oberen Stadt zu sehen. Der genaue Standort ist der Eingangsbereich des "neuen Pfarrhofs".
Dabei handelt es sich um das Lied der Franken, das auf sechs Bronzetafeln bildlich dargestellt wird. Daneben kann man die fränkische Nationalhymne auf einer Glasscheibe lesen.
Die Bronzetafeln sind das letzte Werk von Heinrich Schreiber für den Frankenwald. Vor knapp drei Wochen ist der Künstler unerwartet verstorben. Seinen Söhnen und auch dem Besitzer des Pfarrhofs, Bernd Holzmann, war es ein Anliegen, dass dieses Projekt nun - wie geplant - zur Eröffnung des "neuen Pfarrhofs" vollendet ist.
Denn eines ist klar: Die "fränkische Nationalhymne auf Bronze" macht nicht nur die Stadthotels, sondern die gesamte Altstadt attraktiver.
Die Bronzetafeln und die Glasscheibe werden Spaziergänger, Touristen und auch die Gäste der Stadthotels geradezu auffordern, sich mit dem Frankenlied und mit der Kunst zu befassen.
Jede einzelne Strophe des Frankenliedes hat der verstorbene Ehrenbürger der Stadt auf Bronzetafeln verewigt. Dabei ist der Bezug zum Frankenlied nicht zu übersehen. Auf den Kunstwerken sind unter anderem der Winzer Schutzherr Kilian, Wallfahrer mit ihren Standarten, der Gottesgarten, die Basilika Vierzehnheiligen, der heilige Veit von Staffelstein, und fränkische Naturlandschaften dargestellt.
Der Blick schweift zwischen den Bronzetafeln und der Glasscheibe. Man gerät ins Staunen und ist fasziniert: "Die Idee schon ist außergewöhnlich." Auf der Glasscheibe ist das Frankenlied in Originalhandschrift von Heinrich Schreiber eingraviert. Am Schwung, den Steigungen und an den Unebenheiten der einzelnen Druckbuchstaben kann den symbolischen und auch den textlichen Inhalt des Frankenliedes erkennen.
Die Glasarbeiten seien sehr aufwendig gewesen, so Johannes Schreiber. Im gleichen Atemzug betont er aber, dass "es um Zeit gar nicht geht - es zählt nur das Produkt".
Der handschriftliche verfasste Originaltext wurde am Computer bearbeitet und vektorisiert. Durch das Sandstrahlen wurde dieser auf der Glasoberfläche vertieft und mit Farben aufgefüllt.
Über zehn Jahre sei sein Vater Heinrich Schreiber mit seinem Projekt, die fränkische Nationalhymne auf Bronzetafeln zu bringen, beschäftigt gewesen.
"Auch dieses Projekt war umfangreich im Herstellungsprozess", erklärt Tobias Schreiber. In diesem Zusammenhang spricht er vom Modellieren der Reliefs, vom Schaffen von Negativformen, vom Auspinseln mit Wachs, von einem anschließenden Ausschmelzverfahren im Brennofen bei rund 1300 Grad. "Der gesamte Herstellungsprozess erfordert Genauigkeit und Geduld", erklärt er.
Heinrich Schreiber war Botschafter seiner Heimat und ein "waschechter" Franke.Dass das "Frankenlied auf Bronzetafeln" letztendlich ein Familienprojekt geworden ist, das konnte keiner ahnen. Eines ist für Tobias und Johannes aber klar: "In seinen Werken lebt unser Vater fort!"
Für beide Söhne ist nun die Vollendung der Frankenhymne auf Bronze auch ein Weg, ihre Trauer um ihren Vater zu bewältigen. "Ich hatte eine schöne Kindheit", erinnert Tobias Schreiber. Von frühester Kindheit an waren er und sein Bruder in der Werkstatt seines Vaters zu finden. "Wir durften alles ausprobieren! " Und das hat Spuren hinterlassen. Ebenso wie sein Vater, hat Tobias Schreiber, die künstlerische Laufbahn als Bildhauer und Steinmetz gewählt. Seit 2004 ist er "freischaffender Künstler".
Sein Bruder und Glasmaler Johannes Schreiber befasst sich intensiv mit Glaskunst. Seit einigen Jahren arbeitet er mit dem Wertstoff Glas und immer wieder begreift er aufs Neue, was es mit dem Licht mit seiner Farbtemperatur für Wirkung es auf Räume hat. Sein jüngstes Werk sind nun die Fenster im neuen Pfarrhof. Man kann es auch so nennen, "es ist eine Ausstellung für Glas, Licht und Farbakzente für Jahrzehnte!"
Wenn nun am nächsten Samstag, 3. September, das "Frankenlied in Bronze" unter Mitwirkung des Gesangvereins Steinwiesen, am Pfarrhof übergeben wird, dann werden bestimmt bei einigen Anwesenden Erinnerungen an das Schaffen des Ehrenbürgers Heinrich Schreiber wach. Und Tobias und Johannes Schreiber werden in diesen Minuten gedanklich ganz bei ihrem Vater sein.