Architekt Emil Lehner informierte, dass die Machbarkeitsstudie ein bisher einzigartiges Projekt der evangelischen Landeskirche in Bayern sei und sein Architekturbüro auch lediglich mit dieser Machbarkeitsstudie beauftragt wurde, die Planung und Umsetzung werde ausgeschrieben. Lehner erörterte das ausgearbeitete Konzept, in das das sogenannte Lernershaus (ein bestehender Fachwerkbau) mit einbezogen wurde. Zumindest die Außenkonturen des historischen Gebäudes sollen bestehen bleiben, in den Innenräumen wird allerdings nichts so bleiben wie es ist.

Am Ende der Vorstellung der Machbarkeitsstudie entschieden sich die 39 anwesenden evangelischen Christen in geheimer Abstimmung mit großer Mehrheit für das vorgestellte Konzept.

Mit diesem Votum im Rücken kann die Kirchengemeinde Weißenbrunn gestärkt das Konzept der Machbarkeitsstudie, so wie vorgestellt, weiterentwickeln lassen. "Es ist eine große städtebauliche Verantwortung und es wird ein steiniger Weg", prophezeite der Architekt, in Weißenbrunn ein geschichtsträchtiges Gebäude wirtschaftlich zu sanieren und ein zweites, bereits abgerissenes Gebäude wieder herzustellen, um den Standort als historische Keimzelle im Ort wieder aufleben zu lassen.

Entscheidend ist, das ortsprägende Ensemble aus Brunnen, Kirche, Gemeindehaus und Bürger- und Jugendtreff inmitten des Ortes als Einheit zu gestalten. Dafür wurde kein prunkvolles, aber sehr effizientes Raumprogramm erstellt. Zugang zu dem Gebäude ist, von hinten wie von vorne, barrierefrei möglich. Im Foyer befinden sich ein Treppenaufgang zum Obergeschoss und ein Aufzug der gehbehinderte Personen zu Veranstaltungen in den Gemeindesaal im Obergeschoss transportieren kann.

Das Raumkonzept innen sieht auf einer Gesamtfläche von 220 Quadratmetern unter anderem ein Pfarrbüro, ein Sekretariat und einen Gruppenraum im Erdgeschoss vor, im Obergeschoss sollen sich ein Jugendraum und ein rund 80 Quadratmeter großer Gemeindesaal befinden.

Von mehreren Standorten im Gebäude aus wird man einen Blick auf Weißenbrunn, das Brunnen-Wahrzeichen "Jungferkättl" und auf die Dreieinigkeitskirche haben. Das Gemeindehaus wird in unmittelbarer Nähe der Kirche auch einen schönen Verbindungsweg zur Dreieinigkeitskirche erhalten.

Noch keine Planung

Die Gemeinde Weißenbrunn wird damit um ihre denkmalgeschützte Dreieinigkeitskirche herum ein Gebäudeensemble erhalten, das als Gemeindezentrum dienen kann. Architekt Emil Lehner wies aber ausdrücklich daraufhin, dass dieses vorgestellte Konzept lediglich ein Arbeitsstand sei und keineswegs eine Planung. Es müssten noch intensive Gespräche mit der Landeskirche und der Regierung von Oberfranken geführt werden.

Pfarrer Christoph Teille sprsch von einer besonderen Veranstaltung. Aufgrund von bisherigen Vorgesprächen und Informationsveranstaltungen habe man nicht mit einem so eindeutigen Votum der evangelischen Christen gerechnet.

Aber das Konzept des Architekturbüros habe wohl überzeugt, auch wenn über Kosten noch nicht habe gesprochen werden können, da noch keine Planung vorliege. Es handele sich jedoch um einen bedeutsamen Schritt in Richtung neues Gemeindehaus.